Arrak
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Arsenfarben
culatum. Die frische Wurzel enthält einen sehr
scharfen Stoff, der giftig wirken soll und dem
Saponin nahesteht. In der getrockneten Wurzel
sind Stärke, Bassorin und fettes Öl enthalten.
Die durch Kochen von ihrem Bitterstoff befreite
Wurzel dient in den Tropen als Nahrungsmittel
sowie zur Herstellung von Stärke (Portland
Arrowroot).
Arrak (Arac, Rack, eigentlich Al Rak, frz.
Arrac, engl. Arac) ist ein zu den sog. Edel-
branntweinen gerechnetes alkoholisches Destil
lat, welches in Ostindien entweder aus vergore
ner Reismaischc oder aus dem vergorenen
Zuckersäfte von Blütenkolben der Kokospalme
(Toddy) oder auch wohl aus einem Gemische
beider unter Zusatz von Melasse hergestellt wird.
Als beste Sorte gilt der Batavia- oder Manda
rinenarrak, der über Amsterdam und Rotterdam
in den Handel kommt; an zweiter Stelle folgt
der Arrak de Goa (Taffia) und schließlich der
Zeylon-A., der angeblich Zusätze betäubender
Stoffe, wie Hanf, Datura usw. enthält. Neben
Holland sind London und Hamburg als Haupt-
handelsplätze zu erwähnen. Der Arrak ist gleich
nach der Destillation farblos und wird, wenn er
nach längerer Lagerung gelblich geworden sein
sollte, meist durch Behandlung mit Knochen
kohle wieder entfärbt. Er besitzt ein feines,
eigenartiges Aroma und enthält neben geringen,
wechselnden Mengen von organischen Säuren
und Estern etwa 56—60V0I. % Alkohol. Unter
45 Vol. o/o sollte der Alkoholgehalt nicht her
untergehen. Gemische von A. mit Spiritus dür
fen als Arrakverschnitt bezeichnet werden, wenn
mindestens t/ 10 des Alkohols echtem A. ent
stammt. Erzeugnisse, die andere Aromastoffe,
wie Ameisensäureäther (A.-Essenz) enthalten,
Slr >d als Kunstarrak zu kennzeichnen. Auch ihr
Alkoholgehalt sollte mindestens 45 °/o betragen.
A. wird weniger zum direkten Genuß als zur
Herstellung von Grog und Punschessenzen
•Schwedenpunsch) benutzt.
Arrowroot (Araruta, lat. Amylum Marantae,
Hz. und engl. Arrow-root). Unter diesem Na-
nten kommen verschiedene Arten von Stärke
mehl in den Handel, die aus den knolligen
A'urzelstöcken tropischer Pflanzen dargestellt
werden. 1. Westindisches A. (Maranta-
Härke) stammt von einigen Marantaarten, be-’
®° n ders M. arundinacea, welche nicht nur in
w Ostindien, sondern auch in Guyana, Brasilien,
Ltiudicu und auf Rdunion angebaut werden.
Aach der Herkunft benennt man sie auch als
Jamaika-, Bermudas-, Natal-, St.-Vincent-, bra-
■’üianisches und afrikanisches A. Die geschätz-
este Ware liefert St. Vincent in Menge von
1 Mm,™ v.t - r-v J j sc h e s A.
F a r i n a
_ e) aus dem Rhi-
£°.® c verschiedener Kurkuma-Arten (C. angusti-
lj la , leukorrhiza, rubescens) führt nach den
, rs prungsorten auch die Bezeichnungen: Bom-
Malabar-, Tellicherry-A., spielt aber für
n scren Handel eine untergeordnete Rolle,
jj Queensland-A. (Cannastärke, Fecule
» e . J oloman, Tous les mois, Neusüdwales-
ed r V ' 1 ^ aus den Knollen von Kanna-Arten (C.
