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Holz
Hirschtalg
trockenen Destillation kommen als Hirsch
hornöl, Hirschhornsalz in den Handel. Jetzt
ist Hirschhornsalz kohlensaures Ammoniak.
S, Näheres bei den betreffenden Aufsätzen.
Hirschtalg (lat. Sebum cervinutn, frz. Suif,
engl. Tallow). Unter diesem , Namen wurde
früher das Fett der Hirsche geführt, das jetzt
meist durch Rinds- oder Schöpsentalg ersetzt
wird.
Hirse (lat. Semen mylii, frz. Mil, Millet, engl.
Millet) nennt man die Samen mehrerer Getreide-
arten der Gattung Panicum, besonders P.milia-
ceum(Gemeine oderRispenhirse),P.italicum
(Setaria italica, Kolbenhirse, Fennich), Se-
taria germanica (Deutsche Kolben- oder
Borstenhirse, Mohär) und P. sanguinale
(Bluthirse), die aus Indien stammen, jetzt aber
in Mitteleuropa, auch Deutschland, angebaut wer
den und auf trockenem, gut gedüngtem Boden,
in warmer Lage (Weinklima) hohe Erträge von
•5—30 hl zu 60—70 kg auf den Hektar geben.
Die Hirsekörner sind von ihren Spelzen fest um
hüllt und besitzen in diesem Zustande eine gelbe,
weißlichgelbe, graue, schwärzliche oder, rote
Farbe, erscheinen aber nach Entfernung der
25 °/o ausmachenden Spelzen hellgelb. Die un
geschälten Körner enthalten im Durchschnitt
12% Wasser, 12% Protein, 3 °/o Fett, 10 0/0
Rohfaser, 3 °/o Mineralstoffe und 60 °/o Kohlen
hydrate. Durch das Schälen wird der Gehalt
an Rohfaser um i—2 0/0 erniedrigt. Die H. wird
in enthülstem Zustande in Form von Grieß oder
Grütze (Hirsebrei mit Milch), seltener als Mehl
und Brot zu Nahrungszwecken verwandt und
dient außerdem zur Branntweindarstellung. Be
sonders im Kaukasus wird aus Hirse ein beliebter
Schnaps, Ar an, hergesteilt. Auch die nicht de
stillierte, sondern nur filtrierte Maische bildet
nach kurzer Gärung unter dem Namen Kwas,
nach längerer Zeit als Braga oder Busa ein ver
breitetes Getränk. Das Stroh, dessen Ertrag
to—20 dz für den Hektar beträgt, wird als Vieh
futter geschätzt. Die Hauptbezugsländer fürH.sind
Ungarn und die Balkanstaaten. Die Kaffern-
°der Mohrenhirse (Sorgho, Dhurra, Sirk,
Honiggras, Milomais, die von Sorghum oder
Andropogon abstammt, bildet in Nordamerika,
Afrika und China ein wichtiges Nahrungsmittel,
"■urd aber bei uns nur zu Brennereizwecken be-
nutzt.
Hirtentäschelkraut (lat. Herba bursae pasto-
(is, frz. Paneti&re, engl. Shepherd’s purse), ein
jetzt nur noch selten vorkommender Artikel des
Hrogenhandels, von Capsella bursae pasto-
Hs, schmeckt im frischen Zustande scharf und
Jurd nach Pfarrer Kneipp als Mittel gegen
“lasenleiden benutzt.
Hoang-Nan, die von Tonkin aus in den Han
del gekommene, bitter schmeckende, schwärz-
hchgraue Rinde einer zur Gattung Strychnos
gehörigen Kletterpflanze, enthält Bruzin und
“trychnin und ist demnach giftig.
