Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Lärchenholz

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Lanolin

des  Schafes,  die  zur  Fellgewinnung  dienen,  sind
das  spanische  Merinoschaf,  das  Bauernschaf ­
  und  das  in  Asien,  Südrußland  und  Ägypten
gehaltene  breitschwänzige  Schaf,  das  die
schönsten  L.  liefert,  zu  nennen.  Von  einer  Abart
des  letzteren,  dem  bucharischen  Schaf,  stammen ­
  die  Astrachan-  und  die  persischen  Felle,
von  dem  langschwänzigen  Schaf  die  ukrainischen ­
  Felle.  Der  Farbe  nach  werden  von  allen
Sorten  die  schwarzen  Felle  bevorzugt,  die  am
schönsten  aus  Persien  (Agneaux  de  Tatarie
oder  de  Perse),  danach  der  Krim  (Krimmer)
und  der  Ukraine  zur  Ausfuhr  gelangen.  Die
Astrachaner  L.  haben  ziemlich  langes,  glänzend
schwarzes  Haar,  während  dasjenige  der  übrigen
Sorten  meist  feine  Ringel,  oft  von  außerordentlicher ­
  Zartheit,  bildet.  Die  Kräuselung  wird  auf
künstliche  Weise  hervorgerufen,  indem  die  Kirgisen, ­
  Kalmücken  und  Tataren  die  neugeborenen
Lämmer  sogleich  in  grobe  Leinwand  einnähen,
diese  täglich  mehrmals  mit  warmem  Wasser
benetzen  und  mit  den  Händen  in  gewissen
Richtungen  streichen.  Nach  etwa  4  Wochen
wird  das  Tier  untersucht  und,  falls  die  Kräuselung ­
  alsdann  noch  nicht  genügend  vorgeschritten
sein  sollte,  noch  weiter  in  gleicher  Weise  behandelt. ­
  Die  feinsten  aus  Rußland  kommenden
L,  werden  bei  uns  als  Persianer,  in  Rußland
selbst  als  Karakul  bezeichnet,  während  man
in  Deutschland  unter  Karakul  gewöhnlich  die
kleineren  tatarischen  Lammfelichen,  auch  Treibei ­
  genannt,  versteht.  Die  geringeren  russischen
L.  führen  den  Namen  Schmaschen.  Die
kostbarsten  Stücke  werden  für  den  russischen
Inlandsbedarf  zurückbehalten,  die  gewöhnliche
Ware  kommt  aus  Ungarn,  der  Türkei  u.  a.  O,
und  ist  oft  gefärbt.
Lärchenholz  (Lerchenholz)  von  L  a  r  i  x
europaea,  erscheint  im  Splinte  weiß,  sonst  rötlich, ­
  braunrötlich  oder  rotgelb,  bei  alten  Stämmen
zuweilen  dunkel  geflammt.  Es  ist  sehr  harzreich, ­
  wenig  dem  Werfen  und  nicht  dem  Wurmfraß ­
  unterworfen  und  daher  ein  ausgezeichnetes, ­
  sehr  dauerhaftes  Bauholz  für  Land-  und
Wasserbauten,  Mastbäume  und  Eisenbahnschwellen, ­
  während  die  jungen  Stämme  als
Hopfen-  und  Telegraphenstangen  benutzt  werden. ­
  Als  Brennholz  steht  es  im  Werte  zwischen
Kiefer  und  Fichte.
Läusekörner  (Stephanskörner,  lat.  Semen
staphisagriae,  frz.  Semence  de  staphisaigre,
engl.  Stavesacre  seeds),  die  graubraunen,  runzligen ­
  Samen  einer  Art  Rittersporn  (Delphinium
  staphisagriae),  der  im  südlichen  Europa
wild  wächst  und  bei  uns  zuweilen  in  Blumengärten ­
  vorkommt,  zeigen  eine  flache,  dreieckige,
zuweilen  viereckige  Gestalt  und  besitzen  einen
unangenehmen  Geruch  sowie  sehr  bitteren  und
scharfen  Geschmack.  Sie  werden  wie  die  Sabadillsamen ­
  zur  Vertilgung  von  Kopfungeziefer
gebraucht  und  finden  medizinisch  in  der  Homöopathie ­
  und  zur  Darstellung  von  Delphinin
(s.  d.)  Verwendung.
Lahn  (frz.  Lame,  engl.  Finsel)  besteht  aus
flach  gewalztem,  echten  und  unechten  Gold-  und
Silberdraht  und  wird  zu  Spitzen  und  Borten,
Bändern  (aus  Lahn  und  Seide),  Stoffen  für
Maskerade  und  Theateranzüge  und  zahlreichen
underen  Schmucksachen  verarbeitet.

Laktukariutn  (Tridace,  lat.  und  frz.  Lactucarium,
  engl.  Lettuce  opium)  ist  der  durch  Einschnitte ­
  ausgetretene  und  eingetrocknete  Milchsaft ­
  verschiedener  Arten  der  Gattung  Lac  tu  ca
(vgl.  Giftlattich).  Den  wirksamen  Stoff  bildet
ein  indifferenter  Bitterstoff,  das  Laktuzin,
welches  in  weißen,  perlglänzenden  Kristallschuppen ­
  erscheint.  Außerdem  finden  sich  noch
Laktuzerin,  Laktukasäure,  Kautschuk  u.
a.  L.  findet  bisweilen  als  unsicheres  Schlafmittel ­
  Verwendung.
Lama  nennt  man  flanellähnliche  Stoffe  aus
Streichwolle,  die  meist  schlicht  gewebt,  doch
zuweilen  auch  geköpert  und  gemustert  sind
und  eine  schwache  Haardecke  haben,  durch
welche  das  Gewebe  sichtbar  ist.  Sie  sind  einfarbig ­
  oder  bunt,  gestreift,  kariert  oder  geflammt
  und  dienen  als  Futter  für  Winterkleider,
zu  Mänteln  usw.  Mitunter  gibt  man  den  Namen
auch  besseren  Stoffen,  die  gewöhnlich  Napolitäine
  heißen.
Lambik,  ein  belgisches,  durch  Selbstgärung
erzeugtes,  säuerlich  schmeckendes  Bier,  enthält
nach  König  3,66  Extrakt,  5,02  Alkohol,  0,43
Protein,  0,56  Maltose,  1,68  Gummi  und  Dextrin,
0,89  Milchsäure  und  0,20  Kohlensäure.
Lametta,  die  zur  Schmückung  von  Weihnachtsbäumen ­
  benutzten  gold-  und  silberähnlichen ­
  Metallfäden,  deren  Herstellung  trotz  des
billigen  Preises  eine  ziemlich  umständliche  ist,
werden  nach  Gewicht  gehandelt  und  besonders,
in  Nürnberg,  Thüringen,  im  Erzgebirge  usw.  zu
Christbaumschmuck  verarbeitet.
Laminariastiele  (gefingerter  Seetang,  lat.
Laminaria  digitata,  frz.  und  engl.  Laminaria)
bestehen  aus  den  getrockneten  fingerdicken
oder  stärkeren,  am  oberen  Ende  wie  Finger
geteilten  Ästen.  mehrerer  an  den  Küsten  der
Nordsee  wachsender  Tange"  (Laminaria
Cloustonii,  L.  stenophylla).  Vermöge  ihrer
Eigenschaft,  in  der  Nässe  beträchtlich  aufzuquellen, ­
  bilden  sie  ein  wichtiges  Hilfsmittel  der
Chirurgen  zur  Erweiterung  von  Wunden  und
Fisteln,  wozu  früher  der  sog.  Preßschwamm
gebraucht  wurde.  Die  für  diese  Zwecke  daraus
hergestellten  Bougies  und  Quellkegel  sind  fertig
im  Handel.
Lairitzsches  Waldwollöl  ist  ein  gegen  Rheumatismus ­
  angepriesenes  Destillat  aus  Koniferenwolle. ­

Lanolin  (gereinigtes  Wollfett,  lat.  Lanolinum,
  Adeps  lanae,  frz.  Lanoline,  engl.  Lanolin).
Das  schon  im  Altertum  als  Oesypus  medizinisch ­
  benutzte  Wollfett  geriet  später  in  Vergessenheit ­
  und  wurde  erst  1885  wieder  von
Liebreich  als  gereinigtes  Wollfett  in  den  Arzneischatz ­
  eingeführt.  Das  rohe  Wollfett  findet
sich  im  Wollschweiß  der  Schafe  und  geht  beim
Waschen  der  Wolle  in  das  Waschwasser  der
„Wollwäschereien“  sowie  in  das  durch  Zusatz
von  Säuren  daraus  abgeschiedene  Wollwaschfett
  über.  Zur  Trennung  des  Wollfettes  von
den  freien  oder  gebundenen  Fettsäuren  verwandelt ­
  man  die  letzteren  in  unlösliche  Kalkseifen
und  zentrifugiert  darauf  das  Wollwaschwasser
oder  das  mit  Wasser  emulgierte  Wollwaschfett.
worauf  man  das  abgeschiedene  Rohlanolin  durch
Zusammenschmelzen  mit  Marmorkalk,  völliges
Befreien  von  Wasser,  mehrfaches  Umschmelzen
            
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