Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil II. Korn-Giroverkehr. 
die Firma mit der Landwirtschaft, so könnte man zunächst ver 
muten, daß die Firma th òrmocía und yh KaioiKiKii gleichzeitig 
besitzt (vgl. oben S. 165), und daß demzufolge die hinter der Firma 
stehenden Genetive die Zugehörigkeit der Firma zur Staatsbauern- 
und zugleich zur Katökengenossenschaft bezeichnen. Diese Ver 
mutung wird aber alsbald hinfällig gemacht durch die hinter kut- 
oÍKuuv nachhinkenden Worte: òià tüùv óttò Kap(avíboç). Das hinter 
K(aT)oí(KUJv) stehende *òiá* nimmt ein vor K(aT)oi(KUJv) hinzuzu 
denkendes *òiá’ wieder auf; es ist also zu übersetzen: „durch 
die Katökengenossenschaft und zwar durch diejenige von Karanis“. 
Damit haben wir die Formel: pepeipniueOa eîç NeîXov òià KaioÍKouv, 
d. i. „wir haben empfangen für Neilos aus der Hand der Katöken“ 
oder „wir haben empfangen zur Gutschrift ^ auf das Girokonto des 
Neilos durch Lastschrift im Girokonto der Katöken“. 
Hiernach ist also in BGU. 716 vor dem *òri(|Lio(Tíujv)’ eben 
falls beidemale ein *òiá’ zu ergänzen. Das òri(|Lio(Tíujv) steht für 
ònpocríuuv YGiupYÚJV, es ist die Staatsbauerngenossenschaft in beiden 
Fällen die Zahlerin, die an Neilos zahlt. 
Das Zusammenschrumpfen des Ausdrucks *òià òrpiocríujv yeiup- 
Yújv’ zu einem bloßen *òti|lio(Tíujv* ist eine im kassentechnischen 
Betriebe sehr oft zu beobachtende EigentümlichkeitCFK. 33 
(215 n. Ohr.) ist eine Weizensteuer-Hebeliste mit folgender Über 
schrift : ’Aíraiòncripov kut’ avbpa crimoiv òià ònpoaíuuv YempKoiv 
èK Kib/iriç ZoKvoTiaíou Npffou ktX., d. i. „Hebeliste mit Einzelnachweis 
(Posten für Posten) über die Weizenäcker* und Pachtzinsen der 
Staatsbauern, die in Soknopaiu Nesos beheimatet sind“. Darunter 
folgt der Einzelnachweis. Dieselbe Überschrift trägt die Hebeliste 
BGU. 659 Kol. II, 2 (229 n. Ohr.): AuaiTpcnuov K[a]T’ dvòpa 
çTiTiKÚJv òià òri[|Li]o(JÍu»v YempYÚiv toO èvecTTÚTOç n (êtouç) ktX. 
Das TeojpYÚjv wird als entbehrlich fortgelassen in BGU. 598, 11 
(173/4 n. Ohr.): ’ATrairpcriiLnjuv kut’ dvrpa aiTiKÖiv èòaqpúiv Kai [òi]à 
ÒTiiaujcríiuv toO èvecriüüToç [lò (exouç)] ktX. 
Noch weiter führt uns die oben (S. 95 ff.) behandelte Urkunde 
P. Fay. 86. Der Text der Zeilen 3 bis 14, den ich in einer für 
unsere Augen übersichtlichen Anordnung auszugsweise hier wieder 
gebe, lautet: 
‘ Immer unter der Voraussetzung, daß keine körperliche Auszahlung 
erfolgte. 
* vgl. das oben (S. 152f.) behandelte Beispiel P. Teb. II 367. 
® vgl. oben S. 155. Zu öitikuiv ist ébacpOùv zu ergänzen.
	        
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