Pink couleur
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Pinsel
öligen Kern, der den Nüssen und Mandeln ähnlieh
aussieht und schmeckt, allerdings mit einem
leisen, feinen Beigeschmack nach Harz. Zum
Versand werden sie in geteerte Säcke verpackt
und außer von Italien, besonders Sizilien, noch
von der Levante, Marseille, Barcelona aus in
den Handel gebracht.
Pink couleur (Nelkenfarbe, Minerallack),
ein feines, schweres Pulver von schön rosenroter
Farbe, bildet eine, hellem Krapplack ähnliche,
schöne, dauerhafte Farbe zum Bemalen
und Bedrucken von Porzellan und Fayence sowie
zur Erzeugung farbiger Glasuren von dunkelviolett
bis rosa. Auch als Öl- und Wasserfarbe
sowie zur Bereitung farbiger Papiere findet sie
Verwendung. Der Farbstoff ist seinem Wesen
nach ein durch Chromsäure gefärbtes Glas aus
Zinnoxyd, Kieselsäure und Kalk und wird durch
Glühen von rotem chromsauren Kali, Quarz- und
Kreidepulver mit Zinnoxyd dargestellt.
Pinkops heißen die von der Spinnmaschine
fertig gelieferten Kötzer von baumwollenem
Schußgarn, welche direkt in die Schütze des
mechanischen Webstuhls eingelegt werden.
Pinksaiz (Ammoniumzinnchlorid, Zinnchloridchlorammonium,
lat. Stannum bichloratum
ammoniatum, frz. Bichlorure d’ötain
ammoniacal, engl. Pink-salt) besteht aus einer
Verbindung von Zinnchlorid (Zinntetrachlorid)
mit Salmiak und wird durch Mischung heißer
konzentrierter Lösungen beider Bestandteile hergestellt.
Es bildet ein in Wasser leicht lösliches
kristallinisches Pulver, oder beim Arbeiten mit
verdünnteren Lösungen größere Wasserhelle glänzende
Kristalle. Die Wirkung dieses besonders
als Beize beim Hellrotfärben (Rosasalz) benutzten
Doppelsalzes besteht darin, daß sich beim
Kochen von Stoffen mit der Lösung Zinnoxyd
festhaftend auf die Faser niederschlägt und als
Grund für Aufnahme 'der Farbe dient.
Pinsel (frz. Pinceaux, engl. Pencils). Man
unterscheidet Haar- und Borstpinsel, von
denen die letzteren in ihrer Verwendbarkeit
Und infolgedessen auch im Verbrauch die größere
Bedeutung haben. Die Borstpinsel sind
dein Lackierer und Anstreicher wie dem Dekorationsmaler
unentbehrliche Hilfsmittel bei Ausübung
ihres Gewerbes, und zwar hauptsächlich
die größeren Arten aus weißer Borste in Holzkluppen,
Eisenkapseln oder Eisenringen, die
unter der allgemein üblichen Bezeichnung geschliffene
Borstpinsel bekannt sind. Neben
diesen, besonders zum Lackieren dienenden P.,
"jverden in .der gleichen Art Pinsel aus falber
ß°rste hergestellt, die hauptsächlich beim Auflagen
von Flüssigkeiten, wie Farbe, Firnis,
f-oim, Teer usw. angewandt werden und unter
dem Fachausdruck Anstreichpinsel gehen,
pudere Borstpinsel, die in den verschiedensten
v orrnen und in breite Bleche gefaßt, hergestellt
'J’erden, sind dem Fachmann unter dem Namen
Maserier-, Zacken- oder Gabelpinsel, Modbp,
r > Clairets. ölfarbvertreiber usw. bekannt.
