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Logik und Kategorienlehre.
als das Verständnis des Gesetzes, das den empirischen Zusammen-
hang der Erscheinungen regelt. Statt dessen wird hier gerade
die konstante und regelmässige Aufeinanderfolge und Abhängig-
keit zweier Gruppen von Phaenomenen als unzureichend für den
achten Begriff der Kausalität verworfen. Es gilt nicht lediglich
diese Wechselbedingtheit, es gilt die innere Macht zu verstehen,
die ein bestimmtes Ereignis zu erschaffen und eine bestimmte Aen-
derung zu erwirken vermag. Wenn unsere innere Erfahrung
uns diesen Einblick nirgends verstattet, so zeigt sich ebendarin, dass
Jas „Ich“ nicht den Charakter einer wahrhalten, selbsttätigen Ur-
sache hat: „ego non facio id, quod quomodo fiat nescio“,%) Das
Selbst des Menschen steht der äusseren Welt, deren Geschehen an
‘este mechanische Gesetze gebunden ist, als blosser, untätiger Zu-
schauer gegenüber. Zur Erklärung jeder wirklichen Veränderung
— mag es sich nun um das körperliche oder das geistige Geschehen,
um die Uebertragung der Bewegung oder das Entstehen der Ge-
janken und Willensakte handeln — müssen wir daher stets auf die
ınmittelbare göttliche Wirksamkeit zurückgreifen. Der Zusammen-
aang freilich, der zwischen dem göttlichen Willen und seinem
Orfolge besteht, bleibt vom Standpunkt unserer Erkenntnis nicht
minder unfasslich und unaussprechlich: es muss genügen, dass
ar dem höchsten, absoluten Verstande gegenwärtig und begreiflich
‚st.31) Wir sehen somit, dass die Entwicklung hier den entgegen-
zesetzten Weg nimmt, als nach den ersten gedanklichen Ansätzen
zu erwarten war: ein absoluter, metaphysischer Begriff der
Ursächlichkeit dient dazu, unser Urteil über die empirischen Zu-
sammenhänge zu messen und zu berichtigen. Und das Endergeb-
ais, das uns hier entgegentritt, ist auch für die Stellung, die dem
Erkenntnisproblem zuletzt zugewiesen wird, bezeichnend: der
reist, dem jede wahrhafte Selbstbestimmung abgesprochen ist,
vermag auch nicht das Bild der Erfahrungswirklichkeit aus sich
zu gestalten und ihr Gesetz aus sich hervorsehen 7u lassen —
Die Erkenntnistheorie des Geulincx bildet in ihrer positiven
ınd entscheidenden Leistung, wie in der Begrenzung, die ihr von
Anfang an gesetzt war, keine vereinzelte und alleinstehende ge-
schichtliche Erscheinung. Sie ist das Symptom einer umfassenden