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Teil IV. Girobanknotariat.
darauf, Vorbehalte zu machen (siehe Abschn. 78). Liegt ein
notarielles Testament vor, so muß in der Regel auch der ererbte
Besitz im Besitzamte verbucht stehen, und in diesem Falle prüft
das Besitzamt die Berechtigung des Erben auf Grund der im Be
sitzamte beruhenden Urkunden.
In BGU. 919 (2. Jahrh. n. Chr.), einer freiwilligen a-rroTpacpfi
über ererbten Besitz, sagt die Erbin (Z. 7 ff.) :
’A'n:o[Tpá]qpo)Liai xà èXr|\ij[0ó]Ta íç pe otirò K\ripo[vopí]aç
Tújv ópo7Ta[T]p[í]iJuv Kal [ópop]nTpí[iJUv] pou àòeXqpúJV T[u]páv-
vou Ktti ’AXepoOioç ¿[pjcpoxépuuv âqpnX[ÍK]ujv xexeXeuxriKÓxuj[v]
èix’ èpoi póvri KXnpovópuj, àTroTeTpapp[é]viuy òià
xií)v TTpò üpuùv ßißXio((puXaKiJuv), pexà TT[pjo0eçrp(íav)
XOÛ pèv Topávvou ppiffu pép[o]ç [K]Xnp[o]u KaxoiK(iKOÔ)
dpoupôjv ÒÉKa KxX.
Die Erbin hat den Besitz von ihren in jugendlichem Alter
verstorbenen zwei Geschwistern geerbt; sie betont, daß diese beiden
Erblasser eine dTroTpaqpn an die Vorgänger der jetzigen Direktoren
des Besitzamtes eingereicht haben. Man kann hier schwanken, ob
diese dixoTpacpn eine diroYpaqpri von Besitzurkunden ^ oder eine
duoTpaqpn des Testamentes war. Ich möchte der letzteren Möglich
keit den Vorzug geben, weil das Testament es ist, welches die
jetzige Erbberechtigung beweisen soll, während die Hinterlegung
von Besitzurkunden seitens des Erblassers auf die Erbberechtigung
keinerlei' Einfluß hat.
Ein Gegenstück zu dieser Urkunde ist P. Oxy. III 637 (109
n. Chr.)3. Hier heißt es: dnoTpdcpopai oüxuüç (verschrieben statt
xrpújxujç?) Kttxd xd irpocrxexaYpéva xò KaxpvxriKÒç eïç pe eE òvópaxoç
XOÛ TTttxpòç ... pf| dnoYpaipapévou, dKoXoú0uuç ^ ireTroírixai irepi
KaxaXeívpeuuç ópoXoYÍa òid Ypacpíou TaXaib kxX. Die Worte pf| dno-
Ypaipapévou scheinen sich auch hier auf das Testament zu beziehen.
Nicht die d-rroYpaqpp seiner Besitzurkunden, sondern die dnoYpaqpfi
der letztwilligen Verfügung hat der Vater unterlassen. Bei alle
dem aber ist die letztwillige Verfügung vor dem Staatsnotariate
* Über die Frist zwischen dem Tode des Erblassers und der Ein
reichung einer diroYpaqpri des Erben siehe Eger, Zum ägypt. Grundbuchwesen
S. 126 Anm. 1.
* So anscheinend Eger, Zum ägypt. Grundbuchwesen S. 126 Anm. 3.
® Die Urkunde ist von den Herausgebern nur im Auszuge veröffentlicht
worden.