Kanister
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Kapern
mit Wolle oder Baumwolle kartätscht, verwebt
und versponnen wird.
Kanister sind Blechflaschen oder -dosen zur
Versendung von ölen u. dgl.
Kannabintannat (gerbsaures Kannabin,
lat. Cannabinum tannicum), ein aus dem indi
schen Hanf, nach Entfernung des giftig wirken
den ätherischen Öls, durch Fällung des wäß
rigen Auszugs mit Gerbsäure dargestelltes Prä
parat, ist ein bräunlichgraues, geruchloses Pulver
von zusammenziehendem Geschmack. Es löst
sich nicht in Wasser, wohl aber in angesäuertem
Weingeist völlig auf und darf beim Glühen auf
Platinblech keinen bemerkenswerten Rückstand
hinterlassen. Beim Vermischen mit Natronlauge
wird die Base, das nach Koniin riechende Kanna
bin, in Freiheit gesetzt. K. wird als schlafbrin
gendes Mittel anstatt Opium verwendet.
Kanthariden (Spanische Fliegen, Blasen
käfer, Pflasterkäfer, lat. Cantharides, frz.
Cantharides, engl. Spanish flies) nennt man die,
getrockneten Körper der schlanken, metallisch
grün glänzenden Blasenkäfer (Lyttavesicato-
ria), die 2—2,5 cm lang werden und in ganz
Süd- und Mitteleuropa, in Deutschland aber nur
strichweise als verirrte Schwärme Vorkommen.
Sie werden namentlich aus Südrußland, Rumä
nien, Ungarn, Österreich in den Verkehr ge
bracht und bilden auf den Messen zu Pultawa
und Nischnij-Nowgorod einen Hauptartikel. Die
Tiere bevorzugen als Futterbaum die Esche,
gehen aber auch auf Rainweiden, Holunder,
Geisblatt, die sie in großer Menge bedecken,
und können an ihrem starken Gerüche früher
wahrgenommen als gesehen werden. Man sam
melt sie in den Monaten Juni bis August, indem
man die Käfer frühmorgens auf untergebreitete
Tücher abschüttelt, in Glasflaschen füllt und
durch Einbringen von etwas Äther, Benzin oder
Essig u. dgl. tötet. Sie werden dann an der
Sonne oder bei gelinder Wärme bis zur Pulveri-
sierbarkeit getrocknet und in gut verschlossenen
Flaschen oder Büchsen aufbewahrt. Als cha
rakteristische Bestandteile enthalten sie neben
einem Riechstoffe das blasenziehende Kanthari
din (s. d.) und werden zur Herstellung von Zug
pflastern (Spanischfliegenpflaster, Empla-
strum cantharidum s. vesicatorium undDrouott-
sch-es Pflaster) sowie zu Tinkturen (Tinctura
cantharidum) benutzt. —- Außer den gewöhn
lichen K. 'gibt es noch zahlreiche ähnliche
Käfer, die ebenfalls blasenziehend wirken und
in manchen > Ländern medizinisch verwandt wer
den, wie die persischen K., Mylabris colligata
und maculata, die blauen oder violetten ost
indischen K., Lytta Gigas, und in Nordamerika
sehr häufig Epicanta vittata und cinerea. Bei
uns werden zur Bereitung von Kantharidin sehr
häufig die chinesischen K., Mylabris Cichorii,
benutzt. Sie haben braune, nicht metallglänzende
Flügeldecken mit schwarzen und gelben Quer
streifen. — Alle Kantharidenarten sind dem
Wurmfraß sehr unterworfen und schimmeln
leicht.
Kantharidin (Kantharidinsäure, Kantha
ridinkampfer, lat. Cantharidinum, frz, und
engl. Cantharidine), C 10 H 12 O 4 , der blasenziehende
Stoff der Kanthariden (s. d.),- bildet kleine, farb
lose und geruchlose Kristalle, die bei 218° C
schmelzen und unzersetzt sublimieren. Als An
hydrid einer Säure wird es auch Kanthari
dinsäure (Acidum cantharidinicum) oder rich
tiger Kantharidinsäureanhydrid genannt. Zu
seiner Darstellung werden gepulverte chinesische
Kanthariden mit einem Gemisch von Schwefel
säure und Essigäther digeriert, darauf mit Ba
riumkarbonat versetzt und mit Eskigäther extra
hiert. Das aus der Lösung auskristallisierende
K. wird zur Entfernung des Fettes mit Petrol
äther gewaschen und aus Alkohol umkristalli
siert. K. wie kantharidinsaures Kalium
finden immer mehr als Ersatz der Kanthariden
Anwendung. Insbesondere wird das Spanische
Fliegenpflaster, Drouottsches Pflaster,
durch Auflösen von K. und Aufstreichen auf
Seidenstoff hergestellt.
Kantill^n (Cantillen, frz. Bouillon, Canne-
tille, engl. Bullion, Purl) sind Erzeugnisse der
Gold- und Silberdrahtspinnerei', die hauptsächlich
zu militärischen Abzeichen, wie Epauletten, Port
epees, Tressen, Quasten u. dgl. verwandt wer
den. Der hierzu dienende Gold- und Silber
draht ist entweder von kreisrundem Querschnitt
oder breitgewalzt, bandartig und heißt dann
Lahn. Reiner Golddraht wird nur selten und
dann auch nur in den feinsten Nummern an
gewandt, während in der Regel vergoldeter Silber
draht, dessen Goldgehalt in einigen Staaten ge
setzlich vorgeschrieben ist, zur Verarbeitung ge
langt. Sehr viele Gold- und Silberfäden wer
den auch durch Überspinnen von Seidenfäden
mit Gold- oder Silberdraht hergestellt und zu
Tressen, Borten, Schnüren usw. sowie zur Her
stellung von Gold- und Silbergeweben (Draps
d’or und Draps d’argent), Stickereien u. dgl. be
nutzt. Schließlich gibt es noch aus unechtem
Gold- und Silberdraht hengestellte Fäden. Durch
schraubenförmiges Aufrollen des Drahtes auf
einen massiven, stählernen Zylinder von der
Dicke einer feinen Stricknadel bis zu der eines
starken Bleistifts, erhält man biegsame, hohle
Zylinder, die eigentlichen K,
Kaolin' (China Clay) ist'ein feiner, eisenfreier,
weißer Ton, der noch untersetzte Feldspatteil
chen enthält und zur Porzellanbereitung dient
(Porzellanerde, Porzellanton). Lager von
Kaolin finden sich bei Meißen, Aue, Schneeberg,
Halle, Passau, Limoges usw., von wo der K.
oft weithin versandt wird.
Kapern (frz. Capres, engl. Capers) nennt man
die Blütenknospen von Capparis spinosa, die
an sonnigen, felsigen Stellen der Mittelmeer
küsten wild wächst und bisweilen, besonders in
Südfränkreich, auch angepflanzt wird. Der dor
nige, rankende Strauch von 1 !/ 2 —-2 m Höhe
trägt vierblättrige, blaßrötliche, den wilden Ro
sen ähnliche Blüten und fleischige Schoten-
früchte. Die Knospen werden gesammelt, wenn
sie Pfefferkorn- bis Erbsengroße erreicht haben
und noch ganz geschlossen sind. Sobald sie
durch Ausbreiten im Schatten etwas abgewelkt
sind, werden sie in Fässern mit gesalzenem
Essig überschüttet und an die Saleurs verkauft,
welche das Einlegen geschäftsmäßig betreiben.
Diese behandeln die K. entweder mit starkem
Essig oder trockenem Salz, am häufigsten m
der ersten Weise, da die Essigkapern schmack
hafter und beliebter sind, während die Salz-K.