Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

388

Teil  IV.  Girobanknotariat.

darauf,  Vorbehalte  zu  machen  (siehe  Abschn.  78).  Liegt  ein
notarielles  Testament  vor,  so  muß  in  der  Regel  auch  der  ererbte
Besitz  im  Besitzamte  verbucht  stehen,  und  in  diesem  Falle  prüft
das  Besitzamt  die  Berechtigung  des  Erben  auf  Grund  der  im  Besitzamte ­
  beruhenden  Urkunden.
In  BGU.  919  (2.  Jahrh.  n.  Chr.),  einer  freiwilligen  a-rroTpacpfi
über  ererbten  Besitz,  sagt  die  Erbin  (Z.  7  ff.)  :
’A'n:o[Tpá]qpo)Liai  xà  èXr|\ij[0ó]Ta  íç  pe  otirò  K\ripo[vopí]aç
Tújv  ópo7Ta[T]p[í]iJuv  Kal  [ópop]nTpí[iJUv]  pou  àòeXqpúJV  T[u]pávvou
  Ktti  ’AXepoOioç  ¿[pjcpoxépuuv  âqpnX[ÍK]ujv  xexeXeuxriKÓxuj[v]
èix’  èpoi  póvri  KXnpovópuj,  àTroTeTpapp[é]viuy  òià
xií)v  TTpò  üpuùv  ßißXio((puXaKiJuv),  pexà  TT[pjo0eçrp(íav)
XOÛ  pèv  Topávvou  ppiffu  pép[o]ç  [K]Xnp[o]u  KaxoiK(iKOÔ)
dpoupôjv  ÒÉKa  KxX.
Die  Erbin  hat  den  Besitz  von  ihren  in  jugendlichem  Alter
verstorbenen  zwei  Geschwistern  geerbt;  sie  betont,  daß  diese  beiden
Erblasser  eine  dTroTpaqpn  an  die  Vorgänger  der  jetzigen  Direktoren
des  Besitzamtes  eingereicht  haben.  Man  kann  hier  schwanken,  ob
diese  dixoTpacpn  eine  diroYpaqpri  von  Besitzurkunden  ^  oder  eine
duoTpaqpn  des  Testamentes  war.  Ich  möchte  der  letzteren  Möglichkeit ­
  den  Vorzug  geben,  weil  das  Testament  es  ist,  welches  die
jetzige  Erbberechtigung  beweisen  soll,  während  die  Hinterlegung
von  Besitzurkunden  seitens  des  Erblassers  auf  die  Erbberechtigung
keinerlei'  Einfluß  hat.
Ein  Gegenstück  zu  dieser  Urkunde  ist  P.  Oxy.  III  637  (109
n.  Chr.)3.  Hier  heißt  es:  dnoTpdcpopai  oüxuüç  (verschrieben  statt
xrpújxujç?)  Kttxd  xd  irpocrxexaYpéva  xò  KaxpvxriKÒç  eïç  pe  eE  òvópaxoç
XOÛ  TTttxpòç  ...  pf|  dnoYpaipapévou,  dKoXoú0uuç  ^  ireTroírixai  irepi
KaxaXeívpeuuç  ópoXoYÍa  òid  Ypacpíou  TaXaib  kxX.  Die  Worte  pf|  dno-Ypaipapévou
  scheinen  sich  auch  hier  auf  das  Testament  zu  beziehen.
Nicht  die  d-rroYpaqpp  seiner  Besitzurkunden,  sondern  die  dnoYpaqpfi
der  letztwilligen  Verfügung  hat  der  Vater  unterlassen.  Bei  alledem ­
  aber  ist  die  letztwillige  Verfügung  vor  dem  Staatsnotariate

*  Über  die  Frist  zwischen  dem  Tode  des  Erblassers  und  der  Einreichung ­
  einer  diroYpaqpri  des  Erben  siehe  Eger,  Zum  ägypt.  Grundbuchwesen
S.  126  Anm.  1.
*  So  anscheinend  Eger,  Zum  ägypt.  Grundbuchwesen  S.  126  Anm.  3.
®  Die  Urkunde  ist  von  den  Herausgebern  nur  im  Auszuge  veröffentlicht
worden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.