Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kalifig

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Kaliumchlorid

fache  Verwendung,  letztere  hauptsächlich  in  der
Technik  zur  Darstellung  der  Schmierseifen,  der
Oxalsäure,  zum  Büken  leinener  und  baumwollener ­
  Gespinste  usw.,  ersteres  als  Ätzmittel  und  in
der  analytischen  Chemie.
Kalifig,  ein  Abführmittel  amerikanischen  Ursprungs ­
  aus  drei  Teilen  kalifornischem  Feigensirup ­
  und  einem  Teil  Sennesextrakt.
Kalikos  (frz.  Calkot,  engl.  Calico),  nach  französischem ­
  Sprachgebrauch  auch  Indiennes  genannt, ­
  sind  bunt  gedruckte  Kattune  feinerer  Art.
Beide  Namen  erinnern  an  Indien  (Kalkutta),
das  Stammland  dieser  Waren,  von  wo  sie  früher
als  hochgeschätzte  Luxuswaren  nach  Europa
kamen,  während  sie  jetzt  einen  Hauptartikel  der
europäischen  Baumwollenfabrikation  bilden  und
in  ungeheuren  Massen  sowohl  nach  Indien  selbst,
als  auch  nach  anderen  Ländern  ausgeführt  werden ­
  (s.  Kattun).  Eine  besonders  feste  Sorte  von
gefärbtem  K.  wird  zu  Büchereinbänden  benutzt.
Kalinüsse  (wilde  Kalabarbohnen),  die  Samen ­
  der  im  tropischen  Amerika  heimischen  Papüionazee
  Mucuna  urens,  kommen  seit  1879
bisweilen  auf  den  europäischen  Markt.  Sie  sind
den  Kalabarbohnen  sehr  ähnliche  und  giftige
rotbraune  Bohnen,  runzelig,  annähernd  scheibenförmig ­
  und  auf  der  Kante  von  einer  5  mm  breiten, ­
  um  Y4,  des  Umfanges  reichenden  Narbe
umgeben.
Kalium  (frz.  und  engl.  Potassium),  das  metallische ­
  Element  des  Ätzkalis,  findet  sich  in
der  Natur  nicht  in  freiem  Zustande,  bildet  aber
in  Form  des  Silikates  einen  regelmäßigen  Bestandteil ­
  weit  verbreiteter  Mineralien  (Feldspat,
Glimmer).  Außerdem  gehen  Kaliumverbindungen
als  Verwitterungsprodukte  der  Gesteine  in  den
Ackerboden  und  das  Meerwasser  über,  und  insbesondere ­
  sind  die  reichen  Kalilager  von  Staßfurt ­
  und  Kalusz  als  Reste  eingedunsteter  Meere
aufzufassen.  Das  metallische  K.  wird  durch
Glühen  von  kohlensaurem  K.  mit  Kohle  erhalten,
wobei  der  Kohlenstoff  dem  Salze  den  Sauerstoff
entzieht  und  (das  Metall  in  Dampfform  übergeht.
Man  leitet  dieDämpfe  in  eine  gekühlte  Vorlage  und
fängt  das  verdichtete  Metall  in  Steinöl  auf.  Neuerdings ­
  stellt  man  das  Metall  hauptsächlich  aus  dem
Hydroxyde  durch  Reduktion  mit  metallischem
Magnesium  oder  mit  Hilfe  der  Elektrolyse  dar.  Das
K.  ist  bei  Zimmertemperatur  so  weich,  daß  es  sich
mit  dem  Messer  schneiden  läßt.  Das  spez.  Gew.  beträgt ­
  0,870,  das  Atomgewicht  39,450.  Es  schmilzt
bei  62°  ,und  geht  bei  670°  in  einen  grünlichen
Dampf  über.  Frisch  angeschnitten,  besitzt  das
Metall  einen  bläulichweißen  Glanz,  den  es  aber
an  der  Luft  durch  die  sofort  beginnende  Oxydation ­
  bald  verliert,  indem  sich  die  Oberfläche
mit  einer  Schicht  von  Kaliumoxyd  und  -hydroxyd
überzieht.  Sobald  ein  Stückchen  K.  auf  Wasser
geworfen  wird,  tritt  eine  äußerst  heftige  Reaktion ­
  ein.  Das  Metall  entzieht  dem  Wasser  seinen
Sauerstoff  und  verwandelt  sich  in  das  Hydroxyd,
während  der  Wasserstoff  in  Freiheit  gesetzt
wird.  Infolge  der  dabei  freiwerdenden  Hitze
schmilzt  das  K.  zu  einer  heißen  Kugel,  welche
auf  der  Wasserfläche  hin  und  her  rennt,  und  der
Wasserstoff  entzündet  jäich  unter  Explosionserscheinungen ­
  mit  violetter  Flamme.  —  Das  K.
findet  nur  in  chemischen  Laboratorien  beschränkte ­
  Anwendung,  .wird  aber  meist  durch

