Mehl
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Meisterwurzel
Vinager of squill), durch Versetzen des letzteren
mit Honig und Eindicken den Meerzwiebel-
.sauerhonig (lat. Oxymel scillae, frz. Oxymel
de scille, engl. Oxymel of squill), die beide me
dizinisch als Brechmittel, zur Steigerung der
Herztätigkeit und als harntreibendes Mittel ver
ordnet werden. In großen Mengen findet M.
auch zur Vertilgung von Ratten und Mäu
sen Anwendung, wozu sie sich ■ besonders in
frischem Zustande mit Fett geschmort, oder
mit Mehl zu einem Teig angemengt und ge
backen eignet. Getrocknete M. ist wegen ihrer
Giftigkeit in Deutschland dem freien Verkehr
entzogen. Die Tinkturen und Extrakte dürfen
auch von den Apotheken nur auf ärztliche Ver
ordnung abgegeben werden.
Mehl (Getreidemehl, lat. Farina, frz. Farine,
engl. Flour). Wie alle pflanzlichen Nahrungs
mittel, deren Stärkekörner im rohen Zustande
so gut wie unverdaulich sind, müssen auch die
Getreidesamen vor ihrer Verwendung zu Ernäh
rungszwecken möglichst weit zerkleinert und
von der unverdaulichen Zellulose befreit werden.
Zur Erreichung beider Ziele bedient man sich
der verschiedenen Mahlverfahren, welche auf
der Erkenntnis beruhen, daß die unverdauliche
äußere Schale zähe ist und länger ihren Zu
sammenhang behält als der spröde, leicht zu
einem Pulver zerreibliche Mehlkörper und daher
durch Sieben entfernt werden kann. Dem eigent
lichen Mahlen geht eine sorgfältige Reinigung
des Getreides von fremden Verunreinigungen
(Stroh, Staub, Unkrautsamen) durch mehrfache
Anwendung von Sieben, Saugmaschinen (Aspira
toren) und Unkrautauslesemaschinen (Trieuren)
vorauf, und erst dann folgt die weitere Zer
kleinerung im Wege der Flachmüllerei oder
der Hochmüllerei. Bei der ersteren, welche
meist im Kleinbetriebe für die weicheren in
ländischen Weizen- und Roggensorten angewandt
wird, gelangt das Getreide zwischen möglichst
nahe gerückte Mühlsteine oder Walzen, zwischen
denen es durch eine Mahlung zerkleinert wird.
Bei der Hochmüllerei, einer neuzeitlichen Groß
industrie, passiert das Korn zunächst weiter ge
stellte Walzen, um dann nach und nach ein
System immer enger gestellter Walzen zu durch
laufen, und wird so in eine Reihe von Mahl
produkten verschiedener Feinheit: Grieß, Mehl
und Dunst zerlegt. Die allerfeinsten Auszugs
mehle sind nahezu frei von Schalenbestandteilen
(Kleie). Neben die ursprünglichen Mühlen mit
Steinen und mit Walzen sind neuerdings die sog.
Desintegratoren oder Dismembratoren ge
treten, eiserne, mit aufrecht stehenden Zähnen
besetzte Scheiben, welche sich mit großer Um
drehungszahl in entgegengesetzter Richtung be
wegen. Von den verschiedenen Getreidemehlen
haben Roggen- und Weizenmehl für die mensch
liche Ernährung die größte Bedeutung. Sie sind
ziemlich gleich zusammengesetzt und enthalten
ungefähr 12—13 0/0 ,Feuchtigkeit, 10—u°/o Stick
stoffsubstanz, I—2°/o Fett, 73—74% Stärke,
0,3—1,40/0 Holzfaser und 0,5—i«/o Asche. Doch
unterliegt der Gehalt an den einzelnen Bestand
teilen großen ■ Schwankungen, und besonders die
südrussischen Hartweizen (Taganrok) sind durch
ihren hohen Eiweißgehalt ausgezeichnet. Die zu
Kindernährmitteln viel benutzten Hafermehle zei
gen einen hohen Fettgehalt von, 6—7°/o. Für
die Beurteilung des Mehles nach der äußeren
Betrachtung ist besonders die Farbe von Be
deutung, weil sie einen Rückschluß auf den
Gehalt an dunkleren Kleienbestandteilen zuläßt.
