Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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Hamburgs  mit  geringen  Schwankungen  nach  oben  und  unten  auf
nur  2 1 / 2  Milk  Mk.  stehen  blieb.  Aber  trotzdem  bleibt  die  Tatsache, ­
  daß  Hamburgs  Gesamteinfuhr  an  Reis  die  bremische
neuerdings  hinter  sich  läßt.  Noch  liegt  zwar  offiziell  die  Triebfeder ­
  des  Reisgeschäfts  in  Bremen  insofern,  als  hier  die  »Reisbörse« ­
  ist  und  als  die  »Reis-  und  Handels-Aktien-Gesellschaft«
  hier  ihren  Hauptsitz  und  an  mehreren  alten  großen,
soliden  Reismühlen,  die  im  bremischen  Gebiet  liegen  und
dies  schwerlich  verlassen  werden,  einen  Rückhalt  hat.  Aber
auch  Hamburgs  Reismühlen  erlangen  stetig  steigende  Bedeutung,
und  wenn  in  dieser  Entwicklung  keine  für  Bremen  günstige
Wendung  eintritt,  steht  zu  befürchten,  daß  das  Reisgeschäft
Bremen  über  kurz  oder  lang  ganz  aus  der  Hand  gewunden  wird.
So  beklagenswert  dieser  allmähliche  Verlust  eines  ehemals
so  blühenden  Handelszweiges  für  Bremen  ist,  muß  man  doch  zur
Verteidigung  der  betreffenden  Firmen  sagen,  daß  sie  den  Verhältnissen ­
  aus  Gründen,  die  sie  tatsächlich  nicht  beeinflussen
konnten,  machtlos  gegenüberstanden.
Der  eine  Grund  ist  eine  ausgebreitete  Bedarfsverschiebung
bezw.  anderweite  Bedarfsdeckung  weiter  Gebiete.  —  Der  über
Bremen  eingeführte  Reis  wurde  nicht  nur  nach  Binnendeutschland
weiter  verfrachtet,  sondern  ging  in  großen  Mengen  nach  dem
Ausland,  besonders  nach  Amerika,  weiter.  Ein  Hauptabnehmer
war  Kuba.  Als  aber  die  Vereinigten  Staaten  nach  der  Besiegung
der  Spanier  die  neue  Republik  zwangen,  ihren  Waren  eine  zolltarifarische ­
  Vorzugsbehandlung  angedeihen  zu  lassen,  und  u.  a.
ihren  Carolinareis  (bezw.  was  als  solcher  bezeichnet  wurde!)  zu
billigeren  Sätzen  dort  einführen  konnten,  ging  die  Bremer  Reisausfuhr ­
  nach  Kuba  unaufhaltsam  zurück.  —  Der  zweite  schwere
Verlust  betraf  Argentinien.  Die  zahlreich  dort  ansässigen
Italiener  bevorzugen,  wie  die  Fabrikate,  so  auch  den  Reis  ihres
Vaterlandes.  Auch  nahmen  argentinische  Firmen  die  direkte  Einfuhr ­
  aus  Ostindien  auf.  —  Endlich  ging  s.  Z.  die  Wiederausfuhr
nach  Österreich  wegen  einer  die  indirekte  Einfuhr  schwer  treffenden ­
  Zollerhöhung  zurück,  die  erst  auf  Vorstellungen  der  Reichsregierung ­
  wieder  aufgehoben  wurde  —  aber  da  war  der  Schade
schon  geschehen!  Alles  dies  wirkte  naturgemäß  auf  die  Ausfuhr
aus  Bremen  ungünstig  ein.
Waren  so  manche  widrige  außernationale  Umstände  wirksam,
um  das  Auslandsgeschäft  zu  erschweren,  so  erfuhr  das  Inlandsgeschäft ­
  eine  herbe  Stockung  durch  zollpolitische  Maßnahmen
            
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