Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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i  go8  nur  i  87a.  i  gog  :2i 1 / 2  Mill.  Mk.)  kommt  etwa  die  Hälfte  aus
Brasilien.  Hamburg  dagegen  bezog  1907  für  nicht  weniger  als
13272  Mill.  Mk.  dorther.  An  dieser  Entwicklung  kann  Bremen
nicht  mehr  viel  rütteln.  Wie  Bremen  für  Baumwolle,  so  hat  sich
Hamburg  für  Kolonialwaren  im  allgemeinen  und  für  Kaffee  im
besonderen  eine  Lagerungs-  und  Verkaufsorganisation  geschaffen,
die  in  ihrer  Festigkeit  und  Vielgestaltigkeit  mustergültig  dasteht.
Zustatten  kam  ihm  dabei  seine  östlichere  Lage,  die  ihm  ermöglicht,
mit  Nord-  und  Osteuropa  in  schnelleren  und  billigeren  Transportverkehr ­
  zu  treten  als  Bremen.  Auch  die  Eigenart  des  dänischen,
noch  mehr  des  skandinavischen  Einfuhrhandels  begünstigte  das
Emporkommen  Hamburgs.  Der  Kolonialwarenimporteur  in  den
nordischen  Städten  pflegt  sich  nicht  mit  großen  Mengen  einzudecken, ­
  sondern  liebt  es,  nur  kleine  Läger  zu  halten  und  diese
nur  durch  kleine  Bezüge  je  nach  Bedarf  aufzufüllen.  Der  hamburgische
  Exporteur  verstand  diese  Eigenart  klug  zu  benutzen
und  hielt  stets  ein  genügend  großes  Lager,  um  die  Aufträge  seiner
nordischen  Kundschaft  jederzeit  schnell  ausführen  oder,  um  im
Kaufmannsdeutsch  zu  reden,  »die  Ordres  prompt  effektuieren«  zu
können.  Dadurch  schlug  er  selbst  England,  das  vordem  den
ganzen  nordischen  Handel  in  Händen  gehabt  hatte,  aus  dem  Felde
und  machte  seine  eigene  Stadt  zum  Kolonialwarenhandelsmittelpunkt ­
  des  ganzen  europäischen  Nordens  und  Ostens.
Bremen  hingegen  ging  mit  Nachdruck  erst  spät  daran,  seine
von  Übersee  eingeführten  Güter  in  diesen  Gegenden  zu  verteilen.
Meist  schickte  es  sie,  wie  Kopra,  Kakao,  Tee,  nach  Hamburg
weiter.  Glücklicherweise  ist  es  noch  nicht  zu  spät.  Verschiedene
Firmen,  auch  Kaffeeexporteure,  haben  sich  energisch  bemüht,  ihren
Export  nach  Nordeuropa  zu  heben.  Den  Bemühungen  war  der
Erfolg  nicht  versagt,  und  diese  Tatsache  beweist,  daß  es  Bremen
immerhin  möglich  ist,  im  Norden  mehr  Fuß  zu  fassen  und  dort
eine  Mehreinfuhr  tropischer  Produkte  mit  angemessenem  Nutzen
abzusetzen.  Sind  doch  auch  die  Frachtdampferlinien  nach  Rußland,
Finnland  und  Skandinavien  inzwischen  vermehrt  worden,  wenngleich ­
  sie  die  Intensität  der  hamburgischen  natürlich  noch  nicht
entfernt  erreicht  haben  und  in  den  großen  Busen  der  Ostsee  mehr,
auch  kleinere,  Häfen  anlaufen  müssen.  Besonders  in  Schweden
ist  verhältnismäßig  leicht  gute  Rückfracht  zu  haben  (Eisen-  und
Kupfererze,  Holz  usw.)
Auch  in  Deutschland  hat  Hamburg  den  Kaffeehandel  an  sich
gerissen.  Große  Firmen  zweiter  Hand  im  Münsterlande,  in  Osna-4*

            
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