Zollausschlußindustrie außer um Reis und Kaffee besonders um:
Ammoniakwasser, Guano und Superphosphat, verschiedene chemische
Fabrikate wie z. B. Wasserglas und Schwefelsäure, pharma
zeutische Präparate, Margarine, Spirituosen, Tran, Öle und Öl
rückstände, Koks, Steinkohlenteer und Mineral-Schmieröle.
Wenn eine Interessentengruppe die Verwaltungsbehörden
und gesetzgebenden Körperschaften zu Änderungen ihrer Stellung
nahme veranlassen will, ist es * das Nächstliegende, daß sie sich
zu diesem bestimmten Zwecke enger zusammenschließt und ihre
Wünsche dadurch unterstützt, daß sie den maßgebenden Stellen
genügendes, unwiderlegbares Tatsachenmaterial liefert. Nur so
kann sie Erfolg haben. Man denke an die erfolgreiche Auf
klärungsarbeit, die z. B. der Verein der Oberweserschiffahrts-
interessenten geleistet hat. Warum geht die an bremischen Zoll
ausschlußfabriken interessierte Industrie nicht in ähnlicher Weise
vor? Die Handelskammer sollte bei sämtlichen Mitgliedern des
Kaufmannskonvents eine Umfrage veranstalten mit der Bitte, ihr
alles vorhandene Material zur Verfügung zu stellen, und dann
eine Interessentenvereinigung veranlassen, es auf deren Kosten
zu bearbeiten und die Ergebnisse in einer ausführlichen Denk
schrift niederzulegen. An Hand derselben, auf Grund der posi
tiven Unterlagen, kann man dann sehen, was weiter zu geschehen
hat. Erbringt man der Reichsregierung in geeigneter Weise den
ziffernmäßigen Nachweis, wie sehr Bremen seit zwei Jahrzehnten
durch diese einseitige Begünstigung eines schon von der Natur
bevorzugten Platzes geschädigt wird, so sollte man annehmen
müssen, daß sie auch auf Bremen ausgedehnt und diese Stadt
dadurch in ihrem schweren Kampfe gegen die niederländische
Konkurrenz unterstützt wird. Hat doch das Reich dadurch große
Vorteile gehabt, daß Bremen die den ganzen Uferstaaten und
auch der Kriegsmarine zugute kommende Unterweserkorrektion
ausschließlich auf eigene Kosten ausgeführt hat, sodaß ein Ent
gegenkommen um so mehr am Platze wäre.
Die Frage ist: wo sollen die Zollfabriken hin? Im bremi
schen Hauptgebiete wäre schon Platz; am neuen »Industrie- und
Handelshafen« könnte ein Areal für diese Zwecke abgegrenzt
werden. Vielleicht empfiehlt es sich aber, dieses Gelände nur
für solche Anlagen zur Verfügung zu stellen, die, wie die der
schweren Industrien, von einem Zollausschluß keinen oder sehr
wenig Vorteil haben, und dafür an der Unterweser, in Bremer
haven, ein neues Zollausschlußgebiet zu schaffen. Diesem Pro