Edinol
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Eier
oder Blei. Nahe am Rande wird das mit Öi gemischte
Schleifmittel aufgestrichen und der in
einen Halter gefaßte Stein unter dem entsprechenden
Winkel aufgedrückt. Der Schliff ist meistens
facettiert wie bei den Brillanten. Für gewisse
Steine jedoch, die einen eigentümlichen Lichtschimmer
haben, wie der Opal, oder für solche,
die undurchsichtig sind, wie Türkis, wendet man
den muscheligen Schnitt (en cabochon) an, bei
•Welchem die Oberfläche des Steines nur eine
runde Wölbung bekommt. Das Gewicht der E.
wird nach dem internationalen Karat = 0,2055 g
bestimmt. Neben den echten E, finden sich vielfache
Nachahmungen im Handel, die meist
nichts anderes sind als farbige Gläser, deren
Basis ein Glassatz von sehr reinen Materialien,
Quarz oder Bergkristall mit Soda oder Natron
unter Zusatz von Borax, Mennige und Bleioxyd ist.
Im ungefärbten Zustande bildet solches Glas den
Straß (nach dem Erfinder, der Similidiamanten,
dem österreichischen Journalisten Strasse r be
nannt), das Material ( zur Darstellung künstlicher
Brillanten. Die Färbung erzeugt man durch
kleine Mengen von Metalloxyden, z. B. Rubine
durch Zusatz eines Goldpräparates oder von
Kupferoxydul. Kupferoxyd gibt grüne oder blaue
Flüsse, Chromoxyd färbt grün, Kobalt blau, Uran
gelb, Nickel rötlichbraün, Manganerz, Eisenoxyd,
Chlorsilber liefern andere Färbungen. Das beste
Mittel zur Erkennung der Kunstprodukte beruht
auf ihrer geringen Härte, welche oft schon mit
Hilfe einer guten Feile nachgewiesen werden
kann. Die E. haben fast alle einen Härtegrad
über 6, Diamanten einen solchen von 10, Korund
(Saphir und Rubin) 9, Topas 8, Quarz 7, Feldspat
6. Bei vielen E. dient die Doppelbrechung
als Erkennungsmittel, und bei anderen, welche
je nach der Lage eine verschiedene Farbe zeigen
(Dichroismus), benutzt man die dichroskopische
Lupe zur Feststellung der Echtheit. Ein
weiteres Merkmal bietet die Ermittlung des spez.
Gewichts, die entweder mit Hilfe des Pyknometers
oder der aräometrischen Wage ausgeführt
wird. Sog. Doubletten, welche nur im oberen
Teile aus E. bestehen, während der untere, aus
Glas oder Bergkristall bestehende, angekittet
ist, erkennt man durch längeres Einlegen in
heißes Wasser, worauf der Kitt erweicht und die
beiden Hälften auseinanderfallen. — Die zahlreichen
Versuche, echte Edelsteine auf chemischem
Wege herzustellen, haben in neuerer Zeit
beim Saphyr, Smaragd und Rubin (Rubis reconstituö)
zu schönen Erfolgen geführt. Hingegen
hat man künstliche Diamanten nur in
mikroskopisch kleinen Splittern erhalten.
Edinol, Handelsname für das als photographischer
Entwickler benutzte Amidosaligenin (Amidooxybenzylalkohol).
Ehrenpreis (Grundheil, lat. Herba veronicae,
frz. Veronique, engl. Veronica), eine in trockenen
Wäldern und auf Wiesen vorkommende ausdauernde
Pflanze, Veronica officinalis, aus
der Familie der Rachenblütlergewächse, mit
zottigen, kriechenden, mit den Spitzen fast fußhoch
aufsteigenden Stengeln, kurz gestielten,
entgegengesetz.en Blättern und kleinem hellblauen
Blüten in vielblütigen. Ähren. Das bitterlich herb
und etwas balsamisch schmeckende Kraut wird
im Sommer mit den Blüten gesammelt. Aufgüsse
davon werden innerlich als Brusttee gebraucht,
das frische Kraut dient zur Bereitung von Kräutersäften.
