Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

der  Miete  bezahlt.  Erzielt  das  Mieteinigungsamt,  da|i  ein  alleinftehender
Kriegsteilnehmer  eine  größere  Wohnung  auf  gibt  und  die  Möbel  in  einem
Zimmer  zufammenftellt,  wird  von  der  Wohlfahrtzentrale  75  v.  H.  der
Zimmermiete  gezahlt.
Jede  Mietunter  ftütjung  wird  nur  direkt  an  den  Vermieter  gezahlt.
Kommt  der  Mieter  der  von  ihm  eingegangenen  Verpflichtung  zur  Zahlung
des  Mietanteils  von  50—65%  nicht  pünktlich  nach,  fo  wird  ihm  der  Betrag ­
  an  der  Kriegs-  bezw.  Erwerbslofenunterftübung  einbehalten.
Seit  Anfang  des  Krieges  bis  31.  Mai  1917  gingen  22626  Anträge  auf
Mietunterftütjung  ein.  Von  denfelben  wurden  wegen  Nichtgewährung  eines
Mietnachla|fes  und  aus  anderen  Gründen  3743  Anträge  abgelehnt.  Wegen
Entlaffung  aus  dem  Heere,  erhöhten  Nebeneinkommens,  Rentenzahlung  und
Umzug  fchieden  7850  Fälle  aus.  Ständig  ausgezahlt  werden  noch  10  736
Mietunterftübungen.  Diefelben  verteilen  fidi  auf  10051  Kriegsunter  ft  üb  te,
214  Arbeitslofenunterftübte  und  471  Nichtunterftübte.
Durch  die  bis  jefst  erfolgten  Nachprüfungen  der  Mietbücher  wurde
feftgeftellt,  da(?  127  Vermieter  in  753  Fällen  von  ihren  Mietern  mehr  verlangt ­
  haben,  als  ihnen  zuftand.  Es  wurden  an  die  Mieter  zurückgezahlt
oder  ihnen  in  den  Mietbüchern  gutgefchrieben  insgefamt  Mk.  11719.80.
In  51  Fällen  wurde  feftgeftellt,  da(i  die  Vermieter  noch  zu  Unrecht
die  Mietzujchüffe  empfangen  hatten.  Die  von  den  Vermietern  zu  Unrecht
erhobenen  Beträge  von  insgefamt  Mk.  1211.55  wurden  der  Wohlfahrtzentrale ­
  zurückgezahlt.
Seit  1.  September  1914  bis  31.  Mai  1917  hat  die  Wohlfahrtzentrale
Mk.  1775  868.63  für  Mietunterftübungen  ausgegeben,  auf  welche  von  Reich
und  Staat  Mk.  1095  942.19  und  von  der  Stadt  Barmen  Mk.  23123.65  rückvergütet ­
  wurden.
Die  Gefamtzahl  der  Vermieter  beträgt  1907.  Davon  gewähren
574  Vermieter  an  3  289  Mieter  einen  Nachlaß  von  10  v.  H.
136  „  „  785  „  „  „  „  15  „  „
34  „  „  243  „  „  „  „  20  „  „
Die  durch  den  Mindernachlaf!  hervorgerufene  Mehrausgabe  beträgt  monatlich ­
  rund  Mk.  17900.—.
In  vielen  Fällen  haben  fleh  die  6  in  verfchiedenen  Stadtteilen  beftehenden
  Mietunterftübungskommiffionen  auch  der  Vermittlung  zwifchen  Hypothekenfchuldnern
  und  Gläubigern  betreffend  Minderung  oder  Herabfebung
der  Hypothekenzinfen  angenommen.
            
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