Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  98.  Lehengrundbuch.

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Né(JTo(u)  è7ToÍKio(v)  Tf|(ç)  'HpaKXeíòo(u)  |iepíòo(ç)  KXií(pou)
K(aT)9iKiKOÚ  àpoúpaç  xécraapaç,  ßouXojuai  Trapaxiwpncrai
'HpaxXeíòni  AiOYévouç  to(ú)  ’ApiAujvíou  XujaiKO(J|LieÍLUi  túj  xai
’AXBaieÍ  à7ToyeTp(ap)uiévLu)  ^  toíç  irpoiépoiç  xaGapàç  àitò  ôqpei-Xflç
  ineoeiieíaç  uavTÒç  òievTuiípaioç  uapaxujpr|Tixo(ú)  [(òpax-|iújv)]
  òixeiXíuuv  TeTpaxoaícuv.  Aiò  èmòíòu)jLii,  õítujç  èmcriaXíii,
ibç  xa0ó[xei].
Zu  deutsch:  „Sarapion,  {Bürobeamter  des  Besitzamtes).  Greprüft^
  !  Jahr  13  unseres  Herrn  des  Hadrianus  Caesar,  am  7.  Mecheir.
An  Dionysios  und  Theon,  weüand  Gymnasiarchen,  Direktoren
des  Besitzamtes  des  arsinoitischen  Gaues,  von  Gains  Valerius  Maior.
Ich  habe  zu  euren  Händen  am  heutigen  Tage  ein  Katökenlehen
von  vier  Aruren  vermeldet,  welches  in  der  Gemarkung  des  Nestos-Vorwerkes
  im  heraklidischen  Kreise  liegt.  Dieses  Lehen  will  ich
abtreten  an  Herakleides,  Sohn  des  Diogenes,  Enkel  des  Ammonios,
Mitglied  der  sosikosmischen  Phyle  und  des  althaiischen  Demos,
der  den  früheren  (Direktoren  des  Besitzamtes  seinen  Besitz)  vermeldet ­
  hat  3.  Die  Aruren  sind  frei  von  Schuld,  Pfandschaft  und
jeglicher  Bürgschaft.  Die  Abfindungssumme  beträgt  2400  Drachmen,
Somit  reiche  ich  diesen  Antrag  ein,  damit  das  èTrícrraXiua  (an  das
Notariat)  erteilt  werde,  wie  es  die  Vorschrift  erheischt“.
Wir  haben  uns  vorzustellen,  daß  der  an  das  Besitzamt  gerichtete ­
  Antrag,  das  èTrícTTaXjLia  für  das  Notariat  zu  erteilen,  der
allererste  Schritt  war,  den  man  im  Falle  einer  Veräußerung
zu  tun  hatte.  Es  folgt  das  aus  P.  Fay.  154  (1.12.  Jahrh.  n.  Chr.);
die  Herausgeber  Grenfell  und  Hunt,  welche  von  dieser  Urkunde
nur  einen  Auszug  bringen,  sagen  :  request  addressed  to  the  ßißXio-(púXaxeç
  èvxTiíaeiuv  Apô‘i(voÍTou)  by  a  woman,  with  her  son  Sambas
as  xúpioç,  who  wished  to  alienate  òià  tu)v  [  xaxa]-Xoxi[<7p]0l)V
  a  vineyard”.  Darnach  hat  zur  Zeit  dieses  Antrages
die  Einreichung  der  Urkunde  I  an  die  Rechenkammer  noch  nicht
stattgefunden.  Es  ist  also  möglich,  daß  die  Worte  ‘ßouXopai  irapa-XmpfjcTai*
  in  P.  Lond.  H  S.  151  Nr.  300  nicht  auf  die  Urkunde  II,
sondern  auf  die  Urkunde  I  hinzielen;  immerhin  aber  ist  zu  beachten, ­
  daß  der  Antrag  selber  die  Erteilung  des  èTtíuxaXina  behufs
Errichtung  der  Urkunde  II  zum  Zwecke  hat.
’  Auflösung  von  Eger,  Zum  ägypt.  Grundbuchwesen  S.  80  Anm.  5.
*  vgl.  oben  S.  304  und  455.
®  d.  h.  Herakleides  steht  als  Besitzer  bereits  anderweitig  im  Besitzamte
verbucht.
            
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