Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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deutschen  Ländern  muß  eine  Anzahl  besonderer,  neuer  Handelsgesellschaften ­
  gegründet  werden.  Ich  denke  mir  die  Sache  so,
daß  leitende  Kaufmannskreise,  am  besten  in  Verbindung  mit  der
Handelskammer,  die  Initiative  ergreifen  und  zunächst,  unter  Anhörung ­
  von  Sachverständigen  aus  den  verschiedensten  Zweigen
des  Handels,  feststellen:  wo  ist  für  Bremen  noch  etwas  zu  machen  ?
Die  Hauptgesichtspunkte,  die  bei  der  Wahl  und  für  den  Umfang
der  Tätigkeitsgebiete  der  zu  gründenden  Gesellschaften  maßgebend
sein  müssen,  sind  m.  E.;
1.  Die  Handelsobjekte  der  neuen  Gesellschaften
sind  so  zu  wählen,  daß  sie  neue  Waren  nach
Bremen  ziehen  oder  bislang  vernachlässigte,  für
Bremen  passende  Artikel  und  Gebiete  intensiver
bearbeiten.  Dementsprechend  kämen  in  erster  Linie
Großhandelsartikel  in  Betracht,  für  deren  Einfuhr  von
Übersee  und  Weiterverteilung  innerhalb  und  außerhalb
Deutschlands  Bremen  gemäß  seiner  geographischen  Lage
den  Kampf  mit  den  Konkurrenzhäfen  unter  gleichen  Bedingungen ­
  aufnehmen  kann.  Es  sind  dies:  Spinnstoffe
außer  nordamerikanischer  Baumwolle,Kolonialwaren,Landesprodukte ­
  einiger  Länder  der  gemäßigten  und  heißen  Zonen.
2.  Besonders  solche  Gebiete  sind  zu  berücksichtige^
wo  der  Handel  noch  unentwickelt  ist  oder  wo  eine
günstige  wirtschaftliche  Entwicklung,  die  der  Ausfuhr ­
  dorthin  Erfolge  verspricht,  zu  erwarten  steht.
Der  Kampf  gegen  ausländische  Konkurrenz  ist  vorzuziehen,
da  er,  abgesehen  von  höheren,  nationalen  Gesichtspunkten,
meist  leichter  ist  als  gegen  wesensgleiche  deutsche.
3.  Es  ist  darauf  zu  sehen,  daß  der  Handel  dauernd
bleibt  und  nicht  durch  entgegenstehende  Verkehrstendenzen
weltwirtschaftlicher  Art  oder  durch  ausländische  politische
Beeinflussung  bedroht  und  gehemmt  wird.  Hierbei  denke
ich  daran,  daß  z.  B.  Mittelamerika  aller  Wahrscheinlichkeit
nach  schon  bald  in  das  ausschließliche  Einflußgebiet  der
Vereinigten  Staaten  fallen  wird.
Haben  sich  aus  diesen  allgemeinen  Erwägungen  bestimmte
Ansichten  und  Vorschläge  herauskristallisiert,  dann  muß  die  Umsetzung ­
  in  die  Tat  energisch  und  schnell  in  die  Hand  genommen
werden.  Zunächst  müßte,  vielleicht  unter  Anhörung  der  Handelskammer, ­
  ein  Komitee  aus  Großinteressenten,  insbesondere  aus  den
Dampfergesellschaften  und  den  Speditionsfirmen  gebildet  werden.
            
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