Kalifig
190
Kaliumchlorid
fache Verwendung, letztere hauptsächlich in der
Technik zur Darstellung der Schmierseifen, der
Oxalsäure, zum Büken leinener und baumwollener
Gespinste usw., ersteres als Ätzmittel und in
der analytischen Chemie.
Kalifig, ein Abführmittel amerikanischen Ursprungs
aus drei Teilen kalifornischem Feigensirup
und einem Teil Sennesextrakt.
Kalikos (frz. Calkot, engl. Calico), nach französischem
Sprachgebrauch auch Indiennes genannt,
sind bunt gedruckte Kattune feinerer Art.
Beide Namen erinnern an Indien (Kalkutta),
das Stammland dieser Waren, von wo sie früher
als hochgeschätzte Luxuswaren nach Europa
kamen, während sie jetzt einen Hauptartikel der
europäischen Baumwollenfabrikation bilden und
in ungeheuren Massen sowohl nach Indien selbst,
als auch nach anderen Ländern ausgeführt werden
(s. Kattun). Eine besonders feste Sorte von
gefärbtem K. wird zu Büchereinbänden benutzt.
Kalinüsse (wilde Kalabarbohnen), die Samen
der im tropischen Amerika heimischen Papüionazee
Mucuna urens, kommen seit 1879
bisweilen auf den europäischen Markt. Sie sind
den Kalabarbohnen sehr ähnliche und giftige
rotbraune Bohnen, runzelig, annähernd scheibenförmig
und auf der Kante von einer 5 mm breiten,
um Y4, des Umfanges reichenden Narbe
umgeben.
Kalium (frz. und engl. Potassium), das metallische
Element des Ätzkalis, findet sich in
der Natur nicht in freiem Zustande, bildet aber
in Form des Silikates einen regelmäßigen Bestandteil
weit verbreiteter Mineralien (Feldspat,
Glimmer). Außerdem gehen Kaliumverbindungen
als Verwitterungsprodukte der Gesteine in den
Ackerboden und das Meerwasser über, und insbesondere
sind die reichen Kalilager von Staßfurt
und Kalusz als Reste eingedunsteter Meere
aufzufassen. Das metallische K. wird durch
Glühen von kohlensaurem K. mit Kohle erhalten,
wobei der Kohlenstoff dem Salze den Sauerstoff
entzieht und (das Metall in Dampfform übergeht.
Man leitet dieDämpfe in eine gekühlte Vorlage und
fängt das verdichtete Metall in Steinöl auf. Neuerdings
stellt man das Metall hauptsächlich aus dem
Hydroxyde durch Reduktion mit metallischem
Magnesium oder mit Hilfe der Elektrolyse dar. Das
K. ist bei Zimmertemperatur so weich, daß es sich
mit dem Messer schneiden läßt. Das spez. Gew. beträgt
0,870, das Atomgewicht 39,450. Es schmilzt
bei 62° ,und geht bei 670° in einen grünlichen
Dampf über. Frisch angeschnitten, besitzt das
Metall einen bläulichweißen Glanz, den es aber
an der Luft durch die sofort beginnende Oxydation
bald verliert, indem sich die Oberfläche
mit einer Schicht von Kaliumoxyd und -hydroxyd
überzieht. Sobald ein Stückchen K. auf Wasser
geworfen wird, tritt eine äußerst heftige Reaktion
ein. Das Metall entzieht dem Wasser seinen
Sauerstoff und verwandelt sich in das Hydroxyd,
während der Wasserstoff in Freiheit gesetzt
wird. Infolge der dabei freiwerdenden Hitze
schmilzt das K. zu einer heißen Kugel, welche
auf der Wasserfläche hin und her rennt, und der
Wasserstoff entzündet jäich unter Explosionserscheinungen
mit violetter Flamme. — Das K.
findet nur in chemischen Laboratorien beschränkte
Anwendung, .wird aber meist durch
das billigere Natrium ersetzt. Seine wichtigsten
Salze und Verbindungen sind in besonderen Aufsätzen
besprochen.
