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Kakur
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Kali
eben, beliebig färben und, nachdem es in Wasser
gelegen, auch biegen.
Kakur (Kakaobohnen), die gelben Früchte
der in Südwestafrika wachsenden Kukurbitazee
Cucumis myriocarpus, ähneln einer großen
Stachelbeere; die zahlreichen eiförmigen, fast
weißen Samen werden von den Kaffem als Purgier
und Brechmittel benutzt.
Kalabarbohnen (Gottesurteilbohne, lat
Semen calabaris, frz. Feve dir Calabar, engl.
Ordeal bean), die Samen eines an der Kalabarküste
in Westafrika heimischen, strauchartigen
Hülsengewächses Physostigma venenosum,
sind von nierenförmiger Gestalt, dunkelhis.
«chwarzbrauncr Farbe und mit einer harten
braunen Schale umgeben. Die etwa 4 g schweren,
völlig gcruch- und geschmacklosen Bohnen
enthalten zwei stark giftige Alkaloide: Physostigmin
und Kalabrin und werden daher
in Afrika zu Ordalien (Gottesurteilen) benutzt.
Das rein dargestellte Physostigmin, wie das
alkoholische Extrakt der K. haben die Eigenschaft,
die Pupille zu verengern, und finden daher
in der Augenheilkunde zur Aufhebung der Atro
Pinwirkung Anwendung, indem man mit Kalabarextrakt
getränkte Scheibchen von Gelatine oder
Papier in das Auge einführt. Als fremde Beiniengungen
sind bisweilen die Samen von Mucuna
cylindrosperma und M. urens, der sog.
wilden K., oder Kalmusse beobachtet worden.
Da die K. in Pulverform an Wirksamkeit
Verlieren sollen, werden sie nur in ganzem Zustande
aufbewahrt.
Kalain, Calin, Legierung von Blei, Zinn und
wenig Kupfer, welche die Chinesen in Form von
Dlattmetall zum Auslegcn der Teekisten benutzen.
Kala-Kurwali, ein dem Mahagoni ähnliches
°stindisches Holz von Hymenodiction ex-’telsum,
einer Rubiazee, eignet sich für die
feine Möbeltischlerei.
Kalfroom, ein aus Holland eingeführtes Prä-Parat,
das angeblich der Magermilch zugesetzt
Werden soll, um sie für die Kälberernährung
brauchbar zu machen, tatsächlich aber zur Milch-Hlschung
bestimmt zu sein scheint, stellt nach
"omer eine gelbe Flüssigkeit von dicklicher
Konsistenz dar und enthält neben 5,290/0 Wasser
?> 2 4 %, Mineralstoffe, 4,56% Kasein, 45,470/0
"aunuvollsamenöl und 31,940/0 Rohrzucker. K.
8>bt beim Anrühren mit Wasser eine milchähndche
Emulsion.
Kali (Kali umoxyd). Das Wort Kali oder mit
}9 r gesetztem arabischem Artikel Alkali ist araö
'sch und bedeutet Pflanzenlaugensalz, denn
Sc hon die Araber des 8. Jahrhunderts wußten,
a . a ß sich aus Pflanzenasche mit Wasser Salz ausdehen
sowie durch gebrannten Kalk ätzend
Aachen läßt. Daß zweierlei solcher Salze, K.
Un d Natron, vorhanden, wurde erst viel später
® r kannt. Jetzt versteht man unter K. nur die
"auerstoffverbindung des Kaliummetalls (s. Kaf
' Urn ). das Kaliumoxyd, K 2 G, eine weißgraue,
^este, spröde Masse, bezeichnet im Handel aber
deist die Verbindung des K. mit Wasser, das
■mlihydrat(Kaliumhydroxyd,Ätzkali, kau-"
^Dsches Kali, Kaliumoxydhydrat, lat. Ka
u ‘d hydricum, Kalium causticum, Lapis causti-Us
’ Dz. Hydrate de potassiura, Potassc caustique,
n H'l. Potassium Hydroxide, Potassium hydrate),
mit dem gleichen Namen. Das Kaliumhydroxyd
wurde längere Zeit als Element betrachtet, bis
Davy 1807 nachwies, daß cs ein zusammengesetzter
Körper sei. In den Handel kommt
das Ätzkali in verschiedener Form entweder fest
als weißes Pulver (Kalium causticum siccum, Ka
Hum hydricum siccum), als weiße, harte Stücke
(Kalium causticum fusum in frustulis) und als
runde Stengelchen (Kalium hydricum seu causticum
in baculis) oder in Lösung als Kalilauge,
Ätzkalilauge (lat. Liquor kali caustici, frz.
