Mohn
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Molken
den Kamelotts nicht besteht. Das Mohairgarn
wird auch sehr häufig als Schußgarn verwebt
und gibt in Verbindung mit Kammgarn, Baumwolle,
Alpaka und Seide eine große Zahl verschiedener
Stoffe, die hauptsächlich in England
(Bradford, Manchester) hergestellt werden. Außerdem
befinden sich Fabriken in Frankreich, besonders
in Roubaix und Lille, in Deutschland
in Chemnitz und Umgegend, Schlesien, Berlin,
Gera und Weida, in Österreich im Reichenberger
Bezirk. — Mohärspitzen sind schwarze Wollspitzen.
Mohn (Mohnsame, Mohnsaat, lat. Semen
papaveris, frz. Semence de pavot, engl. Poppy
seeds) nennt man die kleinen Samen der Mohnpflanze,
Papaver somniferum, die in verschiedenen,
hauptsächlich nach Farbe der Blüten
und Samen unterschiedenen Sorten angebaut
wird. In praktischer Hinsicht unterscheidet man
oft Schließ-, Kopf- oder Dreschmohn, dessen
Kapseln geschlossen bleiben, und Schüttei- oder
Schüttmohn, bei dem sich zur Reifezeit die
Löcher unter der Kapsel öffnen und den Samen
ausfallen lassen, i hl Mohn wiegt 58 kg. Der
Saatbedarf beträgt 4—8 kg für den Hektar, die
Anbaufläche in Deutschland nur etwa 6500 ha,
der Ertrag 13—20, meist aber nicht viel über
16 hl, nebst 20—28 Zentner Stroh, welches sich
nur zum Verbrennen eignet und von Bäckern
gern gekauft wird. Der M. gedeiht am besten in
leichten und mittleren Bodenarten. Er leidet
von Krankheiten nur wenig (Schimmelpilze),
um so mehr aber durch Vögel (Krähen, Meisen,
Spechte), Mäuse, die Maden des Weißfleckrüßlers
und des Mohnwurzelrüßlers, Engerlinge,
Schnecken, verschiedene Blattläuse, Kohleulen
und Mohngellenfnücken sowie durch Wind,
Regen bei der Ernte und nasse Kälte. Der
Mohn wird im August und September geerntet,
in Bündel gebunden, zur Trockne in Puppen
aufgestellt, darauf sofort in Kufen oder auf
Tüchern ausgeschüttelt oder erst später gedroschen.
Bei feuchtem Wetter wächst er leicht
aus und läßt viel Samen ausfallen, weshalb
manche bereits auf dem Felde die Köpfe abschneiden.
Nach der Farbe des M. unterscheidet
man folgende beide Hauptsorten: Der weiße
M. blüht weiß, hat weißlichen Samen und
ist zum pharmazeutischen Gebrauch vorgeschrieben.
Der schwarze M. blüht rosa und hat
schwärzliche oder blaugraue Samen. Verwendet
werden die Mohnsamen außer zur Gewinnung
des Mohnöls (s. d.), auch zu Emulsionen, als
Vogelfutter und in Bäckereien zum Aufstreuen
auf Gebäck. — Die unreifen Mohnköpfe (lat.
Capita papaveris seu Fructus papaveris immaturi,
frz. TStes de pavots, engl. Poppy heads) enthalten
verschiedene narkotische Alkaloide utM
werden zur Herstellung des Opiums (s. d.) und
des Mohnsirups benutzt. Auch als Beruhigungsmittel
für Kinder werden Mohnköpfe in der
Volksmedizin oftmals verlangt. Ihrer schädlichen
Wirkungen halber sind sie aber dem
freien Verkehr entzogen.
Mohnöl (lat. Oleum papaveris, frz. Huile de
pavot, Huile blanche, engl. Poppy oil, Poppy
seed oil), das fette Öl der Mohnsamen,
wird durch kalte Pressung in Menge von etwa
40%, durch warme Pressung in einer Ausbeute
bis zu 60 0/0 gewonnen, als ein blaßgelbes dünnflüssiges
öl von angenehmem Geruch und Geschmack.
Es gehört zu den trocknenden Ölen,
erstarrt bei — 18 bis — 20 0 und löst sich
leicht in Äther und heißem Alkohol sowie in
30 Teilen kalten Alkohols. Das spez. Gew. beträgt
0,920—0,935, die Jodzahl 130—140. Zur
Herstellung des gebleichten M. setzt man das
Öl mit Salzwasser der Einwirkung des Sonnenlichtes
aus. Das M. bildet ein beliebtes Speiseöl
und dient außerdem zur Herstellung von Seifen,
medizinischen Emulsionen und in der Malerei.
Es muß in gut verschlossenen, vollen
Flaschen kühl aufbewahrt werden.
Moirös (gewässerte Zeuge) nennt man verschiedene
Gewebe aus Seide oder Wolle, die
über ihre ganze Fläche, oder, wenn sie eingbwebte
Figuren haben, auf dem dazwischenliegenden
Grunde eine sog. Wässerung, einen
wellenartigen Schimmer, zeigen, der nicht durch
die Weberei bewirkt, sondern erst nachträglich
durch Pressen hervorgebracht wird. Zum Moirieren
läßt man in der Regel zwei Stücke
Zeug, mit den rechten Seiten aufeinandergelegt,
noch feucht zwischen zwei heißen, scharf pressenden
und glättenden Walzen langsam hindurch
gehen. Bei Stoffen mit Damastfiguren wird aber
nur ein Stück, zusammen mit einem Drucktuch
auf einmal durchgeführt, wobei lediglich der
härtere Grund das Moirö annimmt, während
die atlasartigen Figuren wegen ihrer größeren
Weichheit unverändert bleiben. Die zum Moirieren
bestimmten Zeuge haben in ihrer Kette
immer viel stärkere Fäden als im Schuß, und
die letzteren, die in den beiden aufeinandergepreßten
Stücken nicht vollkommen parallel
liegen, sondern sich vielfach unter sehr spitzen
Winkeln kreuzen, sind die eigentliche Ursache
der Erscheinung. An den Übergangsstellen ist
die Zeugdicke am größten. Hier entsteht also
der stärkste Druck, wodurch sich die Spiegel
bilden. Durch verschiedene Mittel kann man
das Aussehen der Wässerung abändern, Läßt
man z. B. das Zeug vor dem Eintritt in die
Walzen über die Kante einer oder zweier Schie
nen schleifen, die wellenförmig angeschnitten
sind und in entgegengesetzter Richtung hin und
her bewegt werden, so ergeben sich verschiedene
Spannungen und Richtungen der Fäden, und
somit andere Wirkungen, als beim glatten Einlauf
des Stoffes. Man unterscheidet hiernach
namentlich Moirö antique mit Musterung,
die sich über größere Flächen verbreitet, und
Moird frangais mit streifenförmiger Musterung.
Die besonders in England, Holland,
Italien und Frankreich, später aber auch in
Wien, Annaberg, Krefeld, Chemnitz hergestellten
M. werden zu Möbelbezügen, Damenkleidern,
Bändern u, dgl. benutzt.
Moleskin ist die in England gebräuchliche
Bezeichnung für feine Westenstoffe, die auf
baumwollenem Grunde Muster aus feinster Wolle
haben. Vielfach versteht man darunter auch
einen feinen, dichten, gerauhten und geschorenen
Barchent,
Molken (Wedicke, Schotten, Sinte, Käsemilch)
nennt man den Rückstand bei der Herstellung
von Käse aus Milch oder Magermilch,
welcher der Hauptsache nach aus Wasser und