Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Schellfische

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Schiefer

dann  in  wurstförmigen  Säcken  vorsichtig  erwärmt, ­
  der  austretende  geschmolzene  Lack  auf
Metallblech  gestrichen,  von  dem  es  in  der  bekannten ­
  dünnblättrigen  Form  als  Sch.  lemon
oder  orange  abspringt.  —Außerdem  kommen
noch  Knopf  Schellack,  Blut-Rubin-  oder
Granat-Schellack  in  den  Handel,  welche  direkt, ­
  ohne  Entfernung  des  Farbstoffs,  durch
einfache  Auswahl  aus  dem  Stocklack  hergestellt
werden  und  kleine,  meist  runde,  wenig  durchscheinende, ­
  hellbraune  bis  braunrote  Tafeln  von
sehr  glatter  Oberfläche  und  reiner  Masse  bilden.
—  Sch.  ist  eine  natürliche  Mischung  verschiedener ­
  Harze,  insgesamt  etwa  900/0,  und  enthält
außerdem  noch  mehr  oder  weniger  Farbstoff
und  etwas  Wachs.  Weingeist  löst  ihn  in  der
Kälte  unter  Hinterlassung  des  Wachses,  heißer
Weingeist  nimmt  apch  von  diesem  etwas  auf,
das  sich  aber  beim  Erkalten  wieder  ausscheidet.
Die  trübe  Lösung  kann  durch  Filtrieren  geklärt
werden.  In  Benzin  ist  Schellack  selbst  unlöslich,
während  die  Wachsmasse  dadurch  zur  Lösung
gebracht  wird.  Zur  Entfernung  der  für  einige
Zwecke  störenden  Wachs-  und  Farbmasse  wird
der  Sch.  bisweilen  noch  weiter  raffiniert,  zuerst
mit  Lauge  erhitzt,  dann  mit  Eau  de  Javejle  entfärbt ­
  und  mit  Säurerl  ausgeschieden  und  in  Form
von  Stangen  oder  Zöpfen  als  gebleichter  Sch.
(Lacca  alba  depurata  in  bacillis,  frz.  Laque
purifi£,  engl.  Purified  lac)  in  den  Handel  gebracht. ­
  Die  verschiedenen  Schellacksorten  werden ­
  vielfach  zur  Herstellung  von  Lacken,  namentlich ­
  Spirituslacken  und  Polituren,  benutzt  und
geben  einen  schnell  trocknenden,  schön  glänzenden ­
  Überzug.  Durch  Zusatz  von  Teerfarbstoffen ­
  oder  anderen  Farben  erhält  man  die
farbigen  Spirituslacke.  Außerdem  wird  Sch.
zu  Siegellack  und  in  der  Feuerwerkerei  zu
den  rauchschwachen  Buntfeuern  verwandt.  Gepulverter ­
  Schellack  findet  entweder  für  sich,
oder  in  Verbindung  mit  anderen  Harzen,  als
Kitt,  Verwendung.  Die  beim  Aufkochen  von  Sch.
mit  alkalischer  Boraxlösung  erhaltene  leimartige
Masse,  die  nach  dem  Trocknen  einen  wasserdichten ­
  Überzug  bildet,  führt  als  Steife  für  Hutmacher ­
  den  Namen  Wasserfirnis.  Mit  Teerfarben ­
  und  anderen  Farben  gefärbt,  ergibt  sie
die  sog.  Lederappreturen.  —  Ein  als  Lacca
in  tabulis  bezeichnetes  schellackartiges  Gummi
soll  sich  auch  aus  Fouquiera  splendens,  der  in
Nordamerika  am  Rio  grande  heimischen  Ocotillapflanze,
  gewinnen  lassen.  —  Die  Versendung ­
  des  Schellacks  aus  dem  Ursprungslande
Ostindien  geschieht  meist  über  Kalkutta,  nach
London  und  Hamburg,  in  Kisten  von  etwa  70  kg,
die  mit  Sackleinwand  bedeckt  sind.  Zum  Nachweise ­
  der  häufigen  Verfälschungen  durch  Kolophonium ­
  und  andere  Harze  behandelt  man
den  Sch.  mit  Benzin,  worin  er,  abgesehen  von
den  geringen  Wachsmengen,  unlöslich  ist.
Schellfische.  Diese  zu  den  Gadiden,  einer
Familie  von  Weichflossenstachlern,  gehörenden ­
  langgestreckten  Seefische  mit  schleimiger ­
  Haut  und  kleinen  Rundschuppen,  großer
Mundöffnung,  zwei  bis  drei  Rücken-  und  einer
kehlständigen  Bauchflosse,  bilden  einen  wichtigen ­
  Gegenstand  des  Massenverbrauchs  bis  weit
in  das  Binnenland  hinein.  Die  größte  Bedeutung
hat  die  Gattung  Gadus,  mit  drei  Rücken-  und