Solution d’hydrate potasse, Solution de potasse
caustique', engl. Solution of potash). Letztere
wurde früher durch Auslaugen von Holzasche
mit Wasser und Zusatz von gebranntem Kalk erhalten.
Jetzt stellt man sie durch Kochen von
wäßriger Pottaschelösung mit gelöschtem Kalk
in einem blanken eisernen Kessel dar. Die Umsetzung
in Ätzkali und kohlensauren Kalk gilt als
beendet, wenn eine filtrierte Probe der Flüssigkeit
beim Eintropfen in Salzsäure kein Aufbrausen
mehr bewirkt. Die Lauge wird nach dem
Absitzen des Kalkes klar abgezogen und in einem
blanken eisernen oder silbernen Kessel bis zur
gewünschten Konzentration eingedampft. Die
Kalilauge des D.A.B. (Liquor kali caustici purus)
hat das spez. Gew. 1,140 und enthält 15%
Ätzkali. Die Kalilauge des Handels (Liquor
kali caustici venalis) ist unreiner, aber gewöhn
lieh hochprozentiger. Der Gehalt wird mittels
des Aräometers nach Graden Beaumü bestimmt
Dip Kalilauge ist eine äußerst scharfe, sich
schlüpfrig anfühlende, farblose oder gelbliche
Flüssigkeit, die stark alkalisch reagiert und die
Haut bei längerer Einwirkung zerstört. Das
Kalium causticum siccum erhält man durch
Eindampfen der Kalilauge unter Umrühren, bis
ein herausgenommener Tropfen auf kaltem Porzellan
erstarrt, und darauf folgendes Weiterrühren
der vom Feuer genommenen Lauge bis.zum Erstarren.
Man gewinnt hierbei ein grobes Pulver,
das etwa 20% Wasser enthält. Das Kalium
causticum fusum wird erhalten, wenn man das
Eindampfen der Kalilauge so weit fortsetzt,
bis der Inhalt des Kessels ölartig ruhig schmilzt.
Alsdann wird die wasserfreie, heiße Masse entweder
in eiserne, innen versilberte Formen gegossen
und so das Kalium causticum in baculis
bzw. der Lapis causticus chirurgorum (Ätzstift)
gewonnen, oder man gießt dieselbe auf Metallbleche
aus und bricht sie nach dem Erkalten in
Stücke (Kalium causticum fusum in frustulis).
Das auf die eine oder andere Weise erhaltene
feste Ätzkali bringt man sofort nach dem Erstarren
in trockene, warme Gefäße und verschließt
sie sorgfältig, da es an der Luft begierig
Wasser und Kohlensäure anzieht und allmählich
zerfließt. Eine besonders reine Sorte für analytische
Zwecke erhält man durch Behandeln des
geschmolzenen Ätzkalis mit starkem Alkohol, wobei
die Verunreinigungen -— Kaliumsilikat, Pott
asche, Chlorkalium, Eisenhydroxyd — in die
untere wäßrige Schicht gehen. Die alkoholische
Lösung wird abgezogen, der Alkohol abdestilliert
und der Rückstand in einer Silberschale zum
ruhigen Schmelzen erhitzt. Ein noch reineres
Atzkali, das Kalium causticum purissimum,
wird aus Ätzbaryt und schwefelsaurem Kalium
gewonnen, Ätzkali und Kalilauge finden mannig