Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Nitrophosphate

301

Nüsse

wird  durch  Behandlung  vonNaphthalin  mit  einer
Mischung  von  Salpetersäure  und  Schwefelsäure
gewonnen  und  bildet  gelbe  prismatische  Kristalle,
die  unlöslich  in  Wasser,  aber  in  Alkohol,  Äther
und  Schwefelkohlenstoff  leicht  löslich  sind.  Das
N.  schmilzt  bei  6i°,  der  Siedepunkt  liegt  bei
304 0  C.
Nitrophosphate,  die  aus  Knochenmehl,  Guano
oder;  Phosphorit  mit  Salpetersäure  (anstatt  der
Schwefelsäure)  bereiteten  Superphosphate,  kommen ­
  nur  selten  im  Handel  vor,  weil  sie,  obgleich ­
  als  Düngemittel  sehr  wirksam,  zu  teuer
sind  und  an  der  Luft  rasch  feucht  werden.
Nitroprussidnatrium  (Nitroferridzyannatrium,
  lat.  Natrium  nitroprussicum,  frz.
Nitroprussiate  de  soude,  engl.  Nitroprussiate  of
soda),  das  empfindlichste  Reagens  auf  in  Wasser
lösliche  Sulfide,  wird  dargestellt,  indem  man
gelbes  Blutlaugensalz  mit  verdünnter  Salpetersäure ­
  unter  Erwärmen  mischt  und  die  saure
Flüssigkeit  mit  kohlensaurem  Natrium  sättigt,
filtriert  und  zur  Kristallisation  verdampft.  Beim
Umkristallisieren  aus  Alkohol  wird  das  Salz  in
rubinroten  Kristallen  erhalten,  die  dem  roten
Blutlaugensalz  ähnlich  sind.  Alkalisulfidlösungen ­
  färben  sich  auf  Zusatz  des  Reagens  sofort ­
  purpurrot  bis  blau,  während  mit  Schwefelwasserstoff ­
  keine  Färbung  entsteht.  Aus  dem
N.  wird  durch  Fällung  mit  Kupfervitriol  das
Nitroprussidkupf  er  (lat.  Cuprum  nitroprussicum) ­
  erhalten,  ein  nach  dem  Trocknen  graugrünes ­
  Pulver,  das  zur  Prüfung  ätherischer  Öle
auf  Fälschung  mit  Terpentinöl  oder  anderen
sauerstofffreien  Ölen  dient.  Beim  Erhitzen  in
sauerstoffhaltigen  Ölen  färbt  sich  das  Pulver
schwarz  oder  schwarzgrau,  und  das  Öl  nimmt
andere,  dunklere  Färbung  an,  während  mit  Terpentinöl ­
  oder  anderen  sauerstofffreien  Ölen  keine
Veränderung  eintritt.
Nitrosophenolfarbstof  f  e  (C  h  i  n  o  n  o  x  i  rn  f  a  r  b  -
Stoffe)  enthalten  die  Atomgruppe  NO  .  OH
und  entstehen  durch,  Einwirkung  von  salpetriger ­
  Säure  auf  Phenole  wie  Resorzin,  Naphtol
  u.  a.  Die  sauren,  meist  grünen  Farbstoffe
der  Gruppe  dienen  zur  Beizenfärbung  und
geben  mit  Eisenhydroxyd  grüne,  mit  Chromhydroxyd ­
  braune  Lacke  von  hoher  Licht-  und
Waschechtheit,  Als  wichtigste  Glieder  der  Reihe
seien  angeführt:  Solidgrün  (Dinitroresorzin),
Naphtholgrün  B  (Eisensalz  des  nitrosonaphtolsulfosauren
  Natriums),  Gambin  R  u.  V  oder
Elsässergrün  J  (Nitrosonaphtol),  Dioxin
(Nitrosodioxynaphtalin).
Nitrotoluol,  ein  für  die  Teertarbenfabrikation
unentbehrliches  chemisches  Präparat,  C7H7NO2,
bildet  drei  isomere  Modifikationen,  Ortho-,
Meta-  und  Paranitrotoluol.  —  Ersteres  ist
eine  gelbe  P'lüssigkeit  von  bittermandelölähnlichem
  Geruch,  einem  spez.  Gew.  von  1,163  und
dem  Siedepunkt  218,5 0  C.  ln  der  Kälte  wird
nicht  fest.  —  Das  Metanitrotoluol  erstarrt  in
der  Kälte,  schmilzt  dann  wieder  bei  16°  C  und
siedet  bei  230,5°  C.  —  Das  Paranitrotoluol  bildet ­
  bei  gewöhnlicher  Temperatur  weiße  glänzende ­
  Kristalle,  die  einen  mehr  an  Anis  als  an
Bittermandelöl  erinnernden  Geruch  besitzen.  Sie
schmelzen  bei  54°  und  sieden  bei  237 0  C.  —
Außerdem  gibt  es  noch  mehrere  Binitrotoluole

  oder  Dinitrotoluole  und  Trinitrotoluole.

