Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  70.  Selbständiger  Girobankvertrag  von  Hermupolis.  349

dahin,  daß  das  IcTxov,  welches  bei  dem  letzteren  die  Hauptsache
bildet,  bei  dem  ersteren  bisweilen  ganz  verschwindet,  um  dem
TtéirpaKa  Kai  ßeßauhcujü  od.  ähnl.  den  Platz  übrig  zu  lassen.  Das
Verschwinden  des  Idxov  in  der  Unterschrift  des  Geldempfängers
ist  nicht  unbedenklich,  obwohl  das  ëffxov  regelmäßig  bereits  im
Körper  der  (jTroTpaqpfj  sich  vorfindet  ^
Auf  die  Unterschrift  des  Geldempfängers  folgt  die  Unterschrift ­
  des  Geldzahlers.  Hier  erscheint  das  Schlagwort  ègiubíacra,
„ich  habe  im  Girowege  gezahlt“,  als  Gegenstück  zu  jenem  Schlagworte ­
  ëaxov.  Wie  aber  das  ëffxov  bisweilen  fortfällt,  so  auch  das
èHujòíada,  und  wir  finden  dann  lediglich  die  unterschriftliche
Erklärung  des  Geldzahlers,  daß  er  mit  den  Abmachungen  des  Vertrages ­
  einverstanden  sei.
In  den  nachfolgenden  Beispielen  für  die  Unterschriften  beider
Partner  unterhalb  der  vnoTpacpp  in  selbständigen  Girobankverträgen
aus  Hermupolis  ist  A  der  Geldempfänger,  B  der  Geldzahler.

Belegstelle

Jahr

A

B

P.  Lond.  III
S.  151
Nr.  1158,17
P-  Lips.  I  3
Kol.  I,  16
P-  Mel.  Nicole
S.  196
P-  Fior.  I
28,  21

um  227

256
um  204

179

P-  Lond.  III  211
S.  148
Nr.  932,  24
P-  Fior.  I  48  222

P-  Giss.
Inv.-Nr.123
(Archiv  V

188

iréTTpaKa  Kai  àiréaxov  tíjv  tiphv
  Kai  ßeßaxibau)  ibç  irpÓKi-T[a]i

iré-irpaKa  Kai  àiréôxov  T^v  tipf|v
  Kai  ßeßeiböu)  ibç  -irpÓKeiTai
irétrpaKa  Kai  [irapabüjöuj]  tòç
àpoúpaç  Kai  ßeßaiibaw  ibç
TtpÓK[eiTai]
ëôxov  Kai  [à]  TT  o  b  lúa  cu  xàç  toO
[KeqpaXaiou  Kai  tôkou  àpTupiou
bpaxixàç  x]  kt\.
oÙK  évKaXcù  où  b'  évKaXëauu  ibç
irpoKCixai
(Erbauseinandersetzun  g.)
àirëaxov  Kai  -itepiéXuaa*  Kai  <(oùbèv>
  [ëvKajXûi  ibç  -trpÔKeixai
àiréaxov  Kai  -rrepiëXuaa  üjç  irpó-Keixai


(bat  nicht  unterschrieben; ­
  vgl.
oben  S.  347.)
ëSuubiaaa  lúç  upó-KEixai.

[weggebrochen.]

[weggebrochen.]

àuapevóxXTixóv
ae  uoiriacu  lúç
-rrpÓKVxai.
êScubíaaaiúç  irpó-Kixai.

êSiubíaaaiúç  -irpó-Kixai.


S.  133  f.)

‘  Im  P.  Mél.  Nicole  S.  195  (um  204  n.  Chr.)  steckt  das  laxov  in  der
ncke  der  Z.  6  unter  B  (Körper  der  úuoYpaipri),  also  etwa  ;  ^(ívovxai)  àp[Y(u-Pioa)
  (bpaxpai)  ácp,  âç  Kai  àiréaxopev  bià]  xpairéíriç  uapà  xfjç  iúvou|Liévriç
K[nx]á  [x]r)vbe  xf|[v]  biaypaqpi^v  kxX.
*  Das  nähere  über  die  irepíXuaiç-Urkunden  siehe  im  Abschn.  99.
            
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