Zur besseren Erkennung feinerer Unterschiede
ist die Beobachtung angefeuchteter Muster nach
dem Verfahren Pekars (Pekarisieren) sehr
geeignet. Von weiteren Kennzeichen ist die sog.
Griffigkeit zu erwähnen, welche dem Fach
mann wertvollen Anhalt für die Art der Mahlung
liefert. Entscheidende Bedeutung kommt aber
der Menge und Art des Klebers zu, welche
nach besonderen Verfahren ermittelt werden
sowie dem unter Verwendung wechselnder Wasser
mengen angestellten praktischen Backversuch.
Ungeeignet oder minder tauglich für die Zwecke
der Bäckerei ist M. aus feucht gewordenem,
gekeimtem, sog. ausgewachsenem Getreide, fer
ner mit Parasiten wie Milben, Mehlwürmern
und Schimmelpilzen durchsetztes Mehl, Bei An
wesenheit gewisser Mikroorganismen (Bacillus
mesentericus) liefert das M. fadenziehendes Brot,
und es ist daher zur Fernhaltung aller Keime
dringend erforderlich, das M. luftig, trocken und
sauber aufzubewahren. Besonders in Kolonial
warenhandlungen sollten die Behälter vor dem
Einschütten neuer Vorräte sorgfältig von alten
Resten gereinigt und mit neuem Papier aus
geschlagen werden. Als Verunreinigungen
sind bisweilen Unkrautsamen, besonders der
giftigen Kornrade und des Taumellolchs, ferner
Brandsporen und Mutterkorn aufgefunden wor
den, während eigentliche Verfälschungen durch
Kreide, Gips, Schwerspat und Tonerde zu den
größten Seltenheiten gehören. Ihr Nachweis ge
lingt unschwer mit Hilfe der chemischen Ana
lyse, kann aber auch schon vom Gewerbetreiben
den geführt werden, indem er das M. in Chloro
form schüttet. M. bleibt darin schwimmend
oder suspendiert, während mineralische Beimen
gungen sofort zu Boden sinken. Zusätze von
geringwertigen zu teureren Mehlsorten, wie Mais
oder Leguminosen- zu Weizenmehl, werden auf
mikroskopischem Wege erkannt.
Meißner Weine. Die an der Elbe zwischen
Meißen, Dresden und Pirna gebauten sächsischen
Weine sind in ihren weißen Sorten leichte,
etwas säuerliche, aber angenehm schmeckende
Tischweine, während die roten, mehr körper-
haltigen, zum Verschneiden kleiner Medocs zuin
Versand kommen. Die Rotweine der besten |
Lagen, besonders vom Ratsvveinberge und dem
Meißen gegenüber am anderen Elbufer liegen
den kleinen Spargebirge (Sparweine), werden
von Kennern dem Burgunder gleich geschätzt-
Meisterwurzel (lat. Rhizoma imperatoriae, frz- 1
Rhizome d’impdratoire, engl. Master wort) ist
der getrocknete Wurzelstock von Peuceda-
num Ostruthium, einer ausdauerndenDolden-
pflanze, die, in den höheren Gebirgen Deutsch
lands und in den Voralpen heimisch, in Gärten
gezogen wird und auch verwildert vorkommt-
Der ohne die langen fadenförmigen Fasern
fingerdicke, etwas plattgedrückte, geringe^®
Wurzelstock zeigt eine längsrunzelige, warzig j
höckerige Oberfläche von graubrauner Färb®
und einen gelblichweißen, mit großen braunen
Harzpunkten versehenen, Querschnitt. Geruch