Schaftalg
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Schellack
de fleurs de millefeuille, engl. Oil of milfoil flo-
wers), von dem etwa 0,07—0,25 0/0 erhalten wer
den, zeigt dickflüssige, in der Kälte bisweilen
butterartige Konsistenz und blaue Farbe, die
mit der Zeit in Grün und Braun übergeht. Der
Geruch des Öls ist durchdringend, der Geschmack
kampferartig aromatisch.
Schaftalg (Hammeltalg, Schöpstalg, lat.
Sebum ovile, frz. Suif de mouton, engl. Mutton
tallow) ist das aus fettreichen Teilen von Scha
fen ausgeschmolzene Fett. Zu seiner Gewinnung
benutzt man hauptsächlich das Gekröse-, Netz-,
Nieren-, Herz- und Mittelfellfett, seltener andere
' fettreiche Körperteile. Das weiße, brüchige und
im frischen Zustande fast geruchlose Fett ist in
seinen äußeren Eigenschaften und seiner chemi
schen Zusammensetzung dem Rindertalg (s. d.)
ähnlich, wird aber leichter ranzig und nimmt
dann oft Bocksgeruch an. Abgesehen von der
beschränkten Verwendung als Speisefett, wozu
die Abstammung von geschlachteten Tieren
selbstverständliche Voraussetzung bildet, und in
der Pharmazie wird Sch. hauptsächlich in der
Technik verarbeitet (s. Talg). Die Bezeichnun
gen Schaffeintalg, -oleomargarin- und -preßtalg
sind wie bei Rindertalg zu verstehen.
Schalen, pflanzliche. Hierunter rechnet man
1. diejenigen S., die zu Schnitzarbeiten dienen,
2. B. Steinnuß- und Kokosnuß schalen.
2. solche zum Gewerbegebrauch = Rinde,
z. B. Angosturarinde. 3. Sch. zum Heil
gebrauch, z. B. Kondnrangorinde. 4. S.
aus dem Tierreich, z. B. Muschelschalen,
Schildkrötenschalen. Nähere Angaben fin
den sich bei den Einzelbesprechungen.
Schamotte (Chamotte) nennt man die Masse,
aus welcher die für Schmelzöfen und andere
Feuerungsanlagen benutzten feuerfesten Back
steine (Schamottesteine, frz. Briques refrac-
taires, Briques en chamotte, engl. Fire bricks,
Chamotte stones), ferner Schmelztiegel, Kapseln
zum Porzellanbrennen usw. gefertigt werden.
Sie besteht aus reinem Ton, der mit bereits vor
her gebranntem und gemahlenem Ton gemengt
ist. Die Feuerbeständigkeit der Masse, vermöge
welcher sie selbst in anhaltender Weißglut nicht
berstet, mürbe wird oder schmilzt, beruht ledig
lich auf der Reinheit des Tons, d. h. der Ab
wesenheit von Alkalien, Kalk und Eisenoxyd,
denn solcher reiner Ton ist schon von Natur
feuerfest. Der Zusatz des bereits gebrannten
Tons oder gemahlener Tonscherben hat ledig
lich den Zweck, das starke Schwinden zu ver
hindern, welchem der fette, feuerfeste, reine
Ton beim Brennen ausgesetzt ist. Ein guter
feuerfester Stein darf nicht zerspringen, wenn
er glühend in kaltes Wasser geworfen wird.
Die von Ziegelhütten und zum Teil von Por
zellanfabriken in den Handel gebrachten Steine
sind gebrannt und mehr oder weniger weiß.
Wo sie an Ort und Stelle hergestellt und ver
braucht werden, geschieht das Vermauern in
lufttrocknem Zustande, und zwar unter allen
Umständen ohne Kalk, nur mit Tonmörtel. Bei
der Aufbewahrung der Steine ist darauf zu
a chten, daß sie nicht dem Regen ausgesetzt sind.
