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Abschn. 98. Lehengrandbuch.
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Der Besitzwechsel kann, weil der Katöke Lehensträger ist,
nicht durch Kauf vor sich gehen; der Besitzwechsel geschieht
vielmehr in Form einer Besitzabtretung (Trapaxújprjmçi). Diese
Abtretung (Zession 2) ist freilich im Grunde genommen nichts an
deres als ein Kauf. Für die Abtretung wird eine Abfindungs
summe gezahlt, die man TrapaxujpriTiKÒv KetpáXaiov® nannte;
doch findet man, da das Lehen dem Privatlande fast gleichgeachtet
wurdet, auch den Ausdruck Tiinn». Aus demselben Grunde steht
öfter TrenpaKévai ® statt napaxexwpriKévm oder sogar TTcirpaKévai Kai
TrapttKexujpTiKévai und es wird öfter nicht nur die Kpairicriç, sondern
auch die Kupeia® übereignet.
Die Abtretung wird in der Katöken-Kechenkammer des Gaues
verwaltungsdienstlich dadurch zum Abschlüsse gebracht, daß im
Lehengrundbuche auf der Seite, woselbst das abzutretende Lehen ver
bucht steht, der bisherige Lehensmann gestrichen und dafür der neue
Lehensmann eingetragen wird. Diese Umbuchung ist die juexeTri-
Tpacpii®. Der neue Besitzer eines Katökenlehens® empfängt infolge
der peTeTTiYpacpii die Katökeneigenschaft und tritt damit als Mit
glied der KaToiKiKn xáHiç in den Genuß der Katökengerechtsame. Für
jede Umbuchung war ein xéXoç KaxaXoxicrpOùv zu entrichten^®.
Ein Vertrag über die Trapaxibpricriç eines Katökenlehens ist
CPR. 1 (um 84 n. Ohr.). Der Text lautet im Auszuge:
S. 106 und Festschrift für Hirschfeld S. 144 Anm. 1, spricht richtig von einem
Grandhuche der Katöken.
‘ Bisweilen findet man auch die Ausdrücke (Juvxthpriaiç (P. Oxy. II
273,10) und éKxihpndiç (CPR. 8, 8).
* vgl. Eger, Zum ägypt. Grundbuchwesen S. 104 f.
^ z. B. BGU. 906,19 (um 35 n. Chr.) ; 709,27 (Pius) ; 233,9 (Marcus) usw.
* siehe oben S. 315 Anm. 1 und S. 496.
® z. B. P. Amh. II 95, 5 (109 n. Chr.); P. Mél. Nicole S. 195, 5 (um
204 n. Chr.) ; BGU. 379, 16 (67 n. Chr.).
® z. B. P. Amh. II 95, 3 ; P. Mél. Nicole S. 194, 2 (ireitpdKapev).
: CPR. 59,13 (um 220 n. Chr.).
* Paul M. Meyer, Heerwesen S. 107 ; Festschrift für Hirschfeld S. 144
Anm. 1; Lewald, Grandbuchrecht S. 62 Anm. 5; Eger, Zum ägypt. Grund
buchwesen S. 35 Anm. 2.
* Auch im Delta gab es Katökenlehen. BGU. 1129 (13 v. Chr.) wird ein
Katökengrundstück im busiritischen Gaue durch TrapoxibpTimç „verkauft“ ; dabei
werden auch hier die Kaxokoxiopoi und das peTeiriYpdípeõGai erwähnt (Z. 26 f.).
* “ Grenfell und Hunt, P.Teb. H 357,3 Anm. ; BGU. 340,18 (um 149 n. Chr.) ;
328, 26 (um 139 n. Chr.).
“ Weitere Beispiele: BGU. 883 (2. Jahrh. n.Chr.); 1048 (1. Jahrh. n.Chr.);
CPR. 188 (1./2. Jahrh. n. Chr.) usw.