Oleum
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Opal
0,918. In Brasilien wird das O. zur Kerzenbereitung
verwandt.
Oleum, die auf den Preislisten der Drogisten
sich findende lateinische Benennung für Öl
irgendwelcher Art, fettes oder ätherisches.
Im Volksmunde versteht man darunter Vitriolöl
oder Schwefelsäure, O. vitrioli (s.
Schwefelsäure), so daß gerade das die Hauptsache
angebende Beiwort abhanden gekommen
ist. Von den vielen Ölen sind die gebräuchlicheren
nachstehend aufgeführt; O. absynthii,
Wermutöl; O. amygdalarum amarum, Bittermandelöl;
O. a. dulce, süßes Mandelöl; O.
anethi, Dillöl; O. anisi steüati, Sternanisöl; O,
anthos, Rosmarinöl; O. aurantii corticis, Pomeranzenschalenöl;
O. calami, Kalmusöl; O. carvi,
Kümmelöl; O. caryophyllorum, Gewürznelkenöl;
O. cerae, Wachsöl; O. chamomillae, Kamillenöl;
O. cinnamomi, Zimtöl; O. citri, Zitronenöl;
O. foeniculi, Fenchelöl; O. humuli,
Hopfenöl; O. lini, Leinöl; O. jecoris aselli,
Lebertran; O. juniperi, Wacholderöl; O. laurinum,
Lorbeeröl; O. laurocerasi, Kirschlorbeeröl;
O. levistici, Liebstöckelöl; _0. ligni cedri,
Zedernholzöl; O. ligni rhodii, Rosenholzöl; O.
macidis, Muskatblütenöl; O. menthae crispae,
Krauseminzöl; O. m. piperitae, Pfefferminzöl;
O. neroli seu naphae, Orangenblütenöl; O. nucistae,
Muskatnußöl; O. nucum cocos, Kokosnußöl;
O. juglandis, Walnußöl; O. origani,
Dostenöl; O. papaveris, Mohnöl; O. petrae,
Steinöl, Petroleum; O. petroselini, Petersilienöl;
O. philosophorum, Philosophenöl, Ziegelöl;
O. pini, Kienöl; O. pini foliorum, Fichtennadelöl;
O. rutae, Rautenöl; O. serpylli, Quendelöl;
O. sinapis, Senföl; O. succini, Bernsteinöl;
O. tanaceti, Rainfarnöl; O. terebinthinae, Terpentinöl;
O. thymi, Thymianöl; O. valerianae,
Baldrianöl; O. vitis viniferae, Weinbeeröl.
Oliven sind die Steinfrüchte ,des Ölbaumes
oder Olivenbaume«, Olea europaea L., der
in den Mittelmeerländern, in Kleinasien und
Afrika, von der Küste bis zu 750 m, überall wo
anhaltende Fröste fehlen, meist auf Bergabhängen,
in Gärten und auf Feldern, in ganzen
Wäldchen angebaut wird. Die reifen Früchte
dienen zur Ölgewinnung, unreif werden sie, in
Essig eingemacht, auch in Deutschland in der
Küche verbraucht. Die O. sind länglich oder
rund, je nach der Sorte dunkel- bis schwarzgrün,
violett, weißlich, rötlich oder bläu, und
haben grünlichweißes Fleisch. Über Olivenöl
s. Baumöl. Vgl. Obst.
Olivetten nennt man sowohl die länglichrunden,
olivenförmigen Korallen, die zum Rundschleifen
ungeeignet sind, als auch Glasperlen
von ähnlicher Gestalt.
Olivin (Peridot), ein pistazien- bis olivenoder
gelbgrüner Halbedelstein, der durchsichtig
und in hohem Grade glasglänzend ist, besteht
aus kieselsaurer Magnesia, Mg 2 Si0 4 , in der
meist ein Teil der Magnesia durch Eisenoxydul
ersetzt ist. Die in Böhmen und am Rhein
in Basalt und Lava eingewachsenen Steine sind
fast wertlos. Der sog. edle O., gewöhnlich
Chrysolith genannt, der am schönsten als
Geschiebe im Orient, Oberägypten, Ostindien,
Zeylon und Brasilien vorkommt, wird als Rosette
oder Tafelstein geschnitten und erhält eine
Goldfolie oder eine grün gefärbte Kupferfolie
zur Unterlage. Die Härte des Steines ist gering,
so daß sich die Politur wie auch die Ecken
und Kanten bald abnutzen. Er gehört daher
zu den geringeren Schmucksteinen.
Ombrös (ombrierte Zeuge) sind Wollstoffe
mit farbigen Streifen, deren Ränder verwaschen
erscheinen. Zwischen je zwei farbigen
Streifen, die in der Mitte am dunkelsten sind,
liegt ein hellerer, dessen Farbe vom Dunkeln
in das Hellere allmählich übergeht. Zur Erzeugung
dieser Wirkung dient ein Satz von
Scheiben, die auf einer Welle sitzen, auf dem
Umfange mit wollenem Zeug überzogen sind
und unten in einen Farbkessel tauchen. Der
Wollstoff wird mehrmals über die sich drehenden
Scheiben hinweggezogen und nimmt von
denselben Farbe an, während die Zwischenräume
nicht getroffen werden, sondern sich nur
durch Absaugung von beiden Seiten her, also
in der Mitte des Zwischenraums am wenigsten
oder gar nicht färben. Wolkige oder marmorartige
O. werden dadurch hervorgebracht, daß
man bereits das Garn beim Färben ombriert,
indem man es an verschiedenen Stellen mit
Fäden umbindet und hierdurch die Farbe abhält.
Onyx nennt man diejenigen platteriförmig
ausgebildeten Abänderungen des Chalzedons
(s. d.), die in verschiedenen Farben streifig erscheinen,
indem weiße Lagen oder Schichten
mit schwarzen, dunkelbraunen oder grauen abwechseln.
Auf dem Querbruche erscheint daher
der O. gestreift, während eine abgerichtete
Platte auf den zwei Breitseiten einfarbig ist.
Es kommt auch vor, daß in dem Stein durch
Eintritt einer weiteren rosaroten Platte dreierlei
verschiedenfarbige Schichten abwechseln.
In solchem Falle heißt er Sardonyx. Beide
Abarten wurden schon von den alten Griechen
und Römern zu den kunstvollsten Steinschneidereien,
den sog. Kameen, benutzt, die weiße
erhabene Figuren auf dunklem Grunde tragen.
Die Kunst des Kameenschneidens wird in Italien
auch heute noch ausgeübt.
Opal (Schillerstein), ein aus amorpher
wasserhaltiger Kieselsäure bestehendes Mineral,
das sich meist derb und eingesprengt in Form
mannigfacher Bruchstücke und in nierenförmigen,
traubigen und stalaktitischen Gebilden-vorfindet,
bildet trotz seiner geringen Härte, welche
derjenigen des Quarzes nachsteht, in seinen
besseren Abarten einen geschätzten Edelstein.
Sein Wert beruht auf dem eigenartigen schönen
Farbenspiel, das je nach der Richtung, in der
man ihn betrachtet, von grün, rot und blau
nach gelb wechselt. Je nachdem die Farben in
Streifen oder Flecken auftreten, unterscheidet
man Flecken- oder Flimmeropal und
schätzt diejenigen Stücke am höchsten, bei
denen das Rot und Grün vorherrscht. Die wertvollste
Sorte ist der edle O., der sich in Mexiko,
in schleifwürdiger Ware aber hauptsächlich bet
Czernowitza in Ungarn vorfindet. Er wurde hier
schon im Altertum aus' trachytischen Tuffen
gewonnen, nach Konstantinopel geschafft und
von dort als orientalischer O. -wieder ausgeführt.
Größere Stücke ohne Risse mit schönem
Farbenspiel sind sehr selten und kostbar-