Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Puder

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Putschuk

nannten  Bestandteile  wirklich  enthalten  und  nicht
nur  künstlich  gefärbt  oder  aromatisiert  sein.

Puder  (frz.  Poudre,  engl.  Powder)  sind  kosmetische ­
  Pulvermischungen,  welche  dazu  dienen, ­
  übermäßige  Fettigkeit  oder  Feuchtigkeit
der  Haut  aufzusaugen  und  der  Haut  eine  zarte
Färbung  zu  verleihen.  Als  Grundstoffe  finden
meist  feines  Stärkemehl,  Talkum,  Magnesiumkarbonat, ­
  bei  Streupulvern  auch  Lykopodium
Anwendung.  Kosmetische  Puder  werden  vielfach
mit  Veilchenwurzel  oder  anderen  Riechstoffen
Parfümiert  und,  je  nach  Wunsch,  gefärbt,  doch
dürfen  hierzu  nur  giftfreie  Farben,  z.  B.  Karmin,
Karthamin,  Zinkweiß,  verwandt  werden.  Andere
zu  Heilzwecken  bestimmte  P.  erhalten  Zusätze
von  medizinischen  Stoffen  oder,  wie  Fußstreu-Pulver,
  zur  Beseitigung  übler  Gerüche,  von
antiseptischen  Mitteln  (Borsäure,  Salizylsäure).
Die  berühmtesten  P.  wurden  früher  in  Frankreich ­
  und  England  hergestellt,  sind  aber  jetzt
von  den  deutschen  Erzeugnissen  völlig  erreicht.
Pulsatillenkraut  (lat.  Herba  pulsatillae,  frz.
Herbe  de  pulsatille,  engl.  Wind  flowers)  wird  im
Mai  zur  Blütezeit  von  zwei  verwandten  Ranunkulazeen:
  Anemone  pulsatilla  und  Anemone ­
  pratensis,  gesammelt,  die  m  Europa  und
Asien  weit  verbreitet  Vorkommen.  Die  erstere,
die  gemeine  Küchenschelle  hat  einzelne  aufrechtstehende, ­
  an  der  Außenseite  stark  seidenhaarige
  Blüten  von  hellvioletter  Farbe.  Die  Blüten ­
  der  anderen,  der  Wiesenanemone,  sind  weit
größer,  überhängend  und  schwarzviolett  gefärbt.
Das  frische  Kraut  enthält  als  wirksamen  Bestandteil ­
  das  brennend  scharfe  Anemonin  (Anemonen- ­
  oder  Pulsatillenkampfer),  C 15 PI 12 0 6 ,  das
sich  beim  Trocknen  zersetzt,  und  wird  daher
Ausschließlich  zur  Bereitung  von  Extrakt  und
Finktur  benutzt.  Das  trockene  Kraut  ist  geruchlos ­
  und  fast  ohne  scharfen  Geschmack  und  muß
vorsichtig,  nicht  zu  länge,  aufbewahrt  werden.
Pulver  wie  Auszüge  finden  beschränkte  Anwendung ­
  gegen  Asthma,  Keuchhusten,  Kopfschmerzen ­
  und  Star.

Pulufaser  (Pulu),  die  braune  Haarbekleidung
der  Stämme  und  Blattstielbasen  mehrerer  tropischer ­
  Baumfarne,  namentlich  der  Gattung
Zibotium,  die  von  den  Sandwichinseln  und
Sumatra  zu  uns  kommt,  wurde  früher  als  Polstermaterial ­
  empfohlen,  hat  sich  aber  wegen  ihrer
Brüchigkeit  nicht  bewährt.

Pumpernickel,  ein  aus  dem  ganzen  Korn  her-Sestelltes
  dunkelbraunes  bis  schwarzbraunes  Brot,
das  in  Nordivestdeutschland,  besonders  bei  Münster ­
  und  Osnabrück,  das  allgemeine  Nahrungsorot
  bildet,  wird  aus  geschrotenem,  nicht  gedeuteltem ­
  reinen  Roggen  durch  einen  langen,
*6—20  Stunden  dauernden  Gärungsprozeß  mit
Sauerteig  und  16—zästündige  Einwirkung  der
Dfenhitze  bereitet.  Die  großen,  bis  zu  30  kg
schweren  Brote  haben  einen  kräftigen  aromatischen ­
  Geruch  und  Geschmack,  werden  aber
tde  alle  Vollkornbrote  wegen  des  hohen  Rohtasergehaltes
  (1,50—2,000/0)  nur  unvollständig  aus-Senutzt.
  Der  Wassergehalt  beträgt  etwa  42  0/0,
der  Gehalt  an  Stickstoffsubstanz  gegen  70/0.  Die
ms  Delikatesse  in  runden  oder  viereckigen  Blechdosen ­
  versandten  P.,  die  meist  schon  in  Scheiben
beschnitten  sind,  werden  ebenfalls  aus  dem  ganzen

Korn,  aber  unter  geringerer  Säuerung  und
mit  Zusatz  von  Zucker  hergestellt.
Punschessenzen  ■  (P.-Extrakte)  sind  zur
schnellen  und  bequemen  Bereitung  von  Punsch
bestimmte  Flüssigkeiten,  die  aus  weißem,  mit
Wasser  gekochten  Zucker  und  Rum,  Arrak  oder
Rotwein,  oft  auch  mit  Zusätzen  von  Fruchtsäften,
Wein-  oder  Zitronensäure,  Alkohol  und  Gewürzen
hergestellt  werden.  Die  Bezeichnung  muß  ihrer
Zusammensetzung  entsprechen,  der  Alkoholgehalt
ist  so  zu  bemessen,  daß  der  nach  Vorschrift  verdünnte ­
  trinkfertige  Punsch  noch  io—12%  Alkohol ­
  enthält.  Als  Rotweinpunsch  bezeichnete
Erzeugnisse  dürfen  die  im  Weingesetze  verbotenen ­
  Stoffe  (Stärkesirup,  Farbstoff,  Salizylsäure)
nicht  enthalten.  —  Punschpulver  sind  geringwertige ­
  Erzeugnisse  der  Kriegsindustrie,  die  meist
aus  gefärbten,  schwach  aromatisierten  Gemischen
von  Zucker  und  etwas  Weinsäure  bestehen.  —
Punschwürfel  (Grog-W.),  durch  Zusatz  von
Gelatine  in  feste  Form  gebrachte  Mischungen
von  Zucker,  Essenzen,  Farbe  und  etwas  Alkohol.
Wegen  des  meist  viel  zu  geringen  Alkoholgehaltes
sind  sie  von  den  Gerichten  durchweg  als  verfälscht ­
  oder  nachgemacht  beurteilt  worden.
Purgatin,  ein  neueres  Abführmittel,  besteht
aus  Trioxydiazetylanthrachinon.
Purree  (Piuri,  Indischgelb,  Jaune  Indien,
Indian  yellow)  ist  der  Handelsname  einer  aus
Ostindien  eingeführten  weichen  und  leicht  zerdrückbaren ­
  Masse  von  außen  dunkelbrauner,
innen  tief  orangegelber  Farbe  und  eigentümlichem ­
  tierischen,  an  Bibergeil  erinnerndenGeruch,
über  deren  Ursprung  noch  nicht  völlige  Klarheit
herrscht.  Während  die  meisten  Fachleute  annehmen, ­
  daß  die  Ware  aus  dem  Harn  mit
Mangoblättern  gefütterter  Kühe  hergestellt  wird,
betrachten  andere  sie  wegen  der  Abwesenheit
von  Stickstoff  als  einen  mit  Magnesia  eingedickten ­
  Baumsaft.  Als  färbender  Bestandteil  ist
eine  gelbe  Pflanzensäure,  die  Euxanthinsäure,
CjgHigOi!,  in  Form  des  Magnesiumsalzes  vorhanden. ­
  Die  Farbe  wird  in  der  feinen  Ölmalerei ­
  benutzt,  ist  aber  durch  die  Teerfarbstoffe
nahezu  verdrängt  worden.
Puro,  ein  Nährpräparat  (Fleischsaft  ?),  sollte
nach  Angabe  des  Erfinders,  Dr.  Scholl,  durch
Ausziehen  von  fettfreiem  Fleisch  unter  hohem
Druck  und  Eindampfen  des  mit  Suppenkräutern
versetzten  Extraktes  bis  zum  Sirup  dargestellt
werden.  Es  enthält  neben  den  Fleischbasen  auch
erhebliche  Mengen  löslicher  Stickstoffsubstanzen
in  Form  von  Albumosen  und  wurde  von  zahlreichen ­
  Ärzten  empfohlen.  Durch  eingehende
Untersuchungen  von  Prof.  Gruber  ist  nachgewiesen ­
  worden,  daß  die  Angaben  des  Herstellers
auf  Unwahrheit  beruhen-,  P.  enthält  kein  Fleischeiweiß, ­
  sondern  besteht  im  wesentlichen  aus
einem  Gemisch  von  Eieralbumin  mit  Fleischextrakt. ­

Putschuk  (Costus),  die  Wurzel  einer  distelartigen
  Pflanze,  Auklandia  Costus.  die  auf
den  Gebirgen  um  Kaschmir  wächst,  wird  im
September  oder  Oktober,  wenn  die  Pflanze  zu
welken  anfängt,  ausgegraben,  in  Stücke  zerschnitten ­
  und  ohne  weitere  Zubereitung  zur  Ausfuhr ­
  gebracht.  Von  demPendschab  aus  geht  der
größte  Teil  nach  Bombay  sowie  nach  Hindostan
und  China.  Die  Chinesen  verbrennen  die  Wurzel
            
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