Full text : Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

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Für  unser  Volk  und  unsere  Volkswirtschaft  hat  eine  solche
Entwicklung  die  ungünstigsten  Folgen.  Der  Mensch  bedarf  zu
seiner  Ernährung  einer  gewissen  Menge  Fett.  Insbesondere
mutz  den  körperlich  schwer  arbeitenden  Volkskreisen  das  zur  Ersetzung ­
  der  verbrauchten  Körperkraft  Notwendige  unbedingt  zugeführt ­
  werden.  Einerseits  um  ihre  Gesundheit  nicht  zu  gefährden, ­
  andererseits  um  sie  fähig  zu  erhalten,  dauernd  ihre
Arbeit  verrichten  zu  können.  Die  Arbeiter  werden  jetzt  während
des  Krieges  durchweg  in  einer  Weise  angespannt,  daß  sie  einer
kräftigen  Nahrung  dringend  bedürfen.  Ganz  besonders  ist  das
im  Bergbau  der  Fall.  Hier  soll  mit  möglichst  wenigen  Kräften
viel  gefördert  werden.  Wird  nicht  für  eine  ausreichende  Ernährung ­
  der  Bergarbeiter  gesorgt,  so  wird  die  Produktion
leiden.  Die  Bergarbeiter  müssen  unter  ihrer  Arbeit  zusammenbrechen ­
  und  ist  eine  dauernde  Schädigung  ihrer  Gesundheit
sowie  auch  der  Gesundheit  ihrer  Angehörigen  zu  befürchten.
Diese  Schäden  müssen  unbedingt  verhindert  werden.
Wir  bitten  deshalb  um  geeignete  Matznahmen,  damit  die
vorhandenen  Fleisch-  und  Fettvorräte  nicht  von  den  besitzenden
und  vielfach  weniger  arbeitenden  Klassen  in  übermätziger  Weise
und  allein  verbraucht  werden,  sondern  auch  der  ärmeren,  schwer
arbeitenden  Bevölkerung  das  zu  ihrer  Ernährung  und  zur  Erhaltung ­
  ihrer  Arbeitskraft  notwendige  Quantum  zugeführt
wird.
Die  von  der  Reichsrcgierung  angekündigten  Maßnahmen
betr.  Herbeischaffung  billigerer  Kartoffeln  entheben  uns  der
Notwendigkeit,  auf  diese  Angelegenheit  heute  näher  einzugehen.
Wir  möchten  indessen  nochmals  den  dringenden  Wunsch  aussvrechen.
  daß  die  angekündigte  Kartoffelversorgung  möglichst
schnell  zu  billigen  Preisen  erfolgt.
Mit  vorzüglicher  Hochachtung!
(Unterschriften.)

*  *
Am  13.  Oktober  wurde  diese  Eingabe  von  einer  Deputation
der  vier  Verbände  dem  Reichsamt  des  Innern  in  Berlin  überreicht ­
  und  noch  näher  begründet.  Der  Lebensmittelwucher  erfuhr ­
  hierbei  eine  scharfe  Kritik,  auch  wurden  andere  Beschwerden
der  Bergarbeiter  vorgetragen.
Der  Regierungsvertreter  gab  das  Versprechen  ab,  daß  die
Regierung  die  Beschwerden  und  die  überreichte  Eingabe  sehr
ernstlich  beachten  würde.
            
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