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Bedingungen hergestellt werden, die es der Wählerschaft so schwer wie
möglich machen, Entscheidungen zu treffen, die nicht ihre eigenen Er
fahrungen, Hoffnungen und Befürchtungen, Bestrebungen und Schreck
nisse reflektieren — Entscheidungen, die durch Bestechung und an
dere Formen des Stimmenkaufes gefälscht sind. Um diesen Schutz
wirksam zu gestalten, sollte eine Reihe von Maßregeln durchgeführt
werden, die Bestechung und Korruption in aller Form bestrafen, die
die Wahlen mit geringen Kosten verknüpfen, damit der einfache Mann
wählen und gewählt werden kann, und die endlich die Mühen und die
Arbeit der Vertretung als eine gesellschaftliche Dienstleistung qualifi
zieren, die die Gemeinschaft entlohnen muß. Ein solches Programm
hätte folgende Forderungen zu enthalten: Vornahme der Wahlen an
einem und demselben Tag, feste Grenzen für direkte und indirekte
Geldaufwendungen für Kandidaturen, Bezahlung aller amtlichen, na
tionalen und vorzugsweise kommunalen Ausgaben durch den Staat,
Diäten für die Parlamentsmitglieder. Die Anwesenheit und das Be
nehmen der Arbeiterparteien in den Parlamenten haben in schlüssiger
Weise gezeigt, daß je weiter sich die Tore auftun, desto einsichtsvoller,
beständiger und tüchtiger der Staat sein wird. Die Erfahrung hat die
Behauptung widerlegt, daß ein Mann, der seine Jugend oder die Früh
zeit seiner Mannheit an der Arbeitsbank, in einem Bergwerk oder in
einer Fabrik verbracht hat, für die parlamentarischen Arbeiten seines
Landes untauglich sei. Die wohlwollenden Äußerungen, daß die Ar
beiterabgeordneten im Parlamente sehr viel gelernt hätten, sind nur
Formen bürgerlicher Anmaßung. Die Erwählten der Arbeiterschaft
haben sowohl belehrt als gelernt, und ihre Gegenwart im Haus der
Gemeinen hat die Größe der Staatspersönlichkeit erhöht, was der ein
zige Zweck und das entscheidende Merkmal jeder Wahlmaschinerie
sein muß.
Diese Lehre steht in schneidendem Widerspruch mit der Theorie
der individualistischen Liberalen, die die Demokratie als die Verwirk
lichung der Gleichheit interpretieren 1 . Nicht in der Gleichheitsidee
sehe ich das Fundament des demokratischen Wahlrechts, sondern in der
1 Siehe die Kapitel in de Tocquevilles Buch: De la Democratie en Amerique, diedas
Verhältnis zwischen der Gleichheit und den freien Institutionen erörtern. Siehe
auch Godkin: Problems of Modern Democracy, p. 285: „Die Demokratie ist
nur ein Instrument bei der Anwendung des Gleichheitsprinzipes auf die Leitung
der gemeinsamen Angelegenheiten der Gemeinschaft“.