Opium
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Opium
Man benutzt den edlen Opal zu Ringsteinen,
Ohrgehängen und anderen Schmucksachen,
schleift ihn meist halbkugelig (en cabochon)
ohne Facetten und umgibt ihn zur Verdeckung
seines geringen Glanzes oft auf schwarzer
Unterlage mit Diamanten. An warmen Tagen
entwickelt er sein Farbenspiel am schönsten.
Der umgebende graugelbe Trachyt mit kleinen
eingesprengten Opalpunkten und -adern dient
als Opalmutter zur Herstellung von Dosen.
Feueropal, eine stark glänzende, feuriggelbe
bis hyazinthrote Abart mit schönem Schiller,
findet sich ziemlich selten in Ungarn, Nordamerika
und auf den Färöern. Gemeiner O.
von Freiberg, Schneeberg und Eibenstock in
Sachsen, ferner aus Schlesien, Ungarn und Island
besitzt verschiedene Färbungen von weiß,
gelb, grün, rot und braun sowie Glas- bis
Wachsglanz, ermangelt aber des Farbenspiels.
Hydrophan, Weltauge, von Augustusburg in
Sachsen, ist gemeiner oder ursprünglich edler
O,, der seinen Wassergehalt verloren hat und
daher glanzlos und undurchscheinend ist. Befeuchtet
nimmt er zwar die • Eigenschaften des
edlen O. wieder an, jedoch nur vorübergehend,
und hat daher als Schmuckstein nur geringen
Wert, wird aber nach Ostindien als Amulettstein
versandt. Halbopale nfennt man die derben,
weniger schön gefärbten Massen. Zu ihnen gehört
auch der Holzopal, der als versteinertes
Holz noch deutlich das Gefüge des letzteren
zeigt und wegen seiner großen Politurfähigkeit
zu Schmucksachen verarbeitet wird. Kascholong
(Perlmutteropal, Kalmuckenachat)
ist ein O. mit Perlmutterglanz aus der Bucharei;
Opaljaspis ein Zwischenglied zwischen Opal
und Jaspis, das nach seinem hohen Eisengehalt
auch Eisenopal genannt wird.
Opium (Land an um, Mekonium, frz. und engl.
Opium), ein wichtiger Gegenstand des Drogenhandels,
besteht aus dem an der Luft freiwillig
eingetrockneten Milchsäfte des Schlafmohns,
Papaver somniferum L., der durch Kultur
aus dem am Mittelmeere heimischen Papaver
setigerum entstanden ist. Der Anbau des Mohns
wird seit den ältesten Zeiten betrieben, da seine
heilkräftige Wirkung schon im griechischen
Altertum bekannt war. Seine ungeheure Ausdehnung
erreichte er aber erst, seitdem das
Opium als verderbliches Berauschungsmittel bei
den mohammedanischen Völkern in Aufnahme
harn und schließlich von England in dem berüchtigten
Opiumkriege auch China aufgezwungen
wurde. Die Gewinnung des O. ist
bislang nur in Asien mit Erfolg betrieben worden,
denn wenn auch die in Asien und Europa
gezogene Mohnpflanze gleich dem Hanf in
botanischer Hinsicht keine Unterschiede auf-Keist,
so gelangt sie doch in dem wärmeren
Klinta zu kräftigerer Entwicklung, die allein den
Anbau lohnend erscheinen läßt. In Europa, besonders
in Frankreich und Deutschland (Berlin,
Württemberg), hat man zwar eine Zeitlang
brauchbares O. mit 15— 20 0/0 Morphin gewonnen,
die Versuche aber wegen der teuren
Arbeitskräfte und der geringeren Ausbeute wieder
eingestellt. Auch unter günstigeren Klimaten
lst die Opiumkultur ein gewagtes Geschäft, da
d'e empfindliche Pflanze leicht durch Insekten,
unzeitigen Regen oder Wind leidet und außerordentlich
schwankende Erträge liefert. Zur
Gewinnung des O., die im Grunde überall auf
die gleiche Weise erfolgt, wird die Mohnkapsel,
sobald ihre Farbe nach dem Abfallen der Blütenblätter
von graublau in gelb übergeht, mit
einem mehrklingigen Messer geritzt, so daß die
Schale nicht durchschnitten wird. Der über
Nacht austretende und verdickte Milchsaft wird
am nächsten Morgen abgenommen, durch Kneten
zu Kuchen, Kegeln oder Stangen geformt und
mit Mohnblättern umwickelt. Von den verschiedenen
Handelssorten seien folgende angeführt:
1. Das kleinasiatische, türkische, levantinische
oder Smyrna-O., die in Europa fast
ausschließlich in Betracht kommende und zum
offizineilen Gebrauche allein zulässige Sorte, gelangt
hauptsächlich aus den nördlichen Bezirken
Karahissar, Sahib und Geiwa (Gudvd) nach
Konstantinopel, während ein kleinerer Teil aus
den südlichen Gebieten Uschak, Isbarta und
Buldur nach Smyrna geschafft wird. Das kleinasiatische
O. bildet meist runde, 300—700 g
schwere Kuchen, die, noch feucht in Mohnblätter
eingeschlagen, zur Verhütung des Zusammenklebens
mit den Samen und Blüten einer
Ampferart bestreut sind und zu ungefähr 70 bis
80 kg in mit Blech ausgeschlagene Kisten
verpackt .werden. Nach der Herkunft unterscheidet
man: Balorkesar, große, weiche
Brote mit hohem Morphingehalt; Gudvd, kleine
Brote, als Apothekerware; Karahissar, die besonders
von Holland bezogene Sorte; Malatia,
größere Brote mit geringerem Morphingehalt.
Von dem in den einzelnen Jahren zwischen
600000 und 900000 kg schwankenden Ernteertrage
wird die Hälfte über Indien nach China
geschafft, ein weiterer Teil findet in den türkischen
Ländern als Berauschungsmittel Verwendung
und der Rest dient medizinischen
Zwecken. — Das dem türkischen O. vielfach
zugerechnete ägyptische und mazedonische
ist von geringer Güte und hat nur örtliche
Bedeutung. — 2. Das persische O. wird von
Papaver somniferum var. album in ähnlicher
Weise wie das kleinasiatische, aber durch senkrechtes
Anritzen der Kapseln gewonnen, darauf
in kupfernen Pfannen eingedampft und in dünner
Schicht auf Brettern an der Luft getrocknet.
Das fertige O., das für die Ausfuhr nach China
noch mit 10 0/0 Öl versetzt wird, erhält die
mannigfachsten Formen: niedrige Kegel von
180—300 g Gewicht, mit Mohnblätter umhüllte
Kugeln, flache 600 g schwere Brote ohne
Ampferfrüchte, aber in Feigen-oder Weinblätter
gewickelt und in zerkleinerte Mohnstengel verpackt,
bleistiftstarke, in rotes Papier gewickelte
Stäbchen usw. Die Hauptstätten der Gewinnung
liegen im Süden und Südwesten zwischen Kum
und Kaschan, Schuschter und Schiras, Kerman
und Jesd. Von den drei Handelssorten besteht
Schird aus dem reinen Milchsaft, Nim-Schird
enthält einen Teil der Oberhaut, Purd die
ganze Oberhaut der Kapsel. Die auf 400000 kg
geschätzte Ausbeute geht zur Hälfte nach Indien,
ein großer Teil der oft verfälschten Ware wird in
Europa auf Morphin verarbeitet. — 3. Das indische
O., das fast ganz zu der von England
in dem schimpflichen Opiumkriege erzwunge