Nitrum  (lat.)  bedeutet  Salpeter,  N.  cubicum
  Chilesalpeter,  N.  flammans  salpetersaures
Ammoniak,  N.  prismaticum  gewöhnlicher  Salpeter, ­
  N.  tabulatum  geschmolzener  Salpeter  in
Plätzchenform.
Nörzfelle  (Minks).  Der  Nörz  oder  Nerz,
die  sog.  Sumpfotter  (Mustela  lutreola),  ein
dem  Marder  ähnliches  Raubtier,  lebt  im  nördlichen ­
  Europa,  Asien  und  Amerika  und  kommt
auch  in  Norddeutschland  vereinzelt  vor.  Das
etwa  50,  mit  dem  Schwänze  64  cm  lange  Tier
hat  ein  glänzend  kastanienbraunes  Oberhaar,
das  nicht  so  lang  als  beim  Zobel  wird,  und
darunter  einen  graubraunen  Flaum.  Kehle  und
Brust  sind  bei  dem  russischen  und  asiatischen
N.  fast  immer  weiß,  während  die  amerikanischen ­
  nur  an  der  Lippe  weiße  Auszeichnung
besitzen.  Nörz  ist  ein  beliebtes  Pelzwerk,  welches ­
  im  allgemeinen  zwischen  Zobel  und  Edelmarder ­
  eingereiht  wird.  Die  Handelsware
stammt  aus  Rußland  und  Nordamerika,  wo
besonders  die  Ostküste,  Neuengland  und  Maine
die  feinsten  und  dunkelsten  Felle  liefern.
Nopalin,  ein  schöner  roter  Farbstoff  für  Seide
und  Wolle,  besteht  aus  einer  Mischung  von
Binitronaphthol  mit  Bibromnitrofluoreszein.
Nosophen  (Jodophen),  ein  als  Jodoformersatz ­
  empfohlenes  Antiseptikum,  entsteht  bei
der  Behandlung  von  alkalischer  Phenolphtaleinlösung
  mit  Jodjodkalium  als  ein  gelbes  geruchund
  geschmackloses  Pulver,  das  in  Wasser  und
Säuren  unlöslich  ist,  von  Äther  und  Chloroform
aber  leicht  aufgenommen  wird.  N.  ist  in  chemischer ­
  Hinsicht  Tetrajodphenolphtalein.
Novaspirin  wird  durch  Einwirkung  von  Phos^-phorpentachlorid
  auf  Anhydromethylenzitronensäure
  und  nachfolgende  Veresterung  des  Reaktionsproduktes ­
  mit  Salizylsäure  dargestellt  und
ist  demnach  der  Disalizylsäureester  der  Anhydromethylenzitronensäure.
  Das  in  Wasser  gar
nicht,  in  Alkohol  und  Äther  leicht  lösliche  weiße
Pulver  vom  Schmelzpunkt  151°  wird  anstatt  des
Aspirins  angewandt,  dessen  unangenehme  Nebenwirkungen ­
  ihm  fehlen.
Novokain  ist  ein  färb-  und  geruchloses  Kristallpulver, ­
  das  sich  in  Wasser  und  Alkohol  lölt
und  für  sich  oder  mit  Suprarenin  als  wenig
giftiger  Kokainersatz  für  lokale  Anästhesie  benutzt ­
  wird.  N.  ist  das  salzsaure  Salz  des
Paraamidodiäthylaminoäthanols.
Nüsse  (lat.  Nuces,  frz.  Noix,  engl.  Nuts).
Unter,  dem  Namen  Nüsse  ohne  nähere  Bezeichnung ­
  begreift  man  im  Handel  gewöhnlich ­
  nur  die  Walnüsse  oder  welschen
Nüsse  und  die  Has-elnüsse.  —  Der  stattliche
Walnußbaum  (Juglans  regia)  stammt  aus
Persien,  wanderte  schon  im  Altertum  nach  dem
Westen  aus  und  wird  gegenwärtig  im  südlichen ­
  und  mittleren  Europa  häufig  angebaut.
Die  Römer  nannten  die  Nuß  Juglans,  Jupiters
Eichel.  In  Deutschland  finden  sich  die  Nußbäume ­
  in  den  nördlichen  Gegenden  nur  vereinzelt ­
  und  bringen  auch  nicht  immer  reife
Früchte  hervor,  hingegen  sind  sie  angepflanzt
im  Süden  und  Südwesten,  in  den  Rheingegenden, ­
  in  Franken,  Mähren,  Tirol,  der  Schweiz,
|  m  vielen  Departements  von  Frankreich  und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.