Hofmanns Violett (Jodviolett), der be
atmte, von A.W.Hofmann 1863 entdeckte Teer
farbstoff, kommt in mehreren verschiedenen
Arten in den Handel, die durch Behandlung von
*uchsin oder Rosanilin mit Jodmethyl, Chlormethyl
Juur Bromäthyl entstehen und demnach als
“klze des Trimethyl- und Triäthylrosanilins an
zusprechen sind. Die meist in blaustichiges
Violett (Dahlia) und rotstichiges Violett
(Primula, Rotviolett s R extra) unterschiede
nen Farben bilden dunkelgrün glänzende, kri
stallinische Pulver oder auch Stücke, die sich mit
Ausnahme der Jodverbindungen in Wasser lösen,
Wolle und Seide direkt, Baumwolle nur nach
vorangegangenem Beizen färben. Durch das ähn
liche und billigere Methylviolett (s. d.) ist es viel
fach verdrängt worden.
Holländer Käse wird hauptsächlich in zwei
Sorten ausgeführt, nämlich als Edamer- und als
Gouda-K., von denen der ersterc aus den nörd
lichen Provinzen, meist in Form 1V2—2V2 kg
schwerer Kugeln mit roter Außenfärbung, der
letztere aus Südholland, in Form runder ab
geplatteter Laibe, in den Handel kommt. Sie sind
typische Fettkäse mit mindestens 40 °/o Fett in
der Trockensubstanz und werden wegen ihres
ausgezeichneten Geschmacks hochgeschätzt. Unter
geordnete Bedeutung hat der aus Magermilch
hergesteüte, mit Gewürznelken (Kruit) durch
setzte Lederkäse (Kruit-K.), der meist im Lande
und den Grenzgebieten verbraucht wird.
Holunder (Hollunder, Flieder, Schibik-
ken, Queweckcn), von Sambucus nigra, der
bekannte, in ganz Europa und dem nördlichen
Asien einheimische Baum, liefert in seinen Blü
ten und Früchten wertvolle Heil- und Hausmittel,
die wegen ihrer schweißtreibenden Wirkung'viel-
fach Anwendung finden. Die bei Sonnenschein
gesammelten und gut getrockneten Blüten (lat.
Flores sambuci, frz. Fleurs de sureau, engl. Eider
flowers) verdanken ihren angenehmen Geruch
einem ätherischen Öl, das für sich in den Handel
kommt, und bilden selbst einen ständigem Artikel
des Drogenhandels. Die dunkelvioletten Beeren
(lat. Fructus sambuci, frz. Fruits de sureau, engl.
Eider berries) dienen zur Herstellung des zu
einem Mus eingedickten Holundersafts (lat.
Extractum sambuci seu Succus seu Roob sam
buci, frz. Roh de sureau, engl. Roob of elder).
Holunderholz, das Holz von älteren Stämmen
des Sambucus nigra, wird wegen seiner Festig
keit von Tischlern und Drechslern sehr gesucht
und namentlich gern zu langen hölzernen Strick
nadeln verarbeitet.
Holundennark, das außerordentlich leichte,
ziemlich "weiße Mark der jungen Holunderstämme,
wird zur Anfertigung kleiner Figuren und Spiel
werke sowie zur Herstellung kleiner Kügelchen
für elektrische Versuche benutzt.
Holz (lat. Lignum, frz. Bois, engl. Wood) nennt
man im allgemeinen Sprachgebrauche den von
der Rinde umschlossenen harten Teil der Stäm
me,'Äste und Wurzein von Bäumen und Sträu-
chern aus der Gruppe der Dikotyledonen (Laub
holz) und Koniferen (Nadelholz). Zwischen ihm
und der Rinde befindet sich ein Ring lebender
ZeIlen'(Kambiumring.),die eineHälfte ihrerNeubil-
dungen der Rinde, die andere dem Holzkörper zu
fügen und so das Dickenwachstum verursachen.
In den gemäßigten Zonen mit Winterruhe unter
scheiden sich die neu angesetzten Schichten durch
ihre Färbung und gewähren als Jahresringe einen
Anhalt für das Alter, während in den Tropen
mit ständigem Wachstum ein gleichmäßiges Ge
füge entsteht. Das Holz, von dessen Innerem
Markstrahlen bis zur Rinde verlaufen, ist aus