Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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Um  das  erdrückende  Übergewicht  Hamburgs  klar  zu  kennzeichen,
  genügt  es,  aus  jenen  Staaten  einen  herauszugreifen  und
die  Umsatzziffern  gegeneinander  zu  halten.  Im  Warenverkehr
mit  Mexico  betrug  (Werte  in  i  ooo  Mk.):
Hamburgs  Einfuhr  1907;  41672—1908:  42505;
Bremens  do.  1907:  3432—1908:  870;
Hamburgs  Ausfuhr  1907:  54833—1908:  37481;
Bremens  do.  1907:  1027—1908:  746.
Der  Hauptausfuhrartikel  Mittelamerikas  ist  Kaffee,  der  fast
sämtlich  nach  Hamburg  geht,  1907  z.  B.  allein  aus  Guatemala  für
2  3 1 / 2  Millionen  Mk.  Nur  schwer  dürfte  eine  für  Bremen  günstige
Änderung  hierin  eintreten.
Nach  Vollendung  des  Panamakanals  wird  Mittelamerika  als
Durchgangsland  für  den  Verkehr  ganzer  großer  Erdteile  eine  sehr
gesteigerte  Bedeutung  erhalten.  Es  wird  dann  an  Bremen  Hegen,
Einrichtungen  zu  treffen,  die  ihm  einen  angemessenen  Teil  dieses
Transitverkehrs  sichern.  Wahrscheinlich  in  dieser  Erkenntnis  richtete
der  Lloyd  schon  1901  eine  direkte  monatliche  Frachtdampferverbindung
  mit  Westindien  ein.  Diese  rentierte  aber  nicht.  Ganz
natürlich,  denn  wenn  man  die  geringen,  einer  größeren  Steigerung
vorderhand  kaum  möglichen  Gütermengen  betrachtet,  die  von  dort
nach  Bremen  gehen  und  in  deren  Beförderung  seit  langem  Hamburger ­
  Linien  und  die  Royal  Mail  (via  Southampton),  ja  sogar
die  Messageries  Maritimes  (Umladung  in  den  nordfranzösischen
Häfen)  sich  teilen,  so  mußte  man  sich  von  vornherein  sagen,  daß
der  Betrieb  nur  unter  Verlusten  aufrecht  erhalten  werden  konnte.
Der  Lloyd  sah  dies  auch  voraus,  hoffte  aber  durch  Einrichtung
der  Linie  den  Verkehr  im  Laufe  der  Jahre  mehr  nach  Bremen
ziehen  zu  können.  Leider  wurde  seine  Erwartung  nicht  erfüllt.  Immerhin ­
  ist  es  von  nicht  zu  unterschätzender  Bedeutung,  die  Linie
trotzdem  aufrecht  zu  erhalten,  um  wenigstens  mit  Mittelamerika
nie  die  unmittelbare  Fühlung  zu  verlieren.
Für  Hamburg  wird,  wie  anzunehmen  ist,  mit  dem  amerikanischen ­
  Mittellandkanal  auch  eine  Änderung  seiner  regen  Handelsbeziehungen ­
  zu  jenen  kleinen  Raubstaaten  eintreten.  Eine  Wendung
zum  Schlechteren.  Uncle  Sam  wird  es  sich  nicht  nehmen  lassen,
Deutschland  dort  hinauszubeißen  und  sich  selbst  ins  warme  Nest
zu  setzen.
’i.  Handel  mit  Äsien.
Wenn  wir  jetzt  den  Handelsverkehr  mit  Asien  einer  näheren
Betrachtung  unterziehen  wollen,  so  müssen  wir  uns  zunächst  vor
            
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