Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  46.  Selbständige  Girobankbescheinigung.  221

TrévT€,  div  xpîç  Kupai  K(ai)  \€Kai  òúo,  xàç  Xomàç  àpT(upíou)
òpaxp(àç)  éSiÍKOvxa  kxX.
Es  wird  die  Bankfirma  mit  dem  Eingangsschlagworte  *dvxi-Tpacpov’
  verkuppelt  und  deshalb  hinter  der  Zeitangabe  nicht
nochmals  wiederholt.  Ebenso  ist  es  in  BGU.  415  (um  108
n.  Ohr.)  :
’AvxÍTpaqpov  [ò]iaTpa(q)tiç)  ànò  x[tiç  ]  Kai
[lajiôihpou  x[p]aTréZ:riç.  (’'Exouç)  [..  òeKÚjxou  AòxoKpáxopoç
K[aí]aapoç  Népoua  [TpaiavoO  Zeßadxoö]  repp[aviKoO]  Aqki-KoO,
  privòç  Néou  Zeß[aö‘xoü  ..].  'Qpíoiv  ZaxaßoOxog  kxX.
’ApputvÍLu  "Hpu)voç  àíréxeiv  aòxòv  kxX.
Auch  P.  Teb.  11  483  (94  n.  Chr.)  wird  ebenso  abgefaßt  sein,
wenn  auch  die  Herausgeber  von  dieser  Urkunde  nur  den  Anfang
mitgeteilt  haben  :  àvxÍTpacpov  òiaTpaqppç  òià  xpç  ’Acppoòiaíou  xpairéínç
d>avn[(Tí]ou.  Dagegen  ist  es  zweifelhaft,  ob  Grenfell  und  Hunt  in
P.  Teb.  II  395  (150  n.  Chr.)  den  Eingang  richtig  ergänzen  ;
1  [’AvxÍTpa((pov)].  ’'Exouç  xpiíTKaiòeKáxou  AòxoKpáxopoç
2  [Kaícrapoç]  Tíxou  AiXíou  ‘AòpiavoO  ’Avxiuveívou
3  [ZeßaaroJO  EudeßoOg,  Meaopf)  1.  Aid  xpç  MéXavoç
4  [xpaixéjÍTiç  dvxiKpuç  Tuxaíou.  Zuuxiípixoç
5  [  o]u  TTaTtTTÍujvi  kxX.
Hier  folgt  auf  die  Zeitangabe  die  Bankfirma,  und  es  ist  darum
nicht  sicher,  ob  in  der  Lücke  der  Zeile  1  ein  *àvxÍTpa((pov)’  zu
ergänzen  ist;  möglicherweise  hatte  der  Papyrusschreiber,  wie  so
oft,  zu  Anfang  der  Zeile  1  einen  geringen  leeren  Raum  gelassen,
bevor  er  mit  ‘ëxouç’  zu  schreiben  begann.  Gegen  eine  „Abschrift“
in  diesem  Falle  spricht  auch,  daß  der  Geldempfänger  Pappion  in
Z.  14  eigenhändig  die  Quittung  unter  die  Girobankbescheinigung
setzt  (siehe  oben  S.  213).  Wenn  auf  der  Rückseite  des  Papyrus
geschrieben  steht  (Z.  20):  dyxi[Tpa((pov)]  òiaçrxoX(flç?)  na7T<TTÍ>ujvoç
KxX.,  so  ist  zu  berücksichtigen,  daß  das  erste  Wort  unsicher  gelesen ­
  worden  ist^.
Wir  sahen,  daß  die  selbständige  Girobankbescheinigung  durch
Hineinarbeiten  von  allerlei  Zusätzen  über  die  Art  der  Abmachungen
sich  gern  erweitert.  Dadurch  erhält  die  selbständige  Girobankbescheinigung ­
  einen  Anflug  von  notarieller  Urkundenform.  Andererseits

‘  Die  inhaltliche  Erklärung  der  Urkunde  P.  Teb.  II  395  siehe  unten  S.  225.
            
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