Morisons Pillen
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Moschus
entgiftend zu wirken. Die Brühe muß fort
gegossen werden. Bei gut getrockneten Lor
cheln ist diese Maßregel weniger von Bedeutung,
da das Gift durch mindestens vierwöchentliches
Trocknen zerstört wird.
Morisons Pillen. Die mit I bezeichneten
Pillen erwiesen sich bei einer im Dresdner Unter
suchungsamt ausgeführten Prüfung als ein Ge
misch von Tubera jalapae und Radix althaeae
mit Aloe, Jalapenharz und Gummigutti. Probe II
bestand im wesentlichen aus Sennesblättern und
Aloe, war hingegen frei von Kolchizin und Kolo
quinten.
Morphium (Morphin, lat. Morphium, Mor-
phinum, frz. und engl. Morphine), das wichtigste
der im Opium enthaltenen Alkaloide, wird
fabrikmäßig aus dem Opium dargestellt, welches
davon io—11 o/o enthält. Nach dem älteren Ver
fahren zieht man Opium mit heißem Wasser
unter Zusatz von etwas Salzsäure aus, kocht die
eingedampfte Lösung mit Kalkmilch, filtriert und
kocht von neuem mit Ammoniumchlorid, bis kein
Ammoniak mehr entweicht. Das ausgeschiedene
M. wird in das salzsaure Salz übergeführt, letz
teres umkristallisiert, mit Ammoniak zerlegt und
die freie Base aus Alkohol umkristallisiert.
E. Merck extrahiert das Opium mit kaltem
Wasser, fällt das M. mit Soda, reinigt es durch
Waschen mit verdünntem Weingeist und löst es
in Essigsäure. Die Lösung wird zur Entfärbung
mit Tierkohle gekocht, mit Ammoniak gefällt,
und das freie M. aus Alkohol umkristallisiert.
Nach dem dritten Verfahren von Robertson-
Gregory wird der mit heißem Wasser erhaltene
Opiumauszug mit Marmorpulver eingedampft,
darauf mit Kalziumchlorid gekocht und filtriert.
Die sich aus dem Filtrate beim Eindampfen
ausscheidenden Kristalle werden abgesaugt, das
M. mit Ammoniak gefällt und weiter gereinigt.
— Reines M. besteht aus färb- und geruchlosen,
stark bitter schmeckenden Kristallen, die bei
iio° wasserfrei werden und bei 230 0 schmelzen.
Es ist in Wasser und den meisten organischen
Flüssigkeiten sehr schwer löslich, wird. aber
leicht von wäßrigen Alkalien aufgenommen.
Zur Isolierung in forensischen Fällen schüttelt
man die ammoniakalische Lösung mit heißem
Amylalkohol aus. Abgesehen 'von den allgemei
nen Alkaloidreaktionen zeigt das M. folgende
charakteristische Eigenschaften: Aus Jodsäure
macht es Jod frei, das beim Schütteln mit
Chloroform mit violetter Farbe in Lösung geht.
In konzentrierter Salpetersäure löst es sich mit
blutroter, später gelb werdender Farbe. Mit kon
zentrierter Schwefelsäure übergossen, nimmt es
in einer Formaldehydatmosphäre eine violette
Farbe an. — Das reine M. wird wegen seiner
geringen Löslichkeit nur selten therapeutisch
verwandt, sondern zu diesem Zwecke meist in
Salze übergeführt. Die größte Bedeutung haben:
das salzsaure M. (Morphinum hydrochlo-
ricum seu muriaticum), das essigsaure M.
(Morphinum aceticum) und das Schwefel-
saure M. (M. sulfuricum), gut kristallisierende
Salze, die in Form ihrer wäßrigen Lösung als
schmerzstillende und schlafbringende Mittel inner
lich und in Form von Injektionen angewandt
werden. Neben ihnen finden sich noch wein
saures, milchsaures, valeriansaures M. und andere
Salze im Handel. Sämtliche Morphinsalze sind
starke Gifte und dürfen in Apotheken nur gegen
ärztliche Verordnung abgegeben werden.
