Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Rhodium

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Rindertalg

starker  Fluoreszenz,  tannierte  Baumwolle  violettrot ­
  ohne  Fluoreszenz,  geölte  Baumwolle  ebenso,
aber  mit  Fluoreszenz.  —  Durch  Einwirkung  von
Alkoholen  und  Säuren  können  aus  den  Rh.  Ester
gebildet  werden,  die  auch  die  Bezeichnung  Anisoline
  führen  und  sich  von  den  eigentlichen  Rh.
durch  einen  blaueren  Ton,  erhöhte  Affinität  zur
Faser  und  stärkere  Basizität  unterscheiden.  —
Rhodamin  6G  ist  z.  B.  der  Äthylester.
Rhodium,  eines  der  Platinmetalle  (s.  Platin),
vom  spez.  Gew.  12,100  und  dem  Atomgewicht
Rh.  =  103,  das  sich  nur  durch  umständliches
Verfahren  als  dichtes  Metall  darstellen  läßt,
ähnelt  in  der  Farbe  dem  Aluminium  und  ist  in
reinem  Zustande  weich,  geschmeidig  und  dehnbar
wie  Silber,  in  unreinem  Zustande  hingegen  hart
und  spröde.  Es  schmilzt  schwerer  als  Platin,  aber
leichter  als  Iridium  und  ist  in  Königswasser  unlöslich, ­
  Die  technische  Verwendung‘beschränkt
sich  auf  die  Herstellung  widerstandsfähiger  Platinlegierungen ­
  für  Pyrometer,  harte  Spitzen  für
Goldfedern  und  einiger  Stahlsorten.
Rizinusöl  (Wunderbaumöl,  Kastoröl,  lat.
Oleum  ricini,  Oleum  palmae  christi,  frz.  Huile
de  ricin,  engl.  Castor  oil)  wird  aus  den  Samen
der  Rizinuspflanze,  Ricinus  communis,  gewonnen ­
  und  gehört  zu  den  fetten  Ölen.  Der
Rizinus-  oder  Wunderbaum  ist  ein  ursprünglich
ostindisches,  jetzt  aber  über  viele  Länder  durch
Verpflanzung  verbreitetes  Gewächs  aus  der  Familie ­
  der  Wolfsmilcharten,  das  in  wärmeren
Ländern  Strauch-  und  baumartig  wächst  und
7—10  m  Höhe  erreicht,  bei  uns  aber  nur  als
2—2 1 / 2  m  hohe  Blattpflanze  in  Gärten  und  Anlagen ­
  gezogen  wird.  Seine  großen,  bandförmigen, ­
  7—lospaltigen  Blätter  sitzen  schildartig
auf  langen  Stielen.  Die  Blüten  stehen  in  großen
Trauben  und  liefern  stachlige,  aufspringende
Samenkapseln.  Die  unter  dem  Namen  große
Purgierkörner  oder  Purgiernüsse  (lat.Semen
ricini,Semen  cataputiae  majoris,frz.Semence  de  ricin, ­
  engl.  Castorseeds)  bekannten  Samen  haben  eine
elliptische,  zusammengedrückte,  auf  der  einen  Seite
stumpfkantige,  auf  der  anderen  gewölbte  Gestalt
und  eine  glatte,  glänzende,  rotbraun  getüpfelte
Oberfläche.  In  der  harten,  dünnen  und  leicht
zerbrechlichen  Samenschale  liegt  ein  gelblichweißer.
  ölhaltiger  Kern,  der  anfangs  mandelartig ­
  mild,  hinterher  etwas  kratzig'  schmeckt.
Die  frühere  Verwendung  der  Samen  als  Abführmittel ­
  ist  wegen  ihres  Gehaltes  an  dem  sehr
giftigen  Rizin  jetzt  ganz  durch  diejenige  des  Öles
verdrängt  worden.  Das  R.  wurde  früher  durch
Auskochen  der  zerquetschten  Samen  mit  Wasser
gewonnen,  während  man  jetzt  die  enthülsten
Kerne  kalt  auspreßt  und  so  40—50  o/ 0  öl  erhält.
Durch  heißes  Nachpressen  gewinnt  man  noch
weitere  7  °/o  Öl,  die  jedoch,  ebenso  wie  das  mit
Schwefelkohlenstoff  extrahierte  Öl  nicht  medizinisch, ­
  sondern  nur  technisch  benutzt  werden.
Zur  Entfernung  der  letzten  Rizinspuren  kocht
man  es  einige  Zeit  mit  Wasser,  wobei  die  fremden ­
  Bestandteile  zu  Boden  sinken,  Während
das  Öl  selbst  sich  klärt,  hellfarbiger  und  milder
wird.  Von  den  verschiedenen  Handelssorten
werden  die  kalt  gepreßten  italienischen  und
französischen  Öle  den  warm  gepreßten  und  daher
gelblichen  amerikanischen  und  ostindischen  vorgezogen. ­
  Das  R.  ist  im  reinen  Zustande  hell