~me besondere Sorte unter den breiten Pinseln
bdden die sog. Schläger aus längster kräftiger
Russischer Borste (Schlägerborste), die dem
Lackierer zur Herstellung von Holzmaserungen
bienen. — Die Haarpinsel sollen den verschiedenartigsten
Ansprüchen genügen, und ebenso
verschiedenartig ist auch Größe und Material
derselben. Für die Ölmalerei, wozu auch die
Porzellanmalerei zu rechnen ist, werden in
der Hauptsache Pinsel aus den Schweifhaaren des
russischen Kolinskys (Rotmarderpinsel), des
deutschen und russischen Iltis (Iltispinsel)
und des russischen Eichhörnchens (Fehhaarpinsel),
aus den feinen Ohrenhaaren des Rindes
(Rindshaarpinsel) und aus den Fell- und
Schweifhaaren des Zobels und Ichneumons
(Zobel- und Ichneumonspinsel) gefertigt und
teils in Kiele der verschiedensten Größen -— vom
kleinsten Taubenkiel an bis hinauf zum stärksten
Schwanenkiel ■— sowie in Blech-, Nickel- oder
versilberte Zwingen gefaßt. Die Pinsel in Zwingen,
auf Holzstielen befestigt, werden sowohl
in runder Form, als auch flach gedrückt, verwandt.
Früher wurden auch für gewisse Zwecke
Pinsel aus Braunmarderhaaren — vom Baumund
Steinmarder — sowie aus Fischptterhaaren
hergestellt, doch sind diese in der Hauptsache
durch Iltispinsel verdrängt worden. Für
die Ölmalerei werden mit Vorliebe auch Pinsel
aus Borsten, in runde oder flachgedrückte Zwingen
gefaßt und auf Holzstielen befestigt, verwandt.
Die Borsten für diese Art Pinsel sind von
ausgesuchter Güte und eigens für diesen Zweck
vorgerichtet. — In der Aquarellmalerei werden
außer den vorerwähnten Pinseln für die
Ölmalerei noch solche aus Dachshaaren gebraucht.
Sie sind entweder in Kiele (runde
Dachsvertreiber genannt) oder in breite
Bleche (breite Dachsvertreiber) gefaßt und
dienen, wie schon der Name sagt, zUm Vertreiben
oder Lasieren der Farben. — Nicht unwichtig
sind ferner die Ziegenhaare, die zur Herstellung
der billigeren Sorten Haarpinsel erforderlich
sind sowie die Haare des schwarzen Bären,
die zu mancherlei Pinselarten, in der Hauptsache
jedoch zu Lackierpinseln (Fischpinseln), Verwendung
finden. Unter dieselbe Abteilung fallen
auch die Pinsel aus Iltis- und Fischotterhaaren,
auf die wohl die allgemeine Benennung Fischpinsel
zurückzuführen ist. — Hinsichtlich der
Gewinnung und ‘Zubereitung der Haare, insbesondere
der Borsten, seien noch folgende Mitteilungen
angefügt: Die Barsten unterliegen,
ebenso wie die Haare, von ihrem Rohzustände an
bis zu ihrer Verarbeitung zu Pinseln einer sorgfältigen
Behandlung. Während die Haare, um
sie von allen Unreinigkeiten, wie z. B.-i Fett, zu
befreien, in Säuren gelegt, oder wie besonders die
edleren Haarsorten Rotmarder, Iltis usw. in einer
großen, mit Zedernholzspänen ungefüllten und
durch ein darunter angelegtes. Feuer erwärmten
Trommel „geläutert“ werden, muß die Pinselborste
bis zu ihrer Verarbeitung eine bei weitem
umfangreichere Behandlung durchmachen, die
unter Borsten beschrieben worden ist. — Um
auch billige Borstenpinsel hersteilen zu können,
mischt man den Borsten, je nach der Preislage,
Pferde- oder Kuhhaare bei, die^ ebenfalls vor
ihrer Verwendung gereinigt und gekocht werden
müssen. Die steife und halbsteife. Ware ver
wendet hauptsächlich der Bür^tenfabrikant. Die
Art der Behandlung ist die gleiche wie bei den zu
Pinseln bestimmten Borsten. S. auch Borsten
und Haare.