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Teil IL Korn-Giroverkehr.
Beikosten. Man ersieht das aus P. Oxy. III 640: xaGapòv àrrò
Tráuriç òa-rrávriç. Es sollen demnach von dem Pachtzinse keine
Beikosten (Fährlohn, Meßgebühr, Schreibgebühr u. dgl.) in Abzug
gebracht werden, vielmehr soll der Pachtzins dem Verpächter zum
Vollwerte zufließen.
Im Pachtverträge P. Amh. II 89, 6ff. (121 n. Chr.) stellt der
Verpächter die Bedingung: xòv pèv 7r[upòv] petpiicriç eiç toùç bnpo-
criouç 0ncr(aupoùç) piav ’AGrjvaiou àvTi piav ôox(ikoû). In P. Amh. U
87, 18ff. (125 n. Chr.) lautet die Stelle ähnlich: âç (d. i. dpraßa?)
Kttl peTpfjffeiç poi eîç xoùç òripoaíouç 0n(Taupoùç xôj ôpovxi Kaiptu
KOI èTroiueiç poi péxpnmv pîav ’A0rivaiuj àvxi piâç òoxikúj. Das alles
sind Zahlungen auf das Girokonto des Verpächters. Im Pacht
verträge P. Oxy. III 501 (187 n. Chr.) wird besonders ausbedungen
(Z. 17 ff.), daß die Pachtung gelten solle :
èîTi xf|v xexpaexiav kux’ Ixoç rrupoO èv Oépaxi dpxaßujv
ÔKXÙJ Kai òpaxpújv xe(y(TapáK(ovxa), ópoXoTeí òè ó pepiuOm-
pévoç ô(p6Í\eiv xoîç teoúxoiç XoiiroTpaqpíav xoO aúxoO èòácpouç
x[o]ú xrapeXOóvxoç êxouç xrupoO dpxdßa[s] xpeíç, wv Oépa
àvaòiúcrei ó p[e]|Liicr0uupév(oç) xip èvecrxaixi Ixei ãpa xô» xújv
èKqpopíouv 0é|Liaxi kxX.
Es soll mithin der Pächter alljährlich den Pachtzins von
8 Artaben Weizen an den Staatsspeicher abführen zur Gutschrift
auf das Girokonto der Verpächter; eine ältere Restschuld von
3 Artaben soll auf demselben Wege beglichen werden. Außer
den 8 Artaben bestand der Pachtzins jährlich noch in 40 Drachmen
Bargeld, die offenbar auf das Geld-Girokonto der Verpächter bei
einer dem Pächter bekannten Bank einzuzahlen waren.
P. Lond. in S. 139 Nr. 1223 (121 n. Chr.) ist ein Pacht
angebot, ausgehend von einer aus sechs Männern bestehenden
Pächterfirma und gerichtet an den Großgrundbesitzer Marcus
Antonius Pallas. Gegenstand der Pacht sind rund 111 Aruren
Ackerland, die einen Teil der Domäne (Z. 14: oùaiaç) des Pallas
im hermopolitischen Gaue bilden; die Pachtzeit beträgt zwei Jahre.
In dem Pachtangebote verpflichtet sich die Firma zur Zahlung der
Pachtzinsen, die in Weizen, Gerste und Bargeld zahlbar sein sollen,
in folgender Weise (Z. 12ff.): xà Ò’ èKqpópia dTrobwcropev Kax’ Ixoç
èv XLÙ TTaûvi K(ai) ’Eneicp èS àXXnXerfùriÇ, tôv ¡aèv irupòv
eîç xoùç òriMO(TÍouç OqUaupouç, xô ôè àpTÙpiov K(aî) xf|v
Kpi0f|v xoîç xfjç oùcTiaç oÍKovó|Lioiç kxX. Die Firma verspricht
also den Pachtzins wie folgt abzuführen: den Weizen an den