logen der fünfziger und sechziger Jahre 1 fast ohne weiteres angenom
men, gleichgültig, an welche allgemeinen Schlußfolgerungen sie glaub
ten. Im Anschluß hieran betonte man das nahe Verhältnis zwischen
dem Ursprung des Privateigentums und dem Ursprung der Monogamie.
Alle mögliche Verführung zum Irrtum trat direkt an die damaligen
Sozialisten heran 2 .
Außerdem hat die individualistische Seite der Ehe stets die Utopi
sten, die seit Plato von vollkommenen Gemeinschaften geträumt
haben, verdrossen. Der schamlose Schacher mit ihren Töchtern, der
die Angehörigen der Plutokratie charakterisiert hat, und der Markt
wert, den sie der Ehe gegeben haben, zusammen mit den dunklen
Hintergärten des Lasters, die sich die Plutokratie als Ergänzung zu den
prangenden Frontgärten ihrer Wohnhäuser konserviert hat, waren
für die Pioniere des Sozialismus im letzten Jahrhundert weitere Gründe
für die Annahme, daß die moderne Familie nur ein Spezialfall in der
wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft sei, nach Sinn und Cha
rakter dem Privateigentum an mobilem und immobilem Kapitale
gleich. Gelüstet uns nach dem Schlimmsten, so können wir ebensogut
wie anderes die Stellen aus dem Kommunistischen Manifeste zitieren,
die sich auf die Familie beziehen:
„Aufhebung der Familie! Selbst die Radikalsten ereifern sich über
diese schändliche Absicht der Kommunisten.
Worauf beruht die gegenwärtige, die bürgerliche Familie? Auf dem
Kapital, auf dem Privaterwerb. Vollständig entwickelt existiert sie nur
für die Bourgeoisie; aber sie findet ihre Ergänzung in der erzwungenen
Familienlosigkeit der Proletarier und der öffentlichen Prostitution.
Die Familie der Bourgeois fällt natürlich weg mit dem Wegfallen
dieser ihrer Ergänzung, und beide verschwinden mit dem Verschwin
den des Kapitals.
1 Folgende Bücher haben den tiefsten Einfluß auf die Ansichten über diesen
Gegenstand ausgeübt: Bachofen, Das Mutterrecht (1861), M'Lennan, Primitive
Marriage (1865), Morgan, Consanguinity and Affinity of the Human Family
(1869) und als Ergänzung von demselben Autor, Ancient Society (1877). Jedes
Werk über die deskriptive Soziologie, das damals erschienen ist, kann die ein
mütige Konkordanz der wissenschaftlichen Welt jener Zeit belegen. Sir John
Lubbock schrieb in seinem Buche: On the Origin of Civilisation and Primitive
Condition of Man (1870) p. 77, „Man nimmt also an, daß das gemeinsame
Ehesystem . . . den primitivsten und frühesten Zustand des Menschen bildet“.
Siehe auch Herbert Spencer: Principles of Sociology, I., p. 602 etc. 2 So bei
Engels, wenn man sieht, wie er die Theorie von der Mark als Eigentümerin des
Bodens verwertet. Vgl. Anhang zu; Entwicklung des Sozialismus usw.
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