„I U ls , indica, achiras, coccinea) gewonnen. Den
0 mchen Namen führt die Stärke einer Zykasart,
1 a ■ ” are liefert St. Vincent in Mi
Million Kilogramm. 2. Ostin dis
Utkhur-, Tikor-, Tik-Mehl,
*k, Travancore-Stärke) aus t
Zamia spiralis. 4. Tahiti-A. (Williams-A.,
Fdcule de pia, Fecule de.Kabya, Tavolo)
ist die Stärke von Tacca pinnatifida (Liliaceae),
die auf den meisten Inseln des Großen Ozeans
angebaut wird. 5. Portland-A. von Arum ma-
culatum, italicum, esculentum. 6, Brasiliani
sches A, Mit diesem Namen bezeichnet man
die Stärke der süßen Kartoffel (Batates edulis),
hauptsächlich aber die als Tapioka, Manihot,
Kassava oder Manioc bekannte Stärke von
Manihot utilissima. Die außerordentlich großen
Knollen dieser Euphorbiazee, welche in Süd
amerika heimisch ist, aber überall in den Tro
pen als wichtiges Nahrungsmittel angebaut wird,
enthalten neben etwas Blausäure einen sehr gif
tigen Stoff Manihotoxin und werden daher
zur Entfernung des giftigen Saftes zunächst in
Scheiben geschnitten und ausgepreßt. Der ge
trocknete Rückstand wird gemahlen und zur
Gewinnung der Stärke geschlämmt. Die letztere
kommt sowohl in Pulverform, als auch nach
teilweiser Verkleisterung als eine Art Sago (echte
Tapioka) in den Handel. 7. Guyana-A. wird
aus den Wurzelknollen verschiedener Dioscorea-
arten, den sog. Yamwurzeln, dargestellt, doch
belegt man auch die Stärke der Bananenfrüchte
(Musa paradisiaca) mit dem gleichen Namen.
— Im Handel werden die vorstehenden Bezeich
nungen der Arrowrootsorten vielfach mitein
ander verwechselt, ohne daß darin eine Verfäl
schung zu erblicken wäre. Hingegen ist der Zu
satz billiger einheimischer Stärke von Getreide,
Kartoffeln usw. unzulässig. A. findet zur Her
stellung feiner Backwaren, zu Küchenzwecken
und auch in der Medizin vielfache Anwendung.
Die feineren Sorten gelangen in Blechdosen ver
packt, die geringeren in Fässern von etwa 100 kg
zum Verkauf.
Arsen (As), ein metallisches Element vom
Atomgewicht 75, findet sich in gediegenem Zu
stande verhältnismäßig selten im Erzgebirge und
im Harz in Form krummschaliger oder stalak
titischer Stücke von schwarzgrauer Farbe und
mattglänzender Oberfläche, welche als Scher
benkobalt (Cobaltum crystallisatum) oder
Fliegenstein bezeichnet werden. Verbreiteter
sind seine Verbindungen mit Schwefel (s. Ar
senik) und mit anderen Metallen und Schwefel,
wieA r senk ie s (Eisen-Arsen-Schwefel, Fe 3 As 2 S 3 ),
Kobaltglanz (Kobalt-Arsen-Schwefel), Kup-
fernickel (Arsennickel NiAs), Weißnickel
erz (NiAs 3 ) u. a. Zur Reindarstellung wird ent
weder der Scherbenkobalt oder häufiger der
Arsenkies der Sublimation unterworfen, wobei
man das A. als ein stahlgraues kristallinisches
Pulver vom spez. Gew. 5,72 erhält. Es läßt sich
nur unter hohem Druck in der Glühhitze schmel
zen, verflüchtigt sich aber beim Erhitzen auf
Kohle vor dem Lötrohr unter Verbreitung eines
eigentümlichen Knoblauchgeruchs und ver
brennt an der Luft zu einem weißen Rauch von
arseniger Säure. Das auch als grauer oder
schwarzer Arsenik bezeichnete A. findet in
der Technik fast nur als Zusatz zu Blei bei der
Schrotherstellung Anwendung.
Arsenfarben im Sinne der gesetzlichen Be
stimmungen sind die unter Arsenik (s. d.) an
geführten gelben und roten Schwefelverbindun
gen (Realgar, Auripigment usw.) und die aus