das  billigere  Natrium  ersetzt.  Seine  wichtigsten
Salze  und  Verbindungen  sind  in  besonderen  Aufsätzen ­
  besprochen.
Kaliumazetat  (essigsaures  Kalium,  lat.
Kali  aceticum,  Kalium  aceticum,  frz.  Acötate  de
potasse,  engl.  Potassium  acetate)  wird  durch  Auflösen ­
  von  Kaliumkarbonat  'in  einem  geringen
Überschuß  von  Essigsäure  und  Eindampfen  zur
Trockne  dargestellt  und  entsteht  auch  als  Nebenprodukt ­
  der  Bleiweißfabrikation.  Es  bildet
weiße  blättrige  Kristallmassen,  die  an  feuchter
Luft  leicht  zerfließen  und  daher  in  gut  verschlossenen ­
  Flaschen  pufbewahrf  werden  müssen.
K.  ist  ein  schon  seit  alter  Zeit  unter  dem  Namen
Terra  foliata  tartari  bekanntes  Arzneimittel
und  wird  auch  jetzt  noch  als  Diuretikum  verordnet. ­

Kaliumbromid  (Bromkalium,  lat.  Kalium
bromatum,  frz.  Bromure  de  potasse,  engl.  Potassium ­
  bromide),  KBr,  wird  in  gleicher  Weise
wie  Jodkalium  dargestellt  und  bildet  weiße,  luftbeständige
  Würfel,  die  sich  in  zwei  Teilen  Wasser,
aber  erst  in  200  Teilen  Alkohol  lösen.  K.  findet
in  der  Medizin  und  Photographie  ausgedehnte
Anwendung.
Kaliumchlorat  (chlorsaures  Kalium,  lat.
Kalium  chloricum,  Kali  oxymuriaticum,  frz.  Chlorate
  de  potasse,  engl,  Chlorate  of  potassium),
KCIO3,  wird  durch  Einleiten  von  Chlor  in  eine
erwärmte  Mischung  von  Kalkmilch  und  Kaliumchlorid, ­
  neuerdings  auch  durch  Elektrolyse  von
Chlorkalium,  dargestellt.  In  reinem  Zustande  erscheint ­
  es  als  ein  aus  farblosen,  glänzenden
Kristallblättchen  bestehendes  Salz,  das  in  Wasser
löslich  ist,  beim  Erhitzen  schmilzt  und  unter
Sauerstoffabgabe  in  Chlorkalium  übergeht.  Mit
leicht  entzündlichen  Körpern  gemengt,  verpufft
K.  beim  Erhitzen  oder  durch  Schlag  und  muß
daher  sehr  vorsichtig  behandelt  und  gesondert
auf  bewahrt  werden.  Für  den  Transport  bestehen
besondere  Vorschriften,  u.  a.,  daß  es  in  dichten,,
mit  Papier  ausgeklebten  Behältern  verpackt  und
mit  dem  Vermerk  feuergefährlich  versehen  wird.
Das  K.  wird  in  der  Feuerwerkerei,  ferner  zur
Fabrikation  phosphorfreier  Zündhölzer,  zur  Darstellung ­
  von  Sauerstoff,  in.  der  Färberei  zur  Erzeugung ­
  von  Anilinschwarz  auf  Garnen  und
Geweben  benutzt  .und  dient  in  der  Medizin  als
antiseptisches  Mund-  und  Gurgelwasser.
Kaliumchlorid  (Chlorkalium,  lat.  Kalium
chloratum,  Kali  xnuriaticum,  frz.  Chloride  de
potasse,  engl.  Chloride  of  potassium),  KCl,
findet  sich  in  der  Natur  in  reinem  Zustande  als
Sylvin,  mit  Magnesiumchlorid  und  Wasser  verbunden ­
  äls  Karnallit  in  den  Staßfurter  Abraumsalzen ­
  und  in  geringeren  Mengen  im  Meerwasser. ­
  Das  Hauptmaterial  für  seine  Darstellung
bieten  die  Abraumsalze,  aus  denen  es  durch  Behandlung ­
  mit  heißem  Wasser  abgeschieden  wird.
K.  erscheint  in  kleinen,  würfelförmigen,  farblosen
Kristallen,  die  etwas  schärfer  als  Kochsalz  schmekken,
  sich  in  Wasser  leicht  lösen  und  beim  Erwärmen ­
  verknistern.  Vom  Natriumchlorid  kann  man
es  leicht  dadurch  unterscheiden,  daß  es  die  Flamme
nicht  gelb,  sondern  violett  färbt,  ferner  mit  saurem
weinsauren  Natrium  einen  weißen  und  mit  Platinchlorid
  einen  gelben  kristallinischen  Niederschlag
liefert.  K.  wird  in  der  Medizin  bisweilen  als
Fiebermittel  verordnet,  in  ungeheuren  Mengen
            
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