und  farblos  oder  nur  schwach  gelblich  und  ohne
Geruch  und  Geschmack.  Es  ist  dickflüssiger  als
andere  fette  Öle  und  hat  ein  spez.  Gew.  von  0,960.
In  der  Kälte  scheidet  es  festes  Fett  (Rizinusstearinsäure) ­
  aus  und  erstarrt  vollständig  bei
—17 0 .  R.  besteht  im  wesentlichen  aus  Rizinol-
  und  Rizinisolsäureglyzeriden,  enthält ­
  aber  kein  Olein.  Zur  Prüfung  auf  fremde  Öle
vermischt  man  das  R.  mit  dem  vierfachen  Volum
Vaselmöl,  worin  es  zum  Unterschiede  von  allen
anderen  fetten  Ölen  unlöslich  ist.  Auch  gibt  es
mit  go  0 /oigem  Alkohol  eine  klare  Lösung.  Außerdem ­
  zieht  man  das  hohe  spez.  Gew.  und  die
Löslichkeit  in  Eisessig  heran.  Außer  zu  medizinischen ­
  Zwecken  als  gelinde  wirkendes  Abführmittel ­
  findet  es  auch  technische  Verwendung,
hauptsächlich  zur  Herstellung  des  Türkischrotöls ­
  und  von  Schmiermitteln,  sowie  von  Seife,
bildet  ferner  einen  gewöhnlichen  Bestandteil  der
käuflichen  Lederöle  und  ist  auch  für  sich  allein
ein  vorzügliches  Konservierungsmittel  für  Schuhund
  anderes  Lederwerk.  Zur  Verpackung  dienen
viereckige  Blechdosen  (Kanister)  von  20  kg  Inhalt, ­
  deren  je  vier  in  eine  Kiste  eingesetzt  sind.
Das  technische,  gelbe  Öl  kommt  in  Fässern  zürn
Verkauf.
Riechsalz,  englisches,  besteht  aus  kohlensaurem ­
  Ammonium,  das  mit  ätherischen  Ölen
parfümiert  ist.
Rindertalg  (lat.  Sebum  bovinum,  frz.  Suif  de
boeuf,  engl.  Suet  of  beef)  ist  das  aus  fettreichen
Teilen  von  Rindern  aüsgeschmolzene  Fett.  Zu
seiner  Gewinnung  benutzt  man  hauptsächlich
das  Gekröse-  (Mickerfett),  Netz-,  Nieren-,  Herz-,
Mittelfell-,  Sack-,  Eingeweidefett,  seltener  andere
fettreiche  Körperteile.  Der  aus  frischen,  ausgewählt ­
  guten  Teilen,  bei  nicht  zu  hoher  Temperatur ­
  ausgeschmolzene  und  sorgfältig  gereinigt®
R.wird  alsFeintalg  (Premier  jus)  bezeichnet-R.
  ist  entweder  fast  weiß,  grauweiß  oder  schwach
gelblich,  bei  bestimmter  Fütterung  (Weidemast)
auch  wohl  stark  gelb,  von  schwachem,  eigen'
artigem,  Geruch  und  Geschmack  und  fester  Konsistenz. ­
  Die  größte  Härte  zeigt  das  Eingeweidefett,
  die  niedrigste  das  Sackfett.  Seiner  chemischen ­
  Zusammensetzung  nach,  die  nach  den
Körperteilen  wechselt,  besteht  es  aus  den  GlY"
zeriden  der  Palmitin-,  Stearin-  und  Ölsäure  und
zeigt  folgende  analytische  Kennziffern:  Schmelzpunkt ­
  nach  Polenske  43—51  °,  Erstarrungspunkt
nach  Polenske  30—38°,  Differenzzahl  13—15>
Brechungsindex  (bei  40°)  1,4566—1,4583,  R e "
fraktion  46:—48,5,  Jodzahl  32—46,  Verseifung 3 '
zahl  193—198,  Reichert  -  Meißl  -  Zahl  o,i—0,6,
Schmelzpunkt  der  Fettsäuren  41—47°,  Erstarrungspunkt ­
  der  Fettsäuren  39—47°,  Jodzahl  der
ungesättigten  flüssigen  Fettsäuren  89—92,4.  D er
R.  findet  ausgedehnte  technische  Verwendung
(s.  Talg),  die  besten  Sorten  (von  geschlachteten ­
  Tieren)  bilden  ein  wertvolles  Speisefett
und  den  Rohstoff  der  Margarinefabrikation,  (s.d-)-Der
  zu  letzterem  Zwecke  aus  Feintalg  durch
Auspressen  bei  mäßiger  Temperatur  gewonnen®
niedriger  schmelzende  Anteil,  das  Oleomarg 3 '
rin,  ist  reicher  an  Ölsäure  und  hat  infolgedessen
einen  niedrigeren  Schmelzpunkt  (28—40°)  und
Erstarrungspunkt  (17—27°),  sowie  eine  hoher®
Jodzahl  (42—53°),  der  hinterbleibende  Rückstand,
der  sog.  Preßtalg  (Rinderstearin,)  besteht
            
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