Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Safrol

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Salazetol

brennt  es  wie  Schießpulver  ab  und  wird  daher
"'egen  dieser  Feuergefährlichkeit  entweder,  mit
Glyzerin  angerührt,  in  Teigform  oder  trocken  im
Gemisch  mit  Salmiak  versandt.  Eine  geringere
Sorte  von  S.  von  hellgelber  Farbe  kam  früher
unter  dem  Namen  Nudelgelb  in  den  Handel.
Vgl.  Viktoriagelb  und  Viktoriaorange.
Safrol,  der  Methylenäther  des  m-Allylbrenzkatechins,
  bildet  den  Hauptbestandteil  des
Sassafrasöls  und  ist  außerdem  in  beträchtlicher
Menge  im  Kampferöl  enthalten,  während  es  in
geringerer  Menge  in  einer  ganzen  Reihe  ätherischer ­
  Öle  vorkommt.  Das  S.  wird  jetzt  in  großer
Menge  fabrikmäßig  aus  Kampferöl  dargestellt
und  als  feines  Seifenparfüm  verwandt.  Man  erhält ­
  es  als  farblose  oder  schwach  gelbliche,  optisch ­
  inaktive,  ölige  Flüssigkeit  vom  spez.  Gew.
Mos—1,107.  Es  siedet  um  232 0  und  erstarrt  bei
e twa  —f—  xi°  zu  einer  Kristallmasse.  Bei  der
9 x ydation  geht  es  in  Piperonal  (Heliotropin)
über.
Sagapenum  (lat.  Gummi  sagepenum),  ein
Gummiharz,  stammt  wie  die  ähnliche  Asa  foetida
  von  einer  in  Persien  vorkommenden  Doldenpflanze ­
  aus  der  Gattung  Ferula,  deren
Ärtbestimmung  aber  nicht  sicher  ist.  Der  Stoff
hat  einen  knoblauchartigen,  doch  schwächeren
Geruch  als  Asa  foetida,  der  Geschmack  ist
kratzend,  scharf  und  bitter.  S.  besteht  aus
Körnern  oder  zusammengebackenen  Massen  von
braungelber  Farbe,  ist  etwas  durchscheinend  und
auf  dem  Bruche  hornartig.  Die  Ware  ist  auf  levantischen
  Plätzen,  Alexandria  und  Smyrna,
käuflich,  wird  aber  bei  uns  nicht  mehr  verwandt.
Sago  (frz.  Sagou,  engl.  Sago)  besteht  aus
den  teils  unveränderten,  teils  verkleisterten
Stärkekörnchen,  die  aus  dem  Stammarke  mehrerer
  Arten  tropischer  Palmen  abgeschieden
"'erden  und  in  Form  verschieden  großer  und  verschieden ­
  gestalteter  Körner  in  den  Handel  körnen. ­
  Anfänglich  gelangte  S.  nur  aus  Ostindien
Und  den  umliegenden  Inseln  nach  Europa,  wählend ­
  er  jetzt  auch  in  Westindien,  z.  B.  auf  Guadeloupe ­
  und  in  anderenTropengegenden,  gewonnen
"'Ed.  Hinsichtlich  ihrer  chemischen  Zusammensetzung ­
  ist  die  S.-Stärke  von  derjenigen  anderer
pflanzen  nicht  verschieden.  Nur  unter  dem
Mikroskope  zeigen  die  Körnchen  eine  von  derartigen ­
  des  Weizens,  der  Kartoffel  usw.  abweichende ­
  Form.—  Die  am  meisten  zur  Sagogewin-Uung
  benutzten  Palmen  sind  Sagus  RumphL
Willd.),  Sagus  laevis  (Rumph.)  und  Sagus
‘Ufinifera  (Lam.),  die  in  Indien  und  auf  den
oundainseln  nicht  nur  wild  wachsen,  sondern
a uch  vielfach  angebaut  werden.  Auch  Borass
 us  flabelliformis  (L.)  und  Arenga  sacchar
 jfera  (Lab.)  liefern  S.,  der  jedoch  für  den  europäischen ­
  Handel  weniger  Bedeutung  hat.  Zur
Gewinnung  der  Stärke  werden  die  Stämme  kurz
dem  Treiben  des  Blütenschaftes  gefällt  und
Ecr  Länge  nach  aufgespalten.  Das  herausgenom-Jhene
  Mark  wird  zerkleinert  und  auf  Sieben  ausgewaschen. ­
  Die  abgesetzte  Stärke  gelangt  meist
hoch  in  feuchtem  Zustande  in  Zuckerbrotformen
2 tirn  Versand.  Die  Bereitung  von  Perlsago
? Us  dieser  rohen  Sagostärke  besteht  lediglich
ln  einem  Körnen  mittels  siebartiger  Vorrichtungen ­
  und  nachherigem  schnellen  Trocknen  in
er "'ärmten  Pfannen,  wodurch  die  Stärke  teilweise ­

