Full text: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

auch ein erheblicher Teil der Ausfuhr an Industrieerzeugnissen 
über sie, weil Rotterdam als die eigentliche Rheinmündungsstadt 
der Hauptkanal ist, den die gewaltige schwere Industrie Rhein 
land-Westfalens ebenso wie die Textilindustrie des linksrheinischen 
Deutschland für ihre Ausfuhr benutzen muß. 
Umgekehrt tritt bei Bremens Handel mit den britischen 
Inseln der Austausch von Industrieprodukten in den Vorder- 
Die Zahlen für 1908 sind; 
Tabelle XXXIII. 
Warenverkehr Bremens mit England. 
grund. 
Einfuhr 
Ausfuhr 
Verzehrungsgegenstände 65 000 dzi.W.v. 2 222000M.424000dzi.W.v. 9565000M. 
Bau- u. Brennmaterialien 3143000,, „ 5274000 „ 141000,, „ 480000,, 
And. Rohst, u.Halbfabrik. 360000 „ „ 37727000 „ 255000,, „ 32007000 „ 
Manufakturwaren 43000,, „ 21985000 „ 43000,, „ 35136000,, 
And. Industrieerzeugnisse 40000,, „ 6380000 „ 298000,, „ 51807000,, 
Zusammen 3651000 dz i.W.v.73 588000M. 1161000dzi.W.v.tzSggsoooM. 
In der Einfuhr überwiegt der Menge nach die Steinkohle. Dem 
Werte nach waren an ihr beteiligt; Schafwolle mit 15% (davon 
australische mit io 1 /^, rohes Pelzwerk mit 6 1 / 2 , Gummi elasticum 
mit 1 und von Industrieerzeugnissen Baumwollwaren mit 17, Garne 
mit 4 3 / 4 , Wollwaren mit 3 1 / 2 , Maschinen mit 2, schwefelsaures 
Ammoniak mit 2 Millionen Mk. In der Ausfuhr dorthin erscheinen 
außer den Roh- und Halbfabrikaten der Eisenindustrie fast nur 
Fertigfabrikate gewisser Spezialzweige der deutschen Industrie, so 
Baumwoll- und Wollwaren und Wollgarne für zusammen 36 Milli 
onen Mark, Gummi waren, Zucker, Maschinen, Leder-, Glas- und 
Porzellanwaren, Papier und Papierwaren, Spielzeug, Instrumente usw., 
Pelzwerk. 
Von Rohstoffen wird in größeren, aber keineswegs ausschlag 
gebenden Mengen nur noch Wolle über England eingeführt, die 
auf den regelmäßig stattfindenden Londoner Wollauktionen frei 
händig eingekauft wird. Bezüglich der übrigen Rohprodukte haben 
wir uns von Londons und Liverpols Bevormundung und Zwischen 
händlerstellung befreit. Wenn es Bremen auch nicht gelungen 
ist, abgesehen von Baumwolle und z. T. von Schafwolle, den 
direkten Import an seine Flagge zu fesseln, so hat es doch sein 
Teil dazu beigetragen, daß wenigstens das größere Vaterland für 
den Bezug der andern wichtigen Ausfuhrgüter der heißeren Zonen 
nicht mehr von England abhängig ist. 
Inbezug auf den Austausch von Industrieprodukten findet
	        
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