Scharlach ist der Name verschiedener roter
Teerfarbstoffe. Wollscharlach R, das Na-
tr onsalz der Xylidinazoalphanaphtoldisulfosäure,
ein braunrotes, in Wasser mit gelbroter Farbe
lösliches Pulver, färbt Wolle in sauerem Bade
rot. — Scharlach 3J ist mit Ponceau 3J iden
tisch (s. d.). — Koschenillescharlach 4R,
ein feurigrotes, in Wasser schwer lösliches Pul
ver, besteht aus dem Natronsalze der Xylidin-
azoalphanaphtolmonosulfosäure. — Scharlach
GR und R, ein zinnoberrotes, in Wasser mit rot
gelber Farbe lösliches Pulver, ist die Natron
verbindung der Xylidinazobetanaphtolmonosulfo-
säure. — Scharlach G besteht aus der Natron
verbindung der Xylidinazobetanaphtoldisulfo-
säure und färbt Wolle in sauerem Bade rot.
Scharpie, das bekannte, noch jetzt in Drogen
handlungen geführte Verbandmittel zum Auf
saugen von Wund- und Geschwürabsonderun
gen, wurde früher durch Zerzupfen alter Lein
wand gewonnen, sog. Deutsche Sch., Linteum
carptum germanicum, ist aber jetzt meist durch
ein feines, wolliges Baumwollgewebe, English
Lint, Linteum carptum anglicum, verdrängt
worden.
Schellack (Gummilack, Lackharz, lat.
Lacca, Gummi lacca, frz. Gomme laque, engl.
Lac) ist das Erzeugnis einer kleinen roten
Schildlaus (Tachardia lacca, Coccus
lacca, Coccus fica), die in Ostindien auf ver
schiedenen Bäumen und Sträuchem, namentlich
auf Schleicheria trijuga, Anona squamosa, Butea
frondosa, Croton lacciferus, Ficus- und Urosti-
qua-Arten lebt. Die Tiere, die an den von ihnen
befallenen Stellen dicht gedrängt rund um den
Zweig sitzen, schwellen nach der Befruchtung
blasenförmig zu Erbsengroße auf, füllen sich
mit Eiern und einer lebhaft roten Flüssigkeit
und umgeben sich mit der harzigen, allmählich
erhärtenden Masse, welche das Tier wie eine
Kapsel völlig einschließt. Hiermit ist der Lebens
lauf des Muttertieres abgeschlossen, die junge
Brut aber, die aus den Eiern hervorgeht, nährt
sich von dem roten Safte und bahnt sich nach
ihrer völligen Entwicklung einen Weg ins Freie.
Die verlassenen Wohnungen, die in größeren
Massen dicht geschlossene, rauhe Borken bil
den, werden mit den Zweigen abgebrochen und
liefern den Stocklack (lat. Lacca in raraulis
seu baculis, frz. Laque en bätons, engl. Stick-
Lac), mit dessen Einsammlung sich die Be
wohner verschiedener Gegenden Ostindiens, be
sonders am Ganges, beschäftigen. Der Stock
lack bildet rauhe, außen braunrötliche Röhren
oder Bruchstücke von solchen, oft mit noch an
sitzendem Zweigstücke, ist leicht zerbrechlich,
auf dem Bruch glänzend und enthält im Inneren
die zahlreichen Brutzellen, die teils leer sind,
teils noch roten Farbstoff enthalten. Je nach
der Herkunft zerfällt diese Rohware in mehrere
Sorten, unter denen die von Siam, eine sehr
dunkelfarbige, braune oder schwärzliche und
an Farbstoff reiche am höchsten, die ben
galische, farbstoffarme, daher gelbe oder gelb
rötliche am wenigsten geschätzt wird. Beim
Abklopfen von den Zweigen zerfällt der Stock
lack in Körner, den sog. Körnerlack (lat.
Lacca in granis, frz. Laque en grains, engl.
Seed-Lac). Beide enthalten den Lac dye ge
nannten Farbstoff des Sch., der für die meisten
Zwecke durch Ausziehen mit schwacher Lauge
entfernt werden muß. Die entfärbte Masse wird