Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  IV.  Girobanknotariat.

(Rückseite,  Hand  3):  ’A[7r]oxii  ßiß\(io(puXaKog)  èv  TTarpi-Koîç
  ßtß\io8(nKng)  ..  [  ]  â[Tr]ò  'Aòp[ia]voú  m  êiuç  OapevújO
ò  àv  TÓpoiç  8.
Zu  deutsch:  „Absender:  Philiskos,  Stratege  des  Mendesisehen
Gaues.  Gegenstand  :  Avaypaepn  von  Akten,  die  an  das  Staatsarchiv
zu  Patrika  eingesandt^  werden,  für  das  Jahr  20  des  Hadrian,  unseres ­
  Kaisers  und  Herrn.  Die  Akten  umfassen  folgende  Zeiträume:
ein  Band  vom  21.  Hadrianos  (Choiak)  bis  zum  21..Tybi,
ein  Band  vom  22.  Tybi  bis  zum  5.  Mecheir,
ein  Band  vom  6.  Mecheir  bis  zum  21.  desselben  Monats,  sowie
ein  Band  vom  22.  Mecheir  bis  zum  4.  Phamenoth,
das  sind  zusammen  4  Aktenbände  (Aktenrollen).  Im  Jahre  20  des
Imperator  Caesar  Traianus  Hadrianus  Augustus,  am  16.  (?)  Pharmuthi.
(Hand  2)  Ich,  D  habe  die  vorbenannten  Akten  in  vier
Rollen  (Bänden)  erhalten.  (Hand  3)  Ich,  Marcus  Ulpius  Phainippos
Tryphonianus,  Direktor  des  Staatsarchives,  (bescheinige  hiermit),
daß  die  vorbenannten  vier  Rollen,  schreibe  4,  von  den  Registraturbeamten ­
  ^  (des  Staatsarchives)  in  Empfang  genommen  sind.  Im
Jahre  20  des  Imperator  Caesar  Traianus  Hadrianus  Augustus,  am
20.  Pharmuthi.  4  Rollen.  (Rückseite  des  Papyrus,  Hand  3):  Quittung
des  Direktors  des  Staatsarchives  zu  Patrika  (über  Akten  umfassend
den  Zeitraum)  vom  21.  Hadrianus  bis  zum  4.  Phamenoth,  enthalten
in  4  Rollen.“
Die  Hand  2  ist  vermutlich  die  Hand  des  Botenmeisters,  der
dieses  Schreiben  zusammen  mit  den  4  Aktenrollen  vom  Strategen
in  Empfang  nimmt  und  an  das  Staatsarchiv  zu  Patrika  überbringt.
Schubart  vermutet3,  daß  Patrika  in  Alexandreia  zu  suchen
sei,  indem  er  zugleich  auf  BGU.  981  (78  n.  Chr.)  verweist,  woselbst
ebenfalls  vom  Einsenden  gewisser  Amtsakten,  und  zwar  aus  Diospolis
  parva,  an  das  Staatsarchiv  von  Patrika  die  Rede  ist  (Kol.  I
8ff.):  ?Ti  òè  K[ai]  Kaiaxmpeiv  eiç  [  ]  XçYicmípia  Kai
[rjnv  [è]|u  TTarpiKoîç  ßiß\io6f|K(r)v)  [rà  Tf|ç  túHcujç]  ßißXia  ktX.  Wie
mir  Wileken  mitteilt,  ist  es  in  einem  noch  nicht  veröffentlichten
Leipziger  Papyrus  der  Stratege  von  Koptos,  welcher  Amtsakten
nach  Patrika  schickt.  Daß  Patrika  in  Alexandreia  zu  suchen  sei,  ist
somit  sicher.
1  Über  die  Bedeutung  von  KaraxwpiZeiv  siehe  Abschn.  89.
2  irpoaipéTriç  ist  „der,  welcher  hervorholt“  (Robert,  Hermes  20  S.  460
Anm.  1).
^  Archiv  V  S.  70  Anm.  4.
            
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