Santorinerde
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Sardellen
cheren 0,03 g, die, stärkeren 0,05 g S. enthalten.
In größeren Mengen wirkt S. giftig.
Santorinerde, ein auf der griechischen Insel
Santorin vor kommendes, dem Traß ähnliches,
terreibliches Mineral, wie die ganze Insel eine
Folge vulkanischer Tätigkeit, bildet einen vortrefflichen
natürlichen Zement, der zwar nicht
bis zu uns gelangt, aber im ganzen Gebiete des
Adriatischen Meeres zu Wasserbauten und Uferschutz
häufig gebraucht wird. Er bedarf weder
irgendwelcher Zubereitung noch Zuschläge, sondern
erhärtet, einfach ins Wasser geschüttet,
sogleich zu einer festen Steinmasse.
Saphir (frz. Saphir, engl. Sapphire), ein Edelstein,
der in seinen besten Sorten zu den wertvollsten
Schmucksteinen gehört, besteht in chemischer
Hinsicht lediglich aus kristallisierter
Tonerde (Aluminiumoxyd) und unterscheidet
sich vom Rubin nur durch die Farbe, die in
verschiedenen Abstufungen blau ist. Man unterscheidet
als teuerste die männlichen S. von
tiefem und lebhaftem Indigblau, danach die
weiblichen, deren Färbung heller ist, und als
Wassersaphire die hellsten, nur noch schwach
bläulichen. Wirklichen Edelsteinwert haben nur
die orientalischen Steine, die sich in Hinterindien,
Zeylon und Siam im Sande der Flüsse und im
Schuttland vorfinden und nicht nur roh, sondern
auch schon geschliffen von Kalkutta und Bombay
aus versandt werden. In Sachsen, Böhmen
und Frankreich finden sich an gewissen Örtlichkeiten,
gewöhnlich in basaltische Lava eingewachsen,
ebenfalls sehr hübsch gefärbte Korunde,
die okzidentalischen S., die 1 aber nie
den hohen Wert der indischen erreichen. Echte
S. erkennt man an ihrer Härte (= 9) und an
ihrem spez. Gew. (= 4,0), wodurch sie sich von
den weicheren und spezifisch leichteren Steinen,
wie Zyanit, Euklas und blauem Beryll, unterscheiden.
Man schleift die guten Steine in denselben
Formen wie die Diamanten. Zeigt sich
aber ein Stein als Sternsaphir, d. h. strahlt
er aus seinem Innern einen, sternartigen sechsstrahligen
Schein aus, so wird er kappenförmig
(en cabochon) geschliffen.
Saphirin, ein in Sibirien und auch in Siebenbürgen
vorkommender blauer Chalzedon, der
einige Ähnlichkeit mit Saphir hat, kann als
Halbedelstein zu billigem Schmuck Verwendung
i'nden.
Saponine bilden eine im Pflanzenreiche außer-°identlich
verbreitete Gruppe glykosidischer Körbet,
die sich u. a. in der Seifenwurzel (Sapobaria
officinalis), in der Q uillayarinde,
uen Samen der Kornrade, in der Monesiar
Htde, Guajakrinde, in Lychnis Dian-Ihus
und zahlreichen anderen Karyophylla-2
, e en vorfindet. Zur Darstellung bedient man
s }ch meist des wäßrigen Auszuges von Quillayar
mde, der mit etwas Forraaldehyd gekocht
bnd dann nach dem Abfiltrieren des entstehenden
Niederschlags zur Trockne verdampft wird.
Aus levantinischer Seifenwurzel (Gypso-Phila
Arrostii Gusone) erhält man das S.
uur c h Auskochen mit 40°/oigem Alkohol. Das
b'dnt Erkalten ausfallende S. wird mit Äther-Alkohol
ausgewaschen, in Wasser gelöst und
but Bariumhydroxyd gefällt. Nach Zerlegung
er Bariumverbindung fällt man das S. aus der
Lösung mit Äther-Alkohol. Andere Methoden
der Reindarstellung beruhen auf der Anwendung
von Bleiessig. — Das reine S. ist ein weißes
amorphes, neutrales und geschmackloses Pulver,
das, in absolutem Alkohol und in Äther unlöslich,
mit Wasser stark schäumende Lösungen bildet.
Die Lösungen drehen die Ebene des polarisierten
Lichtes nach links und werden durch Bleiessig
und Barytwasser gefällt. Beim Kochen mit
verdünnten Säuren zerfällt S. in Zucker und
Sapogenin. Es bildet den wirksamen Bestandteil
mehrerer Waschmittel und wird neuerdings
auch unter verschiedenen Namen wie Gommelin,
Spumatolin benutzt, um künstlichen
Brauselimonaden ein besseres Aussehen zu
verleihen. Wegen der Giftigkeit des S. ist diese
Verwendung als unzulässig zu bezeichnen. Nach
neueren Versuchen von Kobert sollen allerdings
verschiedene Saponine ungiftig sein.
Sapotillholz (Bullyholz, Breiapfelholz,
engl. Bullet wood), das braungrünliche Holz des
in Westindien und dem nördlichen Teile von
Südamerika wachsenden Baumes Achras Sapota,
ist sehr dicht und hart und gehört zu
den besten Zimmerhölzern. Die als Sapotillpflaumen
bezeichneten Früchte haben, wenn
sie teigig geworden, einen quittenähnlichen Geruch
und Geschmack und werden im Ursprungslande
genossen. Die bittere, zusammenziehend
schmeckende Rinde des Baumes, die früher
als Cortex Sapotae in Apotheken geführt wurde,
dient ebenso wie die sehr bitteren Samenkerne
(Sapotillkörner, lat. Grana Sapotillae) in Amerika
als Fiebermittel.
Saprol ist ein Gemisch von Mineralschmierölen
mit ungefähr 40 0/0 Rohkresol. Die dunkelbraune
ölige Flüssigkeit schwimmt auf Wasser,
das sie mit einer gleichmäßigen dünnen Schicht
überzieht, und wird daher zur Desinfektion von
Aborten, Pissoirs und Latrinen benutzt. Ähnliche
Zusammensetzung zeigen Saprolin und Saprosol.
Sardellen sind kleine, zu der Familie der
Heringe gehörende Seefische, Engraulis encrasicholus,
die nur eine Länge von etwa
16 cm erreichen und sich von den oft mit ihnen
verwechselten jungen Heringen, Sprotten und
Sardinen (s. d.) durch den schlanken Leib, die
glatte (nicht mit gestielten Schuppen versehene)
Bauchkante und das weite, bis hinter die Ohren
gespaltene Maul unterscheiden. Die Färbung
ist azurblau, unten silberglänzend, die großen
dünnen und durchsichtigen Schuppen fallen leicht
ab. Die Fische kommen zwar auch an den
skandinavischen, englischen und holländischen
Küsten vor, ihr Hauptgebiet ist aber das Mittelmeer
und die atlantische Küste von Frankreich
und Spanien, wo sie in großen Zügen erscheinen
und bei Tag und Nacht, vom Mai bis Juli gefangen
werden. Abgesehen von den an Ort und
Stelle frisch verbrauchten, werden die S. nach
Entfernung des Kopfes und der Eingeweide mit
Pfeffer und Salz schichtenweise in Fässer gepackt
und so versandt. Man rechnet auf ein
Faß (Anker) im Durchschnitt 5000 Stück, von
den kleinen, die auch zum Ausfüllen dienen, bis
10000, von großen 3000 oder gar nur 2000
Stück. Die mittelgroßen werden am höchsten
geschätzt. Man bezeichnet auf den Fässern den