  verkleistert  wird.  Die  verschiedenen  gelben ­
  und  braunen  Töne  werden  durch  Zusatz
von  Zuckercouleur  öder  Bolus,  rote  Farben  durch
einen  Farbstoff  der  Palme  selbst  erzeugt.  Weißer
Perlsago  bleibt  ungefärbt.  —•  Auch  aus  dem
Kassawamehle  wird  S.  gefertigt,  der  unter  dem
Namen  brasilianischer  S.  in  den  Handel
kommt  und  weiß  und  matt,  nicht  glasig  wie  der
ostindische,  erscheint.  Eine  andere  Sorte,  die
aber  nicht  zu  uns  gelangt,  der  javanische  S.,
besitzt  eine  gelbliche  Farbe  und  einen  gewissen
Beigeschmack  und  besteht  aus  dem  Stärkemehl
von  Arenga  saccharifera.  —  In  Deutschland
und  Frankreich  wird  sehr  viel  inländischer  S.
aus  Kartoffelstärkemehl,  sog.  Kartoffelsago,
in  folgender  Weise  hergestellt:  Die  angefeuchtete ­
  Stärke  wird  mittels  eines  Bürstenwerkes
durch  ein  Sieb  getrieben;  die  durchfallenden
Klümpchen  kommen  in  ein  Rollfaß,  das  etwa
25  Umgänge  in  der  Minute  macht,  und  runden
sich  dadurch  ab.  Die  Masse  wird  dann  in
Blechkästen  in  einem  Trockenofen  auf  70—80 0
erhitzt  und  kurze  Zeit  einem  Dampfstrome  ausgesetzt, ­
  der  durch  oberflächliche  Kleisterbildung
die  Körnchen  glasiert.  Nach  einer  anderen  Arbeitsweise ­
  wird  die  feuchte  Stärke  aus  einem
Zylinder  mit  durchlöchertem  Boden  ähnlich  wie
Fadennudeln  gepreßt  und  sofort  in  kurzen  Enden
abgestoßen.  Die  Stückchen  werden  auf  einem
Tuche  ohne  Ende  fortgeführt,  wobei  sie  schon
etwas  austrocknen,  kommen  in  das  Rollfaß  und
schließlich  in  einen  eisernen,  sich  drehenden
Zylinder,  in  dem  sie  getrocknet  und  schließlich
durch  Dampf  geglättet  werden.  Guter  S.  darf
keinen  Staub  enthalten,  nicht  dumpfig  riechen
und  beim  Kochen  in  Wasser  oder  Fleischbrühe
nur  bis  zur  doppelten  Größe  der  Körner  gallertartig ­
  aufquellen,  ohne  zu  zerfallen.
Saibling  (Saibling,  Salmling,  Gold-  und
Rotforelle,  Rötel,  Ritter),  ein  Laehsfisch,
Salmo  salvelinus,  von  30—75  cm  Länge  und
bis  10  kg  schwer,  findet  sich  in  den  Alpenseen
in  großer  Tiefe  und  kann  daher  nur  zur  Laichzeit
gefangen  werden.  Er  ist  nach  Alter,  Geschlecht
und  Aufenthalt  verschieden  gefärbt  und  nur
Gegenstand  örtlichen  Handels  und  Verbrauches.
Sajodin,  das  Kalziumsalz  der  Jodbehensäure,
  C 22 H 44 J0 2 ,  wird  durch  Jodierung  der
Erukasäure  des  Rüböls  dargestellt.  Das  weiße,
geruch-  und  geschmacklose  Pulver,  das  in  Wasser
völlig,  in  Alkohol  und  Äther  nahezu  unlöslich,  in
Chloroform  aber  löslich  ist,  enthält  24,5  0/0  Jod
und  findet  an  Stelle  des  Jodkaliums  medizinische
Verwendung.
Sai  ist  die  lateinische  Bezeichnung  für  Salz.
S.  acetosellae,  Sauerkleesalz;  S.  amarum,  Bittersalz; ­
  S.  ammoniacum,  Salmiak;  S.  digestivum,
Chlorkalium;  S.  gemmae;  Steinsalz;  S.  marinum,
Seesalz;  S.  mirabile  Glauben,  Glaubersalz;  S.
nitri,  Salpeter;  S.  stanni,  Zinnsalz;  S.  succini,
Bernsteinsäure;  S.  tarta.ri,  Weinsteinsalz,  d.  h:
aus  Weinstein  bereitetes,  reines  kohlensaures
Kali;  ,S.  volatile  cornu  cervi,  flüchtiges  Hirschhornsalz, ­
  kohlensaures  Ammoniak.  —  S..  die
Einzelbesprechungen.
Salazetol  (Salantol),  der  Salizylsäureester  des
Azetols,  CgH 4 (OH).  COO  .  CH 2  .  CO  .  CH 3 ,  wird
durch  Erhitzen  von  Monochlorazeton  mit  Natriumsalizylat
  dargestellt  und  bildet  farblose,
            
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