Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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i888  übertraf  und  daß  sich  seitdem  die  Bedingungen,  unter  denen
der  Handel  arbeitet,  eher  zugunsten  Bremens  verbessert  haben!
Hatte  doch  Bremen  in  dem  Wettbewerb  um  die  nach  Ostasien
und  Australien  neu  zu  errichtenden  subventionierten  Linien  gesiegt.
Lästig  war  zwar  die  später  eingegangene  Verpflichtung,  daß  die
Dampfer  wechselweis  auch  Hamburg  anlaufen  mußten,  und  daß
diese  Stadt  frachttarifarisch  genau  die  gleiche  Behandlung  wie
Bremen  erfahren  sollte,  was  für  die  Überfuhr  der  Güter  manche
Leichterkosten  verursachte.  Aber  diese  Kosten  fielen  dem  bremischen
Reeder,  nicht  dem  Kaufmann  zur  Last.  Nach  Vorderindien
aber  hatte  die  Hansa  regelmäßige  Fahrten  eingerichtet.  Der
Reeder  hatte  also  seine  Schuldigkeit  getan  und  günstige  Bedingungen ­
  geschaffen,  der  Kaufmann  jedoch  versäumte  es  leider
sie  auszunutzen.  Er  besaß  nicht  weiten  Blick  und  Tatkraft  genug,
hier,  was  ihm  leicht  möglich  gewesen  wäre,  einmal  als  Pionier  aufzutreten ­
  und  die  erste  Rolle  zu  spielen,  sondern  er  begnügte  sich
mit  einem  bescheidenen  Anteil.  —  Wie  in  Vorderindien,  so  auch
in  Ostasien.  Noch  1886  und  1887  war  Bremens  Ausfuhr  nach
Japan  und  China  größer  gewesen  als  diejenige  Hamburgs;  jetzt
ist  die  hamburgische  Ausfuhr  dorthin  mehr  als  doppelt  so  groß!
Die  Einfuhr  aus  den  beiden  Reichen  differierte  1887  um  nur  2 1 / 2  Mill.
Mark  zu  Hamburgs  Gunsten;  jetzt  hat  dessen  Einfuhr  die  bremische
dreimal  überflügelt!
Tabelle  XXIII.
Gruppierung  der  Einfuhr  Bremens  aus  Br.-Ostindicn  i.  J.  1908.
Verzehrungsgegenstände  1327000  dz  i.  W.  v.  23125000  Mk.
Rohstoffe  und  Halbfabrikate  459000  „  „  20810000  „
Manufakturwaren  —  „  30000  „
Andere  Industrieerzeugnisse  —  „  61000  „
Zusammen  1786000  dz  i.  W.  v.  44026000  Mk.
Dem  Gewichte  nach  nimmt  der  Reis  weitaus  die  erste  Stelle  ein.
Die  hauptsächlich  eingeführten  hochwertigen  Rohstoffe  sind  Jute,
Baumwolle,  Schellack  (2),  Guttapercha  (1 1 / 4 ),  Stuhlrohr  (1 1 / 4 ),  Graphit
(1),  Sesamsamen  (*/ 4 )  und  Häute  ( 1 / 2  Millionen  Mk.).
Eine  genauere  Spezifikation  des  Handels  mit  den  drei  Hauptprodukten, ­
  die  Bremen  aus  Ostindien  bezieht,  gibt  Tabelle  24.
Betreffs  Baumwolle  verweise  ich  auf  meine  früheren  Ausführungen ­
  (S.  42  ff)  im  Abschnitt  »Nordamerika«.
Jute.
Ein  anderer  wichtiger  Rohstoff  ist  die  Rohjute;  für  sie  ist
            
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