Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil III. Geld-Giroverkehr. 
auch bei Geldzahlungen ein solcher Fernverkehr vorhanden war. 
Freilich besitzen wir nur spärliche Zeugnisse. 
Ein Beispiel ist BGU. 1064 (um 278 n. Ohr.). Hier werden 
durch die Bank in Oxyrhynchos an einen Gläubiger 60 000 Drachmen 
zurückgezahlt, die der Schuldner in einer anderen Stadt, in Her- 
mupolis, offenbar ebenfalls durch die Bank, empfangen hatte (siehe 
S. 204 f.). Ein anderes Beispiel scheint BGU. 445 (um 149 n. Ohr.) 
zu sein. Die Erklärung dieser Urkunde wird im Abschn. 66 ge 
geben werden. 
Ein Zeugnis für den Fernverkehr einer Stadtgemeinde 
ist P. Fay. 87 (155 n. Chr.). Diese Urkunde ist ein Quittungs 
bogen i, ausgestellt von einer Bank im Dorfe Euhemereia über 
fortlaufend bei dieser Bank für Rechnung eines städtischen Be 
amten in Alexandreia eingezahlte Geldbeträge. 
’'Etouç in AÒTOKpáTopoç Kaíuapoç Tirou Ai\í[o]u Aòpia- 
voO Avrujveívou ZeßadroO EuaeßoOg, M€x(eip) xZ. ’Enoín- 
(jev èrri T(nv) Tirou <Í>X(aouiou) Eúrux(iòou) rpá7T(e- 
lav) EuòaijLiiJuv lapamuuvoç K(ai) |Liérox(oi) èmrnpnTai urrap- 
XÓvroiv OÏKOU TTÓXeiuç AXeSavòpéujv (upórepov) ’louXiou ’A- 
(jKXnmáòou (piXoô‘ócpo(u) ôvriuv nepí KiújLi(nv) Eònpepeiav eiç 
qpópo(v) il (êrouç) ráXavr[o]v êv xai òpax(pàç) rerpa- 
xKTxeiXiaç, èni rip rò icrov èv ’AXeSavòpeia òoOfjvai 
riu 67TÍ rújv crr€|i|Liárujv upoxexiÍpiffiLiéviu), Y(ivovrai) 
(ráXavrov) a (òpaxpai) 8. ’Eneiqp n ó aúr(òç) x(al) |Liérox(oi) 
óm(oíujç) eiç (pópo(v) iZ (Irouç) ráXavrov iv x(ai) òpax(|iàç) 
xeiXiaç rerpaxocriaç, Y(ivovrai) luç TTpóx(eirai) xrX. 
In Euhemereia lagen hiernach Güter, die früher dem Philo 
sophen Asklepiades gehört hatten und in den Besitz der Stadt 
gemeinde von Alexandreia übergegangen waren; sie wurden von 
èmrnpnTcti verwaltet. Die Stadtgemeinde von Alexandreia hatte 
angeordnet, daß die Einkünfte aus diesen Gütern zu besonderen 
Zwecken verwendet werden, und zwar zur Verfügung des èiri riûv 
(Treppariuv. Sobald nun die Gutsverwalter einen größeren Posten 
Geldes flüssig gemacht haben, zahlen sie den Betrag bei der 
Bank des Eutychides in Euhemereia für Rechnung des èiri tújv 
aremuáriuv in Alexandreia ein. Bei jeder neuen Zahlung bringen 
sie den Quittungsbogen (unseren Papyrus) wieder mit und lassen 
‘ P. Straßb. I S. 29.
	        
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