Full text: Sozialismus und Regierung

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plex aktiver politischer, ökonomischer, religiöser Kräfte, reich an 
Problemen; sie drängten den Menschengeist dazu, diese Probleme zu 
studieren und ein Verhältnis zu ihnen zu gewinnen. Militärisch und 
wirtschaftlich brach das Feudalsystem zusammen. Das Schießpulver 
war berufen, auf Staatskunst und Kriegswissenschaft denselben 
Einfluß auszuüben, während die Erweiterung des Marktes, auf dem 
sich die Waren austauschten, der Herrschaft des grundbesitzenden 
Adels, nicht minder aber auch der Weltherrschaft des Heiligen Roms 
eine tödliche Wunde schlug. Die Befreiung der bürgerlichen Klassen, 
das Anschwellen der Nonkonformistischen Bewegung, die Politik 
der Tudor- und Stuartdynastien entstammten den gleichen Gesell 
schaftsbedingungen, deren verschiedene Ausdrucksformen sie waren, 
riefen die Parteien ins Leben, erzeugten die Lehrmeinungen, erweckten 
die Vorkämpfer, die allesamt in diese Zeiten verwoben waren. Abä- 
lard, Scotus Erigena, Luther, Wycliffe, Roger Bacon, Hobbes, Locke 
und die übrigen führenden Geister dieser langen Übergangsperiode 
fanden ihren Stoff und ihre Inspiration in ihrer Gesellschaft, sie dienten 
der Menschheit als Dolmetscher. Sie erfüllten den Einzelnen mit dem 
Bewußtsein des Zweckes und des Planes der sich vollziehenden 
sozialen Veränderungen. Durch ihre Vermittlung wurde Ordnung 
und Zusammenhang in den regellosen sozialen Willen gebracht, was 
mit anderen Worten nichts anderes heißt, als daß die Beziehungen 
zwischen den Führern und der Menge, dem Menschen und der Gesell 
schaft, der Partei und dem Staate, hergestellt wurden. 
Deshalb muß eine klare Vorstellung vom Wesen des allgemeinen 
sozialen Willens in seiner Beziehung zu den politischen Parteien und 
den Parlamentsmehrheiten jeder gewissenhaften Spekulation über die 
Art und Weise voraufgehen, wie sich die Gesellschaft durch die Tätig 
keit ihrer politischen Funktionen ausdehnt und wandelt. Dieser allge 
meine Wille ist nicht die Übereinstimmung der Wähler in Programm 
fragen, nicht der Wille aller Einzelnen. Die Gesellschaft hat, als 
Ganzes genommen, ererbte Gewohnheiten, Denkweisen, Verhaltungs 
regeln, ihre Ideen und ihr praktisches Handeln werden von der Tradi 
tion beeinflußt; sie hat in ihrem Schoße, gleich einem lebenden Orga 
nismus, gewisse Kräfte und Tendenzen angesammelt. Und dieses 
Vermächtnis ist der allgemeine Wille, der als eine Macht gewertet 
wird, die Veränderungen herbeiführt oder sich ihnen entgegenstemmt.
	        
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