zwei  Afterflossen,  und  zwar  erstens  der  Kabeljau, ­
  Gadus  morrhua  (s.  d.),  zweitens  der
Schellfisch,  Gadus  aeglefinus  (Haddock
in  England),  ein  30—40  cm  langer  Fisch  mit
braunem  Rücken  und  silberigen  Seiten,  ausgeschnittener ­
  Schwanzflosse  und  gerader  Seitenlinie, ­
  und  drittens  Gadus  merlangus,  Merlan, ­
  auch  Wittling  genannt,  in  Nordeuropa.
Weitere  S.  sind  Merlucius  vulgaris,  der
Seehecht,  in  der  Nordsee  und  im  Mittelmeer,
und  die  Aalraupe,  Lota  fluviatilis,  in  Süßwasser. ­
  —  Hinsichtlich  der  Verwendung  des
eigentlichen  S,:.  Siehe  Kabeljau.
Schiefer  (frz.  Ardoise  ou  Schiste,  engl.  Slate).
In  der  Gesteinskunde  werden  mit  diesem  Namen ­
  alle  Sedimentgesteine  belegt,  die  sich
in  mehr  oder  weniger  dünne,  annähernd  ebene
Platten  spalten  lassen.  Da  diese  Eigenschaft
vielen  Gesteinen  zukommt,  so  hat  man  auch
ebenso  viele  verschiedene  Schiefersorten,  wie
Glimmerschiefer,  Chloritschiefer,  Tonschiefer, ­
  Grauwacken  schiefer,  Kieselschiefer, ­
  Kupferschiefer,  Mergelschiefer ­
  und  Talkschiefer.  Im  Handel  versteht
man  jedoch  unter  S.  ohne  nähere  Bezeichnung
nur  diejenigen  Sorten,  welche  sich  als  Dachschiefer ­
  oder  Tafe  1  sch,iefer  eignen.  Sie
sind  in  Platten  abgesonderte  dunkle  Gesteine,
die  in  der  Hauptsache  aus  kleinen  mit  Ton  und
Glimmer  verkitteten  Quarzkörnern  bestehen  und
entweder  durch  Kohle  schwarz,  durch  Eisenoxyd ­
  rötlich,  bräunlich  bis  violett  oder  durch
Chlorit  grünlich  gefärbt  erscheinen.  Ihre  Härte
ist  gering,  der  Bruch  matt.  In  chemischer  Hinsicht ­
  enthalten  sie  neben  etwas  Eisen,  Alkali  und
Erdalkali  50—700/0  Kieselsäure  und  15—35%
Tonerde.  Ihrer  Entstehung  nach  gehören  sie
teils  zum  kristallinischen  Urtonschiefer,  teils  zu
der  Übergangsformation.  Die  Schieferbrüche
werden  entweder  im  Tagbau  wie  gewöhnliche
Steinbrüche  oder  unterirdisch  wie  Bergwerke
betrieben.  In  beiden  Fällen  ist  immer  viel
wildes  Gestein  zu  beseitigen,  zwischen  welchem
der  brauchbare  S.  in  Schichten  liegt.  In  Deutschland ­
  wird  der  beste  S.  im  Thüringer  Walde  gefunden, ­
  und  namentlich  der  aus  den  berühmten,
seit  Jahrhunderten  betriebenen  Brüchen  von
LehestenimMeiningenschengewonnene  zeichnet ­
  sich  durch  Güte,  Reinheit  und  Schönheit
aus.  Die  Blöcke  werden  in  möglichster  Größe
abgebaut  und  sogleich  auf  den  Spalthütten  in
Arbeit  genommen,  weil  sie  sich  im  Zustande
ihrer  natürlichen  Erdfeuchtigkeit  am  leichtesten
zerlegen  lassen.  Dicke  Platten  für  Grabmonumente, ­
  Fußbodenbelag,  Tröge  und  Tischplatten
werden  durch  Sägen,  Behauen  und  Schaben  in
die  verlangte  Form  gebracht,  die  dünneren  Platten ­
  zur  Dachbedeckung  und  Schreibtafeln  durch
Spalten  mit  stählernen  Meißeln  hergestellt.  Die
Form  der  Platten  wird  bei  gewöhnlichem  Dachschiefer ­
  durch  Schlagen  auf  einem  Amboß  mit
scharfen  Kanten,  bei  feinerer  Ware  durch  Schneiden ­
  auf  einer  Stockschere  erzeugt.  Das  letztere
gilt  namentlich  von  dem  sog.  Schablonenschiefer, ­
  der  nicht  nur  quadratisch  und  lang
viereckig,  sondern  auch  5-,  6-,  8  eckig  und  in
anderen  Formen  hergestellt  wird.  Der  Tafelschiefer
  erhält  seine  Glätte  durch  Schaben  und
Schleifen,  worauf  er  meist  eingerahmt  (Schie ­
            
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