Kaliumazetat (essigsaures Kalium, lat.
Kali aceticum, Kalium aceticum, frz. Acötate de
potasse, engl. Potassium acetate) wird durch Auflösen
von Kaliumkarbonat 'in einem geringen
Überschuß von Essigsäure und Eindampfen zur
Trockne dargestellt und entsteht auch als Nebenprodukt
der Bleiweißfabrikation. Es bildet
weiße blättrige Kristallmassen, die an feuchter
Luft leicht zerfließen und daher in gut verschlossenen
Flaschen pufbewahrf werden müssen.
K. ist ein schon seit alter Zeit unter dem Namen
Terra foliata tartari bekanntes Arzneimittel
und wird auch jetzt noch als Diuretikum verordnet.
Kaliumbromid (Bromkalium, lat. Kalium
bromatum, frz. Bromure de potasse, engl. Potassium
bromide), KBr, wird in gleicher Weise
wie Jodkalium dargestellt und bildet weiße, luftbeständige
Würfel, die sich in zwei Teilen Wasser,
aber erst in 200 Teilen Alkohol lösen. K. findet
in der Medizin und Photographie ausgedehnte
Anwendung.
Kaliumchlorat (chlorsaures Kalium, lat.
Kalium chloricum, Kali oxymuriaticum, frz. Chlorate
de potasse, engl, Chlorate of potassium),
KCIO3, wird durch Einleiten von Chlor in eine
erwärmte Mischung von Kalkmilch und Kaliumchlorid,
neuerdings auch durch Elektrolyse von
Chlorkalium, dargestellt. In reinem Zustande erscheint
es als ein aus farblosen, glänzenden
Kristallblättchen bestehendes Salz, das in Wasser
löslich ist, beim Erhitzen schmilzt und unter
Sauerstoffabgabe in Chlorkalium übergeht. Mit
leicht entzündlichen Körpern gemengt, verpufft
K. beim Erhitzen oder durch Schlag und muß
daher sehr vorsichtig behandelt und gesondert
auf bewahrt werden. Für den Transport bestehen
besondere Vorschriften, u. a., daß es in dichten,,
mit Papier ausgeklebten Behältern verpackt und
mit dem Vermerk feuergefährlich versehen wird.
Das K. wird in der Feuerwerkerei, ferner zur
Fabrikation phosphorfreier Zündhölzer, zur Darstellung
von Sauerstoff, in. der Färberei zur Erzeugung
von Anilinschwarz auf Garnen und
Geweben benutzt .und dient in der Medizin als
antiseptisches Mund- und Gurgelwasser.
Kaliumchlorid (Chlorkalium, lat. Kalium
chloratum, Kali xnuriaticum, frz. Chloride de
potasse, engl. Chloride of potassium), KCl,
findet sich in der Natur in reinem Zustande als
Sylvin, mit Magnesiumchlorid und Wasser verbunden
äls Karnallit in den Staßfurter Abraumsalzen
und in geringeren Mengen im Meerwasser.
Das Hauptmaterial für seine Darstellung
bieten die Abraumsalze, aus denen es durch Behandlung
mit heißem Wasser abgeschieden wird.
K. erscheint in kleinen, würfelförmigen, farblosen
Kristallen, die etwas schärfer als Kochsalz schmekken,
sich in Wasser leicht lösen und beim Erwärmen
verknistern. Vom Natriumchlorid kann man
es leicht dadurch unterscheiden, daß es die Flamme
nicht gelb, sondern violett färbt, ferner mit saurem
weinsauren Natrium einen weißen und mit Platinchlorid
einen gelben kristallinischen Niederschlag
liefert. K. wird in der Medizin bisweilen als
Fiebermittel verordnet, in ungeheuren Mengen