Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Eiergräupchen

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Eisen

wichtigste  Rolle  die  Hühnereier  (s.  d.)-  Geringere ­
  Bedeutung  haben  die  Gänseeier  und
Enteneier,  da  sie  zwar  groß,  aber  weniger
schmackhaft  sind.  Dagegen  bilden  die  Kibitzei
  er  und  die  Möweneier  einen  nicht  unwichtigen ­
  Artikel  des  Feinkosthandels.  Straußenei ­
  er,  die  größten  aller  bekannten  E.,  kommen
zuweilen  als  Merkwürdigkeit  nach  Europa.  Im
nördlichen  Teile  Südametikas  spielt  der  Handel
mit  Schildkröteneiern  und  dem  daraus  gewonnenen ­
  Öl  eine  große  Rolle  (s.  Schildkröten),
während  die  E.  mancher  Fische  als  Kaviar  (s.  d.)
in  den  Handel  kommen.  Von  den  E.  der  Insekten ­
  bilden  nur  die  Seidenraupeneier  oder
Grains  einen  Handelsartikel.  Die  sog.  Ameiseneier ­
  (s.  d.)  des  Handels  sind  keine  Eier,
sondern  Larven.
Eiergräupchen,  kleine  runde  Graupen  aus
Nudelteig,  Erzeugnisse  'der  Nudelfabriken,  werden ­
  zur  Bereitung  von  Suppen  verwandt  (s.  Teigwaren). ­

Eierkognak,  eine  gewürzte  Zubereitung  aus
Kognak,  frischem  Eigelb  und  Zucker  mit  mindestens ­
  18  Vol.  o/o  Alkohol  und  in  der  Regel
nicht  unter  240  g  Eigelb  im  Liter.  Eierlikör,
ein  gleich  zusammengesetztes  Erzeugnis,  das  aber
an  Stelle  von  Kognak  anderen  Alkohol  enthalten
darf.  Zusätze  anderer  Stoffe,  insbesondere  von
Farbstoffen,  Verdickungsmitteln  (Tragant,  Mehl
usw.),  Ersatzmitteln  für  Eigelb  und  Zucker,  konserviertes ­
  Eigelb,  gelten  als  unzulässig.
Eieröl  (lat.  Oleum  ovorum,  frz.  Huile  d’oeufs,
engl.  Eggs  oil),  das  aus  dem  hart  gekochten
Götter  der  Hühnereier  durch  Auspressen  oder
Extraktion  mit  Petroläther  erhaltene  Öl,  ist  von
dicklicher  Beschaffenheit,  gelber  Farbe  und  mildem ­
  Geschmack.  Es  enthält  neben  den  Glyzeriden
  verschiedener  Fettsäuren  als  charakteristische ­
  Bestandteile  Cholesterin  und  den  Eifarbstoff
Eutein.  E.  wird  in  der  Sämischgerberei  benutzt
u nd  fand  früher  beschränkte  medizinische  Anwendung. ­

Eigelb,  der  innere,  auch  Dotter  genannte  Teil
des  Vogeleis,  stellt  ein  äußerst  kompliziertes
Gemisch  der  verschiedensten  Stoffe  dar.  Es.  entölt ­
  neben  etwa  52%  Wasser,  16%  Vitellin,  l,S°/o
Nuklein,  20—23%  Fette  (Palmitin,  Stearin,  Olein),
°.4°/o  Cholesterin,  t,2°/o  Glyzerinphosphorsäure,
7.2  0/0  Lezithin,  0,3%  Zerebrin,  0,5%  Farbstoff
(Lutein)  und  1  —1,5  °/o  Salze.  Zum  Nachweise
des  Eigelbs  in  Nahrungsmitteln  (Eiernudeln,
Eierkognak)  dient  das  Cholesterin,  Lutein  und
besonders  die  Bestimmung  der  alkohollöslichen
Ehosphorsäure  nach  Juckenack.  Neuerdings
winl  Eigelb  in  großen  Mengen  als  Abfallprodukt
der  Albuminfabrikation  gewonnen  und,  durch
Trocknen  oder  Zusatz  von  Kochsalz,  Borsäure,
Fluornatrium  konserviert,  in  den  Handel  gemacht. ­
  Zur  Herstellung  von  Nahrungsmitteln
sind  die  mit  unzulässigen  Konservierungsmitteln
'ersetzten  Präparate  nicht  zu  verwenden.
.  Eigonpräparate  werden  nach  einem  patenherten
  Verfahren  von  der  chemischen  Fabrik
Kcifenberg  durch  Einwirkung  von  Jod  und
r °m  auf  Eiweiß  dargestellt  und  als  Ersatz  der
rlrour-  und  Jodalkalien  medizinisch  angewandt.
Eikonogen,  ein  photographischer  Entwickler,
esteht  aus  dem  Natriumsalz  der  Amidobetana
 Phtolbetamonosulfosäure.

Einkorn  (Blick,  Dinkelkorn,  Eimen,  Flikken,
  Feinkorn,  St.  Peterskorn,  Schwabenzungen, ­
  Spelz-  und  deutscher  Reis,  frz.
Petit  öpeautre,  engl.  Spelt),  eine  ein-  und  zweijährige, ­
  nur  auf  geringem  Boden  in  Gebirgsgegenden ­
  der  Schweiz,  in  Süddeutschland  und
Österreich  gebaute  Weizenart,  Triticum  mono'coccum,
  liefert  ein  gelbliches  Mehl,-Suppengries ­
  und  Graupen  und  ein  wertvolles  Futter
für  Geflügel,  Pferde  und  Rindvieh,  im  Stroh
aber  nur  Streumaterial.,  Das  E.  ist  ziemlich  anspruchslos ­
  und  gibt  25—40  hl  unenthülste  und
10—16  hl  enthülste  Frucht.  Der  Verbrauch  ist
meist  ein  lokaler.
Eis  (frz.  Glace,  engl.  Ice)  wird  zur  Kühlhaltung ­
  von  Speisen  und  Getränken,  ferner  in
Krankenhäusern,  Bierbrauereien,  Brennereien  und
Paraffinfabriken  in  größter  Menge  verbraucht
und  bildet  einen  besonderen  Handelsartikel.  Während ­
  zur  technischen  Verwendung  das  natürliche
Eis  der  Flüsse,  Teiche  und  Seen  hinreichend
rein  ist,  kann  es  wegen  seines  oft  hohen  Bakteriengehaltes ­
  zur  Herstellung  von  Nahrungsmitteln ­
  nicht  benutzt  werden.  Vielmehr  wird  das
hierfür  erforderliche  E.  auf  künstlichem.  Wege
meist  aus  destilliertem  Wasser  bereitet,  und  zwar
mit  Hilfe  besonderer  Eismaschinen,  deren  Wirkung ­
  auf  der  schnellen  Verdunstung  verflüssigter ­
  Gase,  Ammoniak,  Kohlensäure,  schweflige
Säure  beruht.
Eisen  (lat.  Ferrum,  frz.  Fer,  engl.  Iron,  Fe  =  s6)
ist  seit  Jahrhunderten  für  den  Menschen  das
wichtigste,  wenn  auch  nicht  teuerste  der  Metalle.
„Werde  zu  Eisen,  wenn  ich  dich  beachten  soll,"
sagt  Robinson  zu  dem  auf  seiner  einsamen  Insel
gefundenen  Goldklumpen.  Man  hat  die  Urzeit
der  Menschheit  in  drei  Epochen  einteilen  wollen;
Steinzeit,  Bronzezeit,  Eisenzeit,  und  den  Beginn
der  letzten  Periode,  wenigstens  für  Südeuropa,
etwa  in  das  10.  Jahrhundert  vor  Christi  Geburt
angesetzt.  Das  älteste  bisher  gefundene  Stück
Eisen,  das  der  Engländer  Hill  in  einer  Fuge  der
Cheops-Pyramide  1837  entdeckte,  ein  Bruchstück
eines  größeren  Werkzeuges,  soll  jedoch  ein  Alter
von  fast  5000  Jahren  besitzen,  aus  den  Gesängen
der  Rigveda  geht  ferner  hervor,  daß  die  Arier
schon  zur  Zeit,  da  sie  noch  das  Pandschab  bewohnten, ­
  Waffen  („Donnerkeil“  und  Speer)  aus
Eisen  führten,  und  bei  den  meisten  asiatischen
Völkerschaften  ist  die  Kenntnis  des  Eisens  bis  in
die  frühesten  Zeiten  erwiesen,  so  daß  der  obigen
Geschichtseinteilung  jedenfalls  keine  allgemeine
Bedeutung  für  alle  Völkerschaften  zukommt.  In
der  Natur  findet  sich  gediegenes  Eisen  nur
äußerst  selten  und  spärlich  vor,  so  z.  B.  in  kleinen ­
  Körnern  im  Platinsande  Südsibiriens,  ebenfalls ­
  in  kleinen  Körnern  eingesprengt  in  einzelnen
Basalten  {Bärenstein  im  Erzgebirge,  Island,  Grönland) ­
  und  in  etwas  zusammenhängenderen  Massen
in  Kanada.  Ferner  ist  hier  und  da  ein  einzelner
Klumpen  gefunden  worden.  Außerdem  aber  kommen ­
  noch  über  die  ganze  Erde  zerstreut  Einzelfunde ­
  kosmischen  Ursprungs  (Meteoreisen)  vor,
die  stets  durch  einen  Gehalt  an  Nickel,  auch  wohl
an  Chrom  und  Kobalt  charakterisiert  sind.  -—
Verbindungen  des  Eisens  sind  äußerst  häufig  und
zum  Teil  zu  gewaltigen  Massen  aufgehäuft.  So
besteht  der  sich  870  m  über  der  Talsohle  erhebende ­
  Erzberg  bei  Eisenerz  in  Steiermark
            
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