Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil II. Korn-Giroverkehr. 
kein Grand vor, die räumliche Mischung aller Giro-Gut 
habenbestände mit den staatlichen Beständen als unmög 
lich zu bezeichnen. Sicheres aber wissen wir nicht. 
Über die Bauart der Speicher vgl.Wilcken, Ostraka I S. 65Off. 
und Erman, Ägypten S. 576 f. Jeder Speicherbau zerfiel in eine 
Anzahl von Einzelkammern, die eine obere Öffnung zum Hinein 
füllen und eine untere Öffnung zum Herausnehmen des Getreides 
besaßen. Mehrere solcher Speicherbauten, die dicht bei einander 
lagen, bildeten zusammen „den Staatsspeicher“. Die Zerteilung in 
Einzelkammern geschah, um das Getreide luftiger lagern und einen 
Einzelraum leichter entleeren zu können, wenn es nötig wurde, 
Getreide zu besseren Erhaltung an die Luft zu bringen und um 
zuschaufeln (vgl. die Gebühr peiaßoXfi? im Abschn. 26). Ein Beweis 
für die getrennte Lagerung der Giroguthaben sind die Einzel 
kammern nicht. 
Abschnitt 17. 
Siammeinlage. 
Das Giroguthaben bei einem Staatsspeicher wurde durch Ein 
zahlung einer bestimmten Kornmenge gebildet. Die Kornmenge 
bleibt Privateigentum des Guthabers. Ohne eine solche Stamm 
einlage sind Giroanweisungen unmöglich. Das Hinterlegen nennt 
man OepaxiCeiv, das Giroguthaben heißt Oépa. Das Oépa bildet 
für den Staatsspeicher eine Buchschuld, über die, getrennt von 
den Abrechnungen über Staatskorn, Rechnung gelegt werden muß. 
Jeder Guthaber besitzt ein besonderes Konto. 
Eine Quittung des Staatsspeichers über Einzahlung von acht 
Artaben 4 Choinikes seitens des Guthabers zur Vergrößerung 
seines Stammguthabens scheint P. Oxy. I 90 (um 179 n. Chr.) 
zu sein: 
MeiLié(TpTiKev) ^ îç tò ÒTi(iaócriov) (irupoO) Tevn(iaaToç) toO 
òi€X(0óvToç) i9 (Ctouç) AòpnXíuuv ’Avtujvívou kuI Koppóòou 
K[a]icrápuuv tújv Kupíuuv (òià) ^(ToXÓTmv)^ Aiß0(?) T07T(ap- 
XÍaç) [.]epu( )* TÓTr(uuv) KXâpoç Aibópou àTOpavo|Liií((Jaç) 
[0]é|a(a) dpxaßai^ ôkxò x(oíviKaç) ò, Y(ívovxai) (nupoO) (àpxá- 
ßai) Î1 x(oíviKeç) ò. AioT(évT]ç) ai(xoXÓToç) (Jecrnp(€ÍiJU|uiai). 
‘ Laut Berichtigung von Wilcken, Archiv I S. 128. 
* vgl. P. Oxy. II S. 319. 
* In [.]€pu( ) steckt ein Dorfname; vgl. z. B. P. Oxy. UI 614: bt(dt) 
<n(ToXÓTUJv) Ãvuj Ton(apxíaç) Gihoßew? tótt(ujv). 
* 1. dpToißa?.
	        
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