Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Roisdorfer  Mineralquelle

368

Rosenblätter

männlichem  dickeres,  dunkelfarbiges,  mit  enger
stehenden  Knoten  versehenes  R.  zu  Spazierstöcken ­
  verstanden  wird.  Das  rohe  R.  hat  noch
seine  ringförmigen  Knoten,  die  beim  gereinigten
durch  Schaben  oder  durch  Schleifen  auf  besonderen ­
  Maschinen  entfernt  worden  sind.  Das
nicht  in  ganzen  Stäben  zu  verwendende  R.  wird
in  Fabriken  durch  Zerschneiden,  Spalten,  Hobeln
und  Ziehen  in  die  verschiedenen  Gebrauchsformen, ­
  Stuhl-,  Korsettrohr,  Rieten  für  Webstühle ­
  usw.  gebracht.  Die  dünnsten,  schnurenförmigen ­
  Streifen  beißen  Schnur-  oder  Putzrohr ­
  und  dienen  in  der  Putzmacherei  als  steifendes ­
  Material.  Die  hellsten  Sorten  Stuhlrohr  werden ­
  durch  Schwefeldämpfe  gebleicht.  Peddigrohr ­
  besteht  aus  dünnen  Stäbchen,  die  aus  dem
Marke  der  gleichen  Calamusarten  hergestellt  sind
und  zur  Korbflechterei  Verwendung  finden.  —
2.  Eine  andere  Sorte,  sog.  spanisc  hesR.,  stammt
von  der  größten  europäischen  Grasart,  Arundo
donax,  die  in  ganz  Südeuropa  heimisch  ist.
Es  wird  auch  Pfahlrohr  oder  Schalmeirohr
genannt  und  zu  ähnlichen  Zwecken  verwandt,  wie
die  asiatische  Ware.  —  3.  Das  gemeine  Teichrohr ­
  (Schilf-,  Decken-,  Dachrohr,  Rohrschilf) ­
  von  Phragmites  communis  dient
hauptsächlich  zum  Berühren  von  Zimmerdecken
und  zur  Anfertigung  von  Wänden,  Rohrmatten
zum  Belegen  der  Frühbeetfenster  u.dgl.  Der
Ertrag  beläuft  sich  je  nach  der  Dichtigkeit  des
Standes  für  den  Plektar  Teich  oder  Seeufer  auf
120—300  Gebinde  von  75—80  cm  Umfang.  Hiervon ­
  wird  aufgebunden  als  Dachrohr  25—35  %,
als  Mauerrohr  45—60%.  Der  Rest  ist  Streu.
Roisdorfer  Mineralquelle  bei  Bonn  enthält
in  1000  Gevvichtsteilen:  0,9821g  Natriumbikarbonat, ­
  0,3086  g  Kalziumbikarbonat,  0,3497  S  Magnesiumbikarbonat, ­
  0,0029  S  Ferrokarbonat,
1,8423  g  Chlornatrium,  0,4638  g  Natriumsulfat,
0,0092  g  Kieselsäure  und  1,3183g  freie  Kohlensäure. ­

Rokzellin,  ein  dem  Echtrot  (s.d.)  nahestehender ­
  Azofarbstoff,  besteht  aus  dem  Natriumsalze
des  o-Naphtylaminsulfosäureazo-ß-Naphtols.
Romadurkäse,  auch  Romatour,  Rahmatour
genannt,  ist  ursprünglich  ein  echter  Fettkäse
mit  22,78  °/o  Protein  und  20,66%  Fett,  wird  aber
neuerdings  im  Allgäu  auch  nach  Art  des  Backsteinkäses ­
  aus  Vollmilch  oder  teilweise  entrahmter ­
  Milch  hergestellt.
Roob  (Rob)  ist  eine  alte  arabische  Bezeichnung ­
  für  Dicksaft  oder  Mus,  die  hauptsächlich
für  folgende  pharmazeutische  Zubereitungen  noch
in  Gebrauch  ist:  Roob  antisyphiliticus  für  Sirupus
  sarsaparillae;  R.  dauci  für  Möhrensaft;  R.
ebuli,  Attichdicksaft;  R.  juniperi,  Wacholdersaft; ­
  R.  sambuci,  Holundersaft;  R.  sorborum,
Ebereschenmus;  R.  spinae  cervinae,  Kreuzbeermus. ­