Morsellen sind Zuckerwaren, die ursprünglich
nur in Apotheken bereitet, später aber auch von
Konditoren in den Handel gebracht wurden. Sie
bilden länglich-viereckige, tafelförmige Stücke
von verschiedenem Aussehen und bestehen aus
Zucker, den man nur bis zur Flugprobe ge
kocht und mit verschiedenen Gewürzen, äthe
rischen ölen usw. aromatisiert hat. Es gibt
daher sehr viele Sorten, mit Ingwer-, Vanille-,
Ananas- und Himbeergeschmack sowie solche,
die in der Zuckermasse zerschnittene Mandeln,
Pistazien, Nüsse u. dgl. enthalten. Die Ware
wird kiloweise, oder in feine Kästchen von 100
bis 500 g Gewicht verpackt, verkauft.
Moschus (Bisam, frz. Muse, engl. Musk) ist
ein Sekret des männlichen Moschustieres,
Moschus moschiferus L., eines den .Hir
schen verwandten, ungehörnten, zierlichen Tie
res, das in den Hochgebirgen des östlichen
Asiens, im Himalaya, in Tibet, Tonkin, Sibirien
und der Tatarei in einer Höhe von 1000—2000 m
lebt und auf dem Bauche, zwischen Nabel und
Rute, einen drüsigen, als Moschusbeutel be
zeichneten Behälter trägt. Den nur selten in
Rudeln, meist vereinzelt vorkommenden Tieren
werden sofort nach dem Fang in Schlingen oder
der Erlegung auf der Jagd die Beutel nebst
der zugehörigen Bauchhaut ausgeschnitten und
an der Luft oder auf heißen Kaminen getrock
net. Der bis 6 cm lange,' 3 cm breite, 4—5 cm
hohe Beutel ist auf der dem Bauche zugewandten
Seite flach und kahl, auf der nach außen ge
kehrten Seite gewölbt und mit dicken, steifen
Haaren besetzt. Die konvexe Seite besitzt zwei
Öffnungen, die Beutelöffnung und ein durch die
Muskelhaut verlaufendes Loch für die Rute.
Innerhalb der aus mehreren Häuten, einer äuße
ren muskulösen und einer inneren dünnen be
stehenden Wandung befindet sich der M., der
im frischen Zustande teigig und rötlichbraun ist,
später aber trocken und krümlig wird. Der noch
in den Beuteln eingeschiossene M. gelangt unter
der Bezeichnung Moschus in vesicis, der aus
den Beuteln herausgenommene als Moschus ex
vesicis in den Verkehr. Für den Handel
kommen besonders zwei Sorten von Moschus:
tonkinesischer und kabardinischer M. in
Betracht. Der Tonkin-M., tibetanische M.,
chinesische M., die beste, allein offizineile
Sorte, stammt aus Tonkin und der chinesischen
Provinz Szechuan und wird über Kanton nach
England und Deutschland ausgeführt. Die Ori
ginalpackung erfolgt in länglich viereckigen
Kästchen, sog. Catties, von etwa 20 cm Länge
und 9—ti cm Breite und Flöhe, die innen mit
Bleifolie ausgelegt, außen mit Papier oder Seide
umhüllt sind und je 25 in zartes bedrucktes oder
bemaltes Papier eingewickelte Beutel enthalten.
Die Kästchen werden in mit Zink ausgeschlage-
nen Holzkisten verpackt und gelangen so nach
Europa. Die zwei kleine Öffnungen tragenden
Beutel sind stumpfkantig, rundlich oder läng
lich, auf der Haarseite stark gewölbt, auf der
Hautseite flach, 3—4,5 cm dick, bis 3 cm hoch
und 15—45 g schwer. Die Haare der konvexen
Seite sind glatt anliegend, gegen die Mitte ge