Eibenbaumblätter (Taxusblätter, lat. Folia
taxi baccati, frz. Feuilles d'if, engl. Yew leaves),
die getrockneten Blätter oder einjährigen Zweigspitzen
(Summitates) des Eibenbaums oder
Taxus (T. baccata), eines in Gärten und Parksoft
vorkommenden Baumes, finden beschränkte
offizineile Verwendung zu Bädern und Umschlägen.
Sie sind giftig und enthalten einen bitteren
basischen Stoff, das Taxin. Das harte, rote, sehr
dichte und politurfähige Holz wird von Tischlern
und Drechslern benutzt.
Eicheln (lat. Glandes quercus, frz.Glands, engl.
Acorns), die ausgehülsten, getrockneten Früchte
unserer Eichen, enthalten reichliche Mengen
Stärke, die beim Rösten zum Teil in Dextrin
verwandelt wird, ferner Gerbstoff, bittere Substanzen,
Zucker, stickstoffreine Extraktstoffe und
etwas fettes Öl, wozu noch die beim Rösten entstandenen
brenzlichen Stoffe hinzukommen. Sie
bilden sowohl roh, als auch schwach geröstet,
ganz und gepulvert, einen Handelsartikel zur
Fiersteilung des sog. Eichelkaffees (lat. Glandes
quercus tostae pulveratae, frz. Caf£ de gland,
engl. Roasted acorn seed), der als Kaffee-Ersatz,
bei schwächlichen skrofulösen Kindern, namentlich
wenn sie an Diarrhöen leiden, auch als Nahrungsmittel
benutzt wird. Ein Gemisch von
Eichelmehl mit Kakao kommt als Eichelkakao
in den Handel.
Eichenholz (frz. Bois de chtine, engl. Wood of
oak), unter den einheimischen Hölzern das wichtigste
Nutzholz, stammt von zwei Arten von
Eichen, der Steineiche oder Wintereiche
(Quercus sessiliflora) mit fast stiellosen, sitzenden
Früchten, und der Stieleiche oder Sommereiche
(Quercus pedunculata) mit langgestielten
Eicheln. Die erstere liebt die Berge,
während die zweite gewöhnlich in feuchten Flußniederungen
vorkommt. Das Holz beider Arten
ist sehr hart und zähe, schwer, von hellgelblichbrauner
Farbe, leicht kenntlich an seinen großen
Poren und Spiegeln und sehr widerstandsfähig
gegen Nässe und Fäulnis. Die Verwendung
des E. als Möbel- und Bauholz, namentlich für
Wasserbauten, zum Schiffsbau und zu Fässern
für Spiritus, Wein und Bier ist bekannt. Es
wird auch in großen Mengen aus Ungarn und
Serbien eingeführt.
Eichenmistel (lat. Viscum quercinum, frz. Gui,
engl. Misletoe) ist eine Schmarotzerpflanze, die
auf verschiedenen Laub- und Nadelhölzern wuchert.
Die Äste und lederartigen gelbgrünen
Blätter werden in der Volksmedizin, die Beeren
zur Herstellung von Vogel- und Fliegenleim benutzt.
Eichenrinde (lat. Cortex quercus, frz. Ecorce
de diene, engl. Oak bark) wird für medizinische
Zwecke von jungen Zweigen und Stämmchen
genommen und als zusammenziehendes Mittel
in Pulverform und Abkochung innerlich und
äußerlich zu Bädern bei Menschen und Vieh
angewandt. Als gerbendes Mittel ist sie unter
dem Worte Lohe besprochen.
Eier (lat. Ova, frz. Oeufs, engl. Eggs). Als
Handelsartikel kommen Eier verschiedener Tiere
in Betracht. Von den E. der Vögel spielen die