Roquefortkäse,  ein  berühmter  Hartkäse,  der
seinen  Namen  von  dem  Dorfe  Roquefort  im  Departement ­
  Aveyron  trägt,  wurde  früher  aus  Schaf-  und
Ziegenmilch  hergestellt,  während  man  jetzt  nur
noch  Schafmilch  benutzt.  Die  unabgerahmte
Milch  wird  mit  Lab  oder  Waldartischocke
(Cinara  scolymus)  zum  Gerinnen  gebracht,  der
Bruch  mit  verschimmeltem  Brot  in  durchlochte
Töpfe  geschichtet  und  der  Reifung  überlassen.
Hierbei  bedecken  sich  die  Käse  zuerst  mit  einer

gelben  und  rötlichen  Kruste,  darauf  mit  einer
weißen  Schimmelwucberüng,  die  abgekratzt  wird.
In  30—50  Tagen  verliert  der  JCäse  28—30%  an
Gewicht  und  enthält  dann:  31,6-%  Wasser,
26,5%  Protein,  33,1%  Fett,  3,2%  Milchzucker
und  s,6%  Asche.  Er  kommt  in  Stanniol  gehüllt
in  den  Verkehr.
Rosamine  nennt  man  eine  Reihe  roter,  gelb
fluoreszierender  Xanthenfarbstoffe,  welche  durch
Einwirkung  von  Benzotrichlorid  auf  alphylierte
m  -  Aminophenole  entstehen.  Ihre  Zusammensetzung ­
  entspricht  der  Formel  C 6 H 5 .C(C 6 H 3 .
NH 2 ) 2  .  OC1,  d.  d.  derjenigen  eines  Pyronins,  in
welchem  die  CH  -  Gruppe  durch  die  Gruppe
C  .  C e H 6  ersetzt  ist.
Rosanilin  (Rosanilinhydrat,  Triamidodiphenyltolylkarbinol),
  C 20 H 21 N 3 O,  ist  die
den  eigentlichen  Anilinfarben  im  engeren  Sinne
zugrunde  liegende  Base  und  Wird  daher  im
Handel  auch  Rosanilinbase  genannt.  Man
erhält  sie,  wenn  man  ein  Rosanilinsalz,  also'
z.  B.  Anilinrot  (Fuchsin)  mit  Ammoniak  oder
Natronlauge  zersetzt,  in  Form  weißer  Kristallnadeln, ­
  die  sich  durch  Spuren  einer  Säure,  ja
selbst  schon  durch  die  Kohlensäure  der  Luft
röten.  Durch  Behandlung  mit  Säuren  entsteht
wieder  Anilinrot.  —  Die  dem  R.  ähnliche  Base,
das  Pararosanilin,  Triamidotriphenylkarbinol,
liefert,  mit  Säuren  Parafuchsin.
Rose  bengale  ist  der  Name  einiger  Phtaleinfarbstoffe,
  die  Wolle  bläulichrot  färben,  als
braune  bis  braunrote  Pulver  in  den  Handel  kommen ­
  und  in  Wasser  mit  roter  Farbe  ohne  Fluoreszenz ­
  löslich  sind.  Rose  bengale  N  wird
durch  Einwirkung  von  Jod  auf  Dichlorfluoreszein
erhalten  und  besteht  aus  Alkalisaben  des  Tetrajoddichlorfluoreszeins;
  Rose  bengale  B  wird
durch  Einwirkung  von  Jod  auf  Tetrachlorfluoreszein
  dargestellt  und  besteht  aus  dem  Kalisalze
des  Tetrajodtetrachlorfluoreszeins.
Rosein.  Diesen  Namen  führte  eine  Zeitlang
das  Fuchsin,  ebenso  auch  das  Mauvein.
Rosenblätter  (lat.  Flores  rosarum,  frz.  Fötales
de  roses,  engl.  Rose-flowers).  Die  Blumenblätter ­
  von  bei  uns  gezogenen  Rosen,  die  einen
nicht  unbedeutenden  Gegenstand  des  Drogenhandels ­
  bilden,  entstammen  der  Zentifolie  (Rosa
centifolia),  ferner  der  roten  oder  Essigrose
(R.  gallica)  und  der  dunkelroten  Damaszener ­
  Rose  (Rosa  damascena).  Die  Zentifolienblätter ­
  (lat.  Flores  rosarum  incarnatarurn
seu  pallidarum)  werden  nach  völliger  Aufschließung ­
  der  Blüten  ohne  die  Kelche  abgenommen
und  entweder  rasch  an  der  Sonne  getrocknet
oder  frisch  mit  Salz  eingelegt  (lat.  Flores
rosarum  in  sale).  Durch  das  Trocknen  geht  ein
Teil  des  Duftes  und  die  rein  rote  Farbe  verloren, ­
  der  übrigbleibende  schwache  Geruch  ist
aber  sehr  angenehm.  Die  eingesalzenen  Blätter
behalten  ihr  Rot.  Die  Blätter  der  roten  und  der
Damaszener  Rosen  (lat.  Flores  rosarum  rubrarum
  seu  damascenarum)  werden  von  Knospen
genommen,  die  eben  im  Aufbrechen  begriffen
sind.  Man  pflückt  sie  bei  sonnigem  Wetter  und
zwickt  mit  einer  Schere  dein  rotgefärbten  Ted
ab,  so  daß  der  untere  gelblich  gefärbte  verschmälerte ­
  Boden  der  Knospe,  der  sog.  Nageh
mit  dem  Kelche  in  Wegfall  kommt.  Die  Knospen
werden  unaufgerollt  im  Schatten  getrocknet,  ver-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.