Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Photographische  Papiere

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Photographische  Papiere

triumthiosulfatlösung  fixiert.  Es  lassen  sich
bräunliche,  bläuliche  und  schwarze  Töne  erzielen.
Wird  das  Platinbad  ausgeschaltet,  so  entstehen
beim  Fixieren  rötliche  Töne.  Auch  durch  Anwendung ­
  des  Goldbades,  sowie  der  Vereinigung
des  Gold-  und  Platinbades  kann  man  verschiedene ­
  Töne  erzielen..  Albumatpapier  ist  ein  Erzeugnis ­
  der  „Vereinigten  Fabriken  Photographischer ­
  Papiere“  in  Dresden.  —  Albuminpapier
nennt  man  das  mit  einer  gesalzenen  Eiweiß-Schicht
  überzogene  Papier,  das  durch  Schwimtnenlassen
  auf  einem  Silberbade  lichtempfindlich
zu  machen  ist.  Im  Handel  erscheinen  „einfach“
und  „doppelt  albumierte“  Papiere.  Erstere  werden ­
  nach  dem  Bade  in  der  Eiweißlösung  zum
Trocknen  aufgehängt  und  in  den  Handel  gegeben, ­
  letztere  nach  dem  Trocknen  nochmals
albumiert,  wobei  die  zuerst  beim  Trocknen  oben
befindliche  Kante  nunmehr  nach  unten  genommen ­
  wird.  Durch  diese  Behandlung  ist  ein
gleichmäßigeres  Fabrikat  gewährleistet.  Albuminpapier ­
  wird  auch  haltbar  gesilbert  in  den
Handel  gebracht.  Die  besten  .Resultate  werden
erzielt,  wenn  das  Papier  am  Tage  des  Silberns
gleich  verarbeitet  wird.  Die  Verarbeitung  erfolgt
in  der  Weise,  wie  es  bei  Chlorsilberpapieren
allgemein  üblich  ist.  Die  Schicht  der  im  Handel
befindlichen  Albuminpapiere  ist  meist  etwas  rosa
oder  pensö  angefärbt,  um  den  zu  erzielenden
bläulichen  Ton  zu  unterstützen.  Als  Tonbad  wird
fast  ausschließlich  Goldbad  benutzt.  Der  Hauptsitz ­
  der  Albuminpapierfabrikation  ist  Dresden.
—  Aristopapier  dient  zur  Herstellung  von
photographischen  Abzügen,  besonders  kleinerer
Formate.  Es  ist  ein  Chlorsilbergelatinepapier
mit  Silbernitratüberschuß  in  der  Emulsion,  wodurch ­
  die  Möglichkeit  geboten  wird,  das  Bild
am  Licht  unter  dem  Negativ  bis  zur  gewünschten
Kraft  auszukopieren.  Es  kann  hierauf  sowohl  im
Tonfixierbade  das  gleichzeitige  Tonen  und  Fixieren ­
  erfolgen,  oder  getrennt  getont  und  fixiert
Werden.  Wünscht  man  Hochglanzbilder,  so
quetscht  man  das  fertige  Bild  auf  eine  mit  Talkum ­
  abpolierte  Spiegelglasplatte,  läßt  trocknen,
dnd  zieht  das  Bild  mit  Hochglanz  ab.  —•  Arrowr
 ootpapier  dient  dem  gleichen  Zwecke  wie
Salzpapier.  Neben  Salz  ist  das  Papier  mit  einem
Überzug  von  Arrow-root  versehen,  um  die
Kraft  und  gleichzeitig  das  stumpfe  Aussehen
^6r  darauf  zu  kopierenden  Abzüge  zu  erhöhen.  —
Aurentumpapier  nannte  man,  ein  photographisches ­
  Gelatineauskopierpapier  mit  einer  goldhaltigen ­
  Chlorsilberemulsion,  die  es  ermöglichte,
durch  einfaches  Fixieren  der  Bilder  in  Natriumthiosulfatlösung ­
  einen  bläulichen  Ton  zu  erzielen,
^as  Papier  wird  nicht  mehr  fabriziert,  vielmehr
sind  an  dessen  Stelle  ähnliche  Erzeugnisse  unter
der  Bezeichnung  „selbsttonende“  Papiere  gebeten. ­
  —  Barytpapier  ist  ein  mit  einem  Gemisch ­
  von  Barytweiß  und  Gelatine  oder  sonstigem ­
  Bindemittel  überzogenes  Papier,  das  zur
Herstellung  von  photographischen  lichtempfindiichen
  Papieren  dient.  Das  Aufträgen  der  Baryt-Schicht
  erfolgt  mit  Hilfe  von  Streichmaschinen,
tmd  darauf  das  Glätten  der  rollenweise  baryberten
  Papiere  durch  den  Kalander.  Durch  die
Barytschicht  wird  einerseits  eine  innigere  Verödung ­
  der  Emulsion  mit  dem  Papier  herbei-Seführt,
  anderseits  die  Mattierung  oder  der  Glanz

der  Emulsionsschicht  bestimmt.  Alle  Zelloidin-,
Aristo-,  Gaslicht-,  Protalbinpapiere  usw.  sind  auf
Barytpapier  emulsioniert.  Den  Glanzbarytschichten ­
  ist  gewöhnlich  ein  rötlicher  oder  bläulicher
Farbstoff  beigemengt,  während  das  Mattbaryt
nur  in  rein  Weiß  gefertigt  wird.  —  Chlorsilberpapier ­
  ist  die  Bezeichnung  für  die  umfassende
Gruppe  jener  photographischen  Papiere,  bei
denen  das  lichtempfindliche  Chlorsilber  in
irgendeiner  Form  auf  der  Papierfläche  liegt.
Sie  lassen  sich  in  zwei  Hauptgruppen  einteilen:
i.  Papiere,  die  zuerst  gesalzen  und  hierauf  gesilbert ­
  werden.  2.  .Solche,  die  das  Chlorsilber,
mit  irgendeiner  kolloidalen  Substanz  verbunden,
in  Form  einer  Emulsion  aufgetragen  erhalten.
Zu  den  Papieren  unter  i.  gehören  Matt-  (Albumat)
  und  Glanzalbumin,  sowie  die  gesilberten,
unter  verschiedenen  Namen  erscheinenden  Salz-,
Algein-  und  Arrow-rootpapiere.  Zur  2.  Gruppe
zählen  Zelloidin-,  Gelatine-  (Aristo-),  Protalbinund
  Kasein-(Kasoidin)papiere.  Bei  allen  Chiorsilberpapieren,
  welche  das  Bild  bis  zur  nötigen
Kraft  auskopieren  lassen,  ist  Silbernitrat  im  Überschuß ­
  vorhanden,  und  ,damit  die  Haltbarkeit
des  Papiers  eine  begrenzte.  -—  Harzemulsionspapier ­
  wird  zur  Herstellung  solcher  photographischer ­
  Abzüge  benutzt,  die  eine  stumpfe  Oberfläche ­
  besitzen  sollen.  Es  ist  nicht  mit  einer
lichtempfindlichen  „Emulsion“  bedeckt,  wie  die
Bezeichnung  vermuten  ließe,  sondern  das  Rohe
papier  wird  zur  Erzielung  einer  gewissen  Stumpfheit ­
  der  Schicht  mit  einer  Harzlösung  überzogen, ­
  die  zudem  die  Papierfaser  abschließt  und
das  Entstehen  kräftiger  Abzüge  unterstützt.  Das
mit  der  Harzlösung  und  'Chlorsalzen  vorbearbeitete ­
  Papier  wird  auf  idem  SUberbade  bzw.  durch
Überpinseln  mit  Silberlösung  lichtempfindlich  gemacht ­
  und  erfährt  von  da  ab  die  gleiche  Behandlung ­
  wie  Albumatpapier.  —  O  r  p  p  a  p  i  e  r  ist  die  Bezeichnung ­
  für  ein  früher  Anker-Dorapapiergenanntes
  Zelloidinpapier,  das  man  zur  Erzielung  einer
bläulichen  Photographie,  nach  dem  Kopieren,
ohne  auszuwaschen,  in  einem  gewöhnlichen  Salzbade ­
  behandelt.  Der  Tonprozeß  vollzieht  sich
darin  in  etwa  fünf  Minuten,  worauf  im  Natronbade ­
  zu  fixieren  ist.  Das  Mattpapier  der  gleichen
Präparation  wird  in  Salzwasser  nur  kurz  angetont
und  im  Platinbade  weiter  behandelt.  —  Protalbinpapier
  wird  verarbeitet  wie  Zelloidinpapier, ­
  unterscheidet  sich  aber  von  diesem  dadurch, ­
  daß  die  Emulsion  nicht  aus  Kollodium,
sondern  aus  Pflanzeneiweiß  besteht.  Die  Schicht
ist  im  nassen  wie  trockenen  Zustande  bedeutend
widerstandsfähiger  als  Zelloidin.  Die  Tonskala
der  Bilder  ist  eine  umfangreichere,  ähnlich  der
auf  Albuminpapier.  Das  Tonen  erfolgt  am  besten
im  Rhodangoldbade.  —  Rembrandtpapier  ist
die  Phantasiebezeichnung  für  eine  Spezialmarke
von  photographischem  Zelloidinpapier  mit  besonders ­
  kontrastreichen  Eigenschaften.  Es  enthält
als  kontrastbewirkende  Substanz  reichlich  Silberchromat, ­
  was  sich  auch  durch  eine  auffallend
dunkle  Färbung  der  für  gewöhnlich  stets  weißen
Schicht  zu  erkennen  gibt.  Dieses  Papier,  das  in
verschiedenen  Kontrastgraden  im  Handel  ist,
kopiert  sehr  langsam,  erweist  sich  aber  sehr
brauchbar,  wenn  es  gilt,  nach  grauen  Negativen
brillante  Abzüge  zu  gewinnen.  Die  Verarbeitung
des  Rembrandtpapiers  weicht  jm  übrigen  von  der
            
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