Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil IL Korn-Giroverkehr. 
Die hinter der Überschrift folgende Liste enthält die Namen 
vieler Zahler, auf jeden Namen folgt die gezahlte Artabensumme. 
Vor jeder einzelnen Summe steht ein *òn*, wie in der Überschrift 
Dieses òh in der Liste wird vom Herausgeber mit Recht durch 
òri(^ocríujv) aufgelöst. Das òni^oaíujv kann aber nicht, wie dasjenige 
in der Überschrift, zwiefach aufgefaßt werden, vielmehr ist hier 
nur die Deutung, 'ùnèp òrmoaíiuv* möglich. Man muß übersetzen: 
Kastoras, Sohn des Kastoras, (hat gezahlt) für den Etats-Einnahme 
titel ‘ònpoíTÍujv’ X Artaben“ (vgl. Abschn. 36). Da ein òriiiióuioç 
TeujpTÓç, wie wir oben (S. 165) sahen, zugleich kútoikoç sein konnte, 
so konnte er auch für Rechnung zweier Titel, nämlich ònpocríuuv 
und KUTOÍKUJv, zahlen. Der gewissenhafte Bürobeamte setzt daher 
in der Liste, um keinen Zweifel über die Bestimmung der Steuer 
auf kommen zu lassen, vor jedem einzelnen Posten ein ÖH. Dieses òh 
findet sich in solchen Einnahmelisten öfter, z. B. auch im P. Lond. II 
S. 142 ff. Nr. 188, woselbst die Kol. 2 folgendermaßen beginnt ^ : 
AiGioTTOÛç ’Opcr£v[oú(p]eujç òh +— eí 
!EaTTpíuj[v] Zepnvou bh +— içt 
’ApívKiç2 TTeKjurieÍTOç bh +— i 
TTancri[ç] ’AprjTÍuuvoç bl +— l 
’l(TÍbuup[oç] rre[K]priÇpoç bH +— i 
usw. usw. 
Die Auflösung lautet nicht, wie Kenyon aaO. vorschlägt, bn- 
(pocriou) (d, i. TTupoO), sondern bîi(poô‘iujv) (d. i. TempyiDv), d. i. „für 
den Etats-Einnahmetitel *bripo<Jíujv feuupTmv’“. Die Anordnung der 
Liste ist also derart, daß zuerst der Name dessen steht, welcher 
die Zahlung geleistet hat, dahinter folgt der Steuertitel, für den 
die Zahlung erfolgt ist, an letzter Stelle endlich steht die Höhe 
der Zahlung. 
In Kol. 3 von P. Lond. H Nr. 188 beginnt mit Z. 62 ein neuer 
Abschnitt; die Liste der Staatsbauern ist dort zu Ende, es be 
ginnt die Liste der Katöken mit der Überschrift : KaTOÍKLu[v auioö], 
a)V TÒ K(aT)’ dvbpa. Darauf folgen wiederum Namen mit Artaben- 
mengen; vor jeder Artabenmenge steht nunmehr *K(aT0ÍKUJv)’, wo 
vorher *bri(poaiuuv)’ stand. 
Daß die Speicherbescheinigungen sorglos angefertigt wurden, 
zeigen zahlreiche grammatische Unrichtigkeiten. Auf Lässigkeit des 
‘ Die Sigel +— sind aufzulösen: (itupoO) (dpxdßai). 
* Berichtigung von Wilcken, Archiv III S. 241.
	        
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