Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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gut,  weil  härter,  als  die  ostindische  sei:  »Trotzdem  wünscht  man
seitens  der  deutschen  Juteindustriellen,  daß  der  ostindischen  Jute
durch  die  nordchinesische  auf  europäischen  Märkten  Konkurrenz
gemacht  werde,  und  bezeichnet  vorzugsweise  Bremen  als  den  Platz,
wo  sich  unter  Umständen  ein  Jutemarkt  auf  der  Basis  chinesischer
Importe  ausbilden  könnte.  Die  Handelskammer  hat  die  Importeure
auf  diesen  Gegenstand  aufmerksam  gemacht.«  Was  für  den  Import
von  China  gilt  —  die  Anregung  war  leider  vergeblich  —,  gilt  in
gleicher  Weise  für  den  von  Ostindien;  die  Bedingungen  sind  in
nichts  verschieden.
Von  den  Oberweserhäfen  (Hann.  Münden)  existieren  gute
Eisenbahnverbindungen  nach  Sachsen  und  Thüringen.  Auch  für
die  über  Hamburg  bezogene  Jute  sind  die  binnenländischen  Spinner
von  Wallwitzhafen,  Riesa  oder  Dresden  aus  auf  Bahntransport
angewiesen.  Speziell  in  Westfalen,  wofür  Bremens  Lage  günstiger
ist  als  diejenige  Hamburgs,  wäre  Bremen  konkurrenzfähig  gewesen.
Dort  wie  im  industriearmen  Oberwesergebiet  würde  noch  jetzt,
nach  Freiwerden  vieler  Arbeitskräfte  durch  die  neue  Tabaksteuer,
die  Errichtung  von  Jutespinnereien  m.  E.  zweckmäßig  und  rentabel
sein.  Als  Vorteile,  die  sie  gegen  die  im  tieferen  Binnendeutschland ­
  bestehenden  Spinnereien  in  die  Wagschale  zu  werfen  haben,
sehe  ich  an:  billigeren  Bezug  der  Rohjute  vom  Einfuhrhafen;
wegen  kürzerer  direkter  Wasserverbindung  mit  der  Küste  leichtere
Exportmöglichkeit  der  Fabrikate  z.  B.  an  die  nordischen  Holzstofffabriken; ­
  billigere  Arbeitslöhne,  besonders  im  Oberwesergebiet,
gegenüber  volkreichen  Industriegegenden  (Sachsen)  mit  teurer
Lebenshaltung;  leichten,  unmittelbaren  Absatz  an  die  Großindustrie
im  Oberwesergebiet  (Packmaterial  für  Zement)  und  in  Rheinland-Westfalen
  (Textil-  und  Papierindustrie).
Reis.
Das  dritte  ostindische  Hauptausfuhrgut  nach  Bremen  ist  Reis.
—  Auch  das  Schwergewicht  der  Reiseinfuhr  ist  unbestreitbar
von  Bremen  nach  Hamburg  verschoben  worden.  Noch  vor
zwanzig  Jahren  führte  Bremen  allein  aus  Ostindien  dreimal  so  viel
Reis  ein.  Seit  1902  jedoch  ist  es  —  wahrscheinlich  endgültig  —
von  Hamburg  überflügelt,  das  1907  weit  mehr  als  das  Doppelte
einführte.  Nun  hat  sich  Bremen  allerdings  in  der  Einfuhr  von
siamesischem  Reis  teilweise  einen  Ersatz  geschaffen.  Seine  Einfuhr
dieser  Sorte  stieg  von  5  Milk  Mk.  im  Jahre  1888  auf  11  Mül.  Mk.
im  Jahre  1908,  (1909  allerdings  nur  Milk),  während  diejenige
            
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