Makronen
260
Maltonweine
kend und wird außerdem durch Salzen und Räu
chern konserviert.
Makronen nennt man ein scheibenförmiges
oder flach halbkugelförmiges Gebäck, welches
aus süßen und bitteren Mandeln, Eiweiß und
Zucker bereitet wird und gewöhnlich auch noch
Gewürze als Zutat erhält. — Die in den Handel
gebrachten Kaisermakronen sind aus Kokos
kernen statt aus Mandeln hergestellt worden
und dürfen nicht als M. schlechthin bezeichnet
werden.
Malabartalg (Vateriafett, Pineytalg) wird
durch Auskochen der gerösteten und gemahlenen
Samen von Vateria indica {Butterbohne)
mit Wasser erhalten. Es ist ein frisch grünlich
gelbes, geschmack- und geruchloses Fett von
talgähnlicher Konsistenz und wird sowohl zu
Speisezwecken als auch zur Kerzenfabrikation
verwandt.
Malachit (Atlaserz, frz. und engl, Malachite),
ein grünes Kupfererz, welches g eich der blauen
Kupferlasur ein kohlensaures Kupferoxydhydrat
i^t, nur einen höheren Kupferoxydgehalt von
7'i,t9°/o neben 19,94% Kohlensäure und 8,16%
Wasser aufweist, findet sich in Form schöner
Kristalle sowie blättriger, fasriger, dichter und
erdiger Massen an den meisten Kupfererzlager
stätten, besonders in Thüringen, Kärnten,' Corn
wall, Ungarn und im Ural. Alle Vorkommnisse
sind gute, leicht zu verhüttende Kupfererze, doch
werden die besonders schön gefärbten, faserigen
Stücke, welche infolge ihrer Zusammensetzung
aus feinen Kristallnadeln seidenartigen Glanz
zeigen, meist zu Gebrauchsgegenständen und
Schmucksachen verarbeitet. Der Malachit be
sitzt eine geringe Härte (3,5), zeichnet sich aber
durch seine schöne Färbung, seinen Glanz und
seine Politurfähigkeit aus. Die größten und
schönsten Stücke finden sich im Ural, besonders
in den fürstlich Demidoffschen Besitzungen und
werden zur Herstellung von Tischplatten, Säulen,
Vasen, Leuchtern und Bauornamenten benutzt.
Kleinere Stücke, die zu Dosen, Ringsteinen und
Broschen verarbeitet werden können, kommen
auch in Tirol und anderen Orten vor. Man sor
tiert die Ware nach der Farbe in foncde, ordi-
na-ire, claire und pale und schätzt die dunklere
am geringsten.
Malachitgrün, ein seit 1878 bekannter Teer
farbstoff der Triphenylmethanreihe (Tetra-
methyldiaminotriphenylkarbinol), kommt in vie
len verschiedenen Farbtönen von bläulichgrün
bis gelblichgrün in den Handel, je nachdem die,
in dem Farbstoff enthaltene Base als Oxalat, als
Pikrat oder als Eisenchlorid- oder Zinkchlorid
doppelsalz vorhanden ist. Die verschiedenen
Handelsbezeichnungen: Bittermandelölgrün,
Viktoriagrün, Neugrün, Solidgrün, Echt
grün, Benzalgrün, Benzoylgrün, Kristall
grün, Vert Diamant, beziehen sich zum Teil
auf dieselbe Farbe. Die Darstellung erfolgt
durch Einwirkung von Benzaldehyd auf Dime
thylanilin und Oxydation des hierbei entstehen
den Tetramethyldiamidotriphenylmethans mit
Bleisuperoxyd in salzsaurer Lösung, worauf man
das Oxalat in Form grüner, metallisch glänzen
der Blättchen, das Chlorzinksalz, in messing
gelben prismatischen Kristallen erhält. Alle diese
Farben sind, mit , Ausnahme des Pikrats, in
Wasser löslich, das Pikrat ist aber in Alkohol
löslich und wird unter dem besonderen Namen
M. spritlöslich verkauft. Das M. findet aus
gedehnte Anwendung in der Färberei und färbt
Seide, Wolle, Jute und Leder direkt, Baumwolle
nach vorhergegangenem Beizen mit Tannin und
Brechweinstein grün. Die Farben sind ziemlich
echt gegen Seifen und Säuren. Auch zum Fär
ben von Affichenpapier und zur Herstellung von
Buntpapieren kann M. benutzt werden.
Malaga, ein zu den eigentlichen Süßweinen
mit mehr als 18 % Zucker gehörender Dessert
wein, stammt aus der spanischen Provinz Malaga
und wird meist als Weißwein aus der Pedro-
Ximenez-Traube nach den verschiedensten
Verfahren hergestellt. Die Grundlage der mei
sten Erzeugnisse bildet der Vino maestro,
ein im -Zustande beginnender Gärung durch Zu
satz von 15% Alkohol stumm gemachter Most
und der Vino Tierno, der durch Auspressen
von Trockenbeeren mit t/s Wasser gewonnen
wird. Sie erhalten meist Zusätze von Aropa,
d. i. in flachen Pfannen auf Vs seines Volums
eingekochter süßer Most, oder von Color, der
noch weiter zur Sirupsdicke eingedampften Aropa.
Beide sollen außerdem vielfach mit Auszügen
von Feigen, Johannisbrot und Zuckersirup ver
mischt werden. Durch entsprechende Vereini
gung der genannten Stoffe entstehen die ver
schiedenen Malagaweine, von denen zu uns die
dunkelbraun gefärbten, viel Color enthaltenden,
Sorten gelangen. Als mittlere Zusammensetzung
gibt König an: 12,6g Alkohol, 22,09g Extrakt,
,18,32 g Zucker, 0,51g Gesamtsäure, 0,55 g Gly
zerin und 0,42 g Mineralstoffe, jedoch schwankt
die Zusammensetzung sehr, und neben dem
zuckerreichen Dulce delcolor gibt es sehr
herbe, als Vino seco bezeichnete Sorten. Die
aus den höher gelegenen Gegenden stammenden
Mountains Weine gehen meist nach England.
Rote M. sind ziemlich selten und meist als
Alikante anzusprechen.
Malamborinde (lat. Cortex Malambo, frz.
Ecorce de malambo, engl. Malambo bärk), die
Rinde von Croton Malambo, einer baumarti
gen Euphorbiazee Venezuelas und Neu-Gra
nadas, besteht aus rinnenförmigen Stücken, die
mit einem leicht ablösbaren, weißgelbllchen Kork
bedeckt sind. Darunter liegt eine gelbbraune
Mittelrinde, während die Innenfläche glatt und
blaß zimtfarben, der Bruch körnig, faserig er
scheint. Geruch ünd Geschmack erinnern an
Mazis. Die Rinde wird in Südamerika als
Fiebermittel medizinisch verwandt.
Malariapastillen enthalten 1 g salzsaures Chi
nin und 0,002 g arsensaures Natrium.
Malarin, ein schwach nach Jasmin riechendes
hellgelbes Kristallpulver vom Schmelzpunkt 88°,
wird durch Erhitzen gleicher Teile Azetophenon
und Paraphenetidin dargestellt und ist daher als
Azetophenonphenetidid, C 6 H 5 . C(CH ;i ): N .
C 6 H 4 OC 2 H s , anzusprechen. Die in Wasser un
lösliche, in Alkohol und Äther lösliche Verbin
dung wird neuerdings als Fiebermittel empfohlen.
Maltonweine nennt man eine Reihe weinähn-
lieber, Getränke, welche nach einem von Dr.
Sauer in Hamburg erfundenen Verfahren aus
Malzwürze hergestellt werden. Die letztere wird
zunächst durch Zusatz